Ausnahmezustand für Tokio lässt Olympia wackeln

Kirschblüte im Zeichen der olympischen Ringe, Tokio

Olympische Spiele

Ausnahmezustand für Tokio lässt Olympia wackeln

IOC-Mitglied Richard Pound hat Zweifel an einer Austragung der auf dieses Jahr verschobenen Sommerspiele in Tokio. Die Organisatoren sind optimistischer.

"Ich kann mir nicht sicher sein, weil die Wellen des Virus immer noch wie ein Elefant im Raum stehen", wird Pound von der britischen BBC zitiert. Zuvor war in der Olympia-Stadt Tokio erneut der Ausnahmezustand verhängt worden, weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf immer neue Rekordhöhen gestiegen waren.

Ausrichter: "Wir werden mit den Vorbereitungen fortfahren"

Gastgeber Japan und das Internationale Olympische Komitee bekräftigten noch am Donnerstag (07.01.2021), an ihren Plänen für "sichere und geschützte Spiele" im Juli und August festhalten zu wollen. Wegen der Corona-Pandemie waren die eigentlich für das Vorjahr geplanten Tokio-Spiele um ein Jahr verschoben worden.

"Diese Ausrufung des Notstands bietet die Möglichkeit, die COVID-19-Situation unter Kontrolle zu bringen und eine sichere Durchführung der Spiele in diesem Sommer zu planen. Wir werden entsprechend mit den erforderlichen Vorbereitungen fortfahren", hieß es am Freitag (08.01.2021) in einem Statement der Ausrichter.

Pound: Olympioniken bei den Corona-Impfungen bevorzugen

Der erneute Ausnahmezustand nach dem im Frühjahr 2020 betrifft Tokio und die drei angrenzenden Regionen Chiba, Kanagawa und Saitama. Dieses Gebiet zählt fast 37 Millionen Einwohner und sorgt für ein Drittel des japanischen Bruttoinlandsprodukts.

Pounds Aussagen nähren nun weniger als 200 Tage vor der geplanten Eröffnungsfeier die Bedenken, dass das Sportevent tatsächlich stattfinden kann.

Der 78-Jährige machte sich erneut dafür stark, Olympioniken bei den Corona-Impfungen zu bevorzugen: "Athleten sind wichtige Vorbilder. Indem sie sich impfen lassen, senden sie eine kraftvolle Botschaft, dass es bei Impfungen nicht nur um die eigene Gesundheit geht, sondern auch um Solidarität und die Rücksicht auf das Wohlbefinden von anderen in ihrem Umfeld."

Bach gegen Impfpflicht

IOC-Präsident Thomas Bach hatte eine Impfpflicht ausgeschlossen. Die Organisatoren werben aber dafür, dass sich möglichst viele Sportler und andere Tokio-Reisende impfen lassen.

An den Spielen sollen rund 11.000 Athleten aus aller Welt teilnehmen. Hinzu kommen Funktionäre, Helfer und Medienvertreter. Weiter offen ist, ob auch Zuschauer zugelassen werden. Für die Maßnahmen zum Schutz gegen Corona planen die Olympia-Macher Mehrausgaben von rund 760 Millionen Euro ein.

Thomas Bach: "Gesundheit aller Teilnehmer gewährleisten" Sportschau 22.07.2020 01:24 Min. Verfügbar bis 22.07.2021 Das Erste

dpa/sid | Stand: 08.01.2021, 09:38

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