Tokio - Hashimoto übernimmt als OK-Chefin

Seiko Hashimoto

Bangen um Olympia in Tokio

Tokio - Hashimoto übernimmt als OK-Chefin

Nach dem Skandal um Olympia-Organisationschef Yoshiro Mori ist nun klar: Seiko Hashimoto tritt dessen Nachfolge an. Die Organisatoren sehen sich im Zeitplan, trotz wachsender Zweifel.

"Ich werde keine Mühe scheuen, um den Erfolg der Spiele in Tokio zu sichern", sagte Hashimoto nach ihrer Ernennung. Ihr Vorgänger Mori war nach sexistischen Äußerungen in der vergangenen Woche zurückgetreten.

Hashimoto hatte vor der Bekanntgabe ihren Rücktritt als japanische Olympiaministerin bei Premierminister Yoshihide Suga eingereicht. Suga habe ihr mitgeteilt, er hoffe, dass "ich meine ganze Kraft einsetzen werde, um die Spiele in Tokio so zu gestalten, dass sie vom japanischen Volk angenommen werden", sagte Hashimoto knapp ein halbes Jahr vor den Sommerspielen (23. Juli bis 8. August).

Die 56-Jährige ist olympische Rekordteilnehmerin in ihrem Land und startete in der Zeit von 1984 in Sarajevo bis 1996 in Atlanta bei sieben Olympischen Spielen, viermal trat sie im Eisschnelllaufen an, dreimal als Bahnradfahrerin. 1992 gewann sie bei den Winterspielen in Albertville im Eisschnelllauf über 1500 Meter die Bronzemedaille.

IOC-Präsident Thomas Bach bezeichnete Seiko Hashimotos Berufung zur neuen Organisationschefin der Sommerspiele in Tokio als "perfekte Wahl". Die Amtsübernahme sei ein "sehr wichtiges Zeichen mit Blick auf die Gleichstellung der Geschlechter", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees.

Hoffnung auf Impfkampagne

Zudem dreht sich derzeit in der Olympia-Diskussion fast alles um das Thema Impfen, auch wenn der zuständige Minister Taro Kono versicherte, die Spiele hätten mit dem Beginn der Impfkampagne nichts zu tun. "Wir konzentrieren uns zunächst darauf, die ältere Bevölkerung zu schützen. In meinen Planungen sind die Olympischen Spiele derzeit kein Aspekt", sagte Kono in einer Medienrunde. Der Minister wollte keine Prognosen darüber wagen, wie viele Japaner bis zum Sommer geimpft sein könnten. Doch natürlich ist der Impfstart ein Signal für Tokio, in dessen Region weiter der Ausnahmezustand gilt.

Sexistische Aussagen: Druck auf Japans Olympia-Chef wächst Sportschau 10.02.2021 02:30 Min. Verfügbar bis 10.02.2022 Das Erste

IOC: "Großes Vertrauen in den Zeitplan"

Ungeachtet der internen Querelen und der zuletzt lauter gewordenen Zweifel aufgrund der Coronapandemie halten die Organisatoren an ihrem Olympia-Fahrplan fest. IOC-Olympiadirektor Christophe Dubi kündigte an, dass im April zahlreiche Detailpläne zu Corona-Gegenmaßnahmen veröffentlicht werden sollten, damit werde sich diese Kritik "ganz sicher abschwächen", so Dubi.

Zuvor hatte eine Arbeitsgruppe des IOC und der japanischen Gastgeber drei Tage lang über die weitere Präzisierung der Corona-Handbücher für alle Beteiligten der Tokio-Spiele beraten. In den sogenannnten Playbooks wolle das IOC Sport für Sport und Arena für Arena klare Regeln aufstellen.

"Der Weg ist klar, der Rahmen ist klar, jetzt müssen wir die Ärmel hochkrempeln und die Kleinarbeit verrichten", sagte Dubi. Das IOC habe "großes Vertrauen" in den Zeitplan mit der Veröffentlichung weiterer Playbooks im April und der finalen Version im Juni.

Widerstand gegen Fackellauf aus der lokalen Politik

Neben dem konkreten Umgang mit Corona-Tests und der Frage, wie sich die Olympia-Teilnehmer durch Tokio bewegen können, soll es bald auch konkrete Vorgaben für den olympischen Fackellauf geben. Zuvor hatte der Gouverneur der Präfektur Shimane verkündet, er erwäge aus Verärgerung über die Corona-Politik der Regierung, den durch seine Region führenden Teil des Fackellaufs abzusagen.

Der Gouverneur forderte bessere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie - und dockte damit an die nach wie vor weit verbreitete Skepsis im Land gegen die Olympischen Spiele an. Zuletzt hatten sich in Umfragen mehr als 80 Prozent der Japaner gegen die Austragung der Spiele in Tokio im kommenden Sommer ausgesprochen.

red/dpa/sid | Stand: 18.02.2021, 09:18

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