IOC nimmt vier Sportarten in Olympia-Programm auf

IOC-Präsident Thomas Bach

Exekutivsitzung in Lausanne

IOC nimmt vier Sportarten in Olympia-Programm auf

Das Internationale Olympische Komitee hat vier Sportarten provisorisch in die Vita der Sommerspiele 2024 in Paris aufgenommen - unter anderem auch Breakdance. Zudem äußerte sich Präsident Thomas Bach zum Blutdoping-Skandal.

Während Surfen, Skateboarding und Sportklettern bereits im kommenden Jahr in Tokio olympisch sein werden, akzeptierte das IOC-Exekutivkomitee am Mittwoch (27.03.2019) auch den von den Franzosen gewünschten Breakdance. Die Aufnahme wird der IOC-Session vorgeschlagen, die darüber im Juni in Lausanne entscheiden wird.

Finale Entscheidung steht noch aus

Allerdings wird das IOC erst Ende 2020 endgültig über die Integration der vier Sportarten in das Paris-Programm entscheiden. Bis dahin will das IOC sie intensiv beobachten und auf ihre Olympia-Tauglichkeit mit Schwerpunkt auf Präsentation, Schiedsrichterwesen und Integrität prüfen.

Zwei Sportarten für Olympia 2024 gestrichen

Karate und Baseball/Softball, die in Japan ein Olympia-Intermezzo geben dürfen, werden 2024 nicht mehr dabei sein. Seit Einführung der Agenda 2020 im Jahr 2014 haben die Olympia-Gastgeber die Möglichkeit, mit temporär integrierten Sportarten ein eigenes Profil zu schaffen.

Breakdance soll in Paris olympisch werden

Sportschau 27.03.2019 01:07 Min. ARD

Blutdoping: Bach spricht sich für abschreckende Strafen aus

Im Skandal um Eigenblutdoping forderte Bach eine harte Bestrafung der darin verwickelten Athleten sowie der Hintermänner und Helfer. "Wir hoffen, dass alles aufgeklärt wird und auf den Tisch kommt", sagte der deutsche Chef des Internationalen Olympischen Komitees am Mittwoch nach einer Exekutivsitzung in Lausanne. Bach weiter: "Die Justiz sollte ein Exempel statuieren und schnell harte Strafen verhängen, damit es einen Abschreckungseffekt hat."

In dem Skandal hatte es Polizei-Razzien bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im österreichischen Seefeld gegeben und in Erfurt, wo ein Sportarzt als mutmaßlicher Drahtzieher eines Doping-Netzwerkes verhaftet wurde. Inzwischen wird gegen 21 Athleten ermittelt, die in diese Affäre verwickelt sein sollen.

Neue Arbeitsgruppe für Kandidatenprozess

Für die Austragung Olympischer Spiele rief das IOC eine neue Arbeitsgruppe ins Leben. Die Kommission soll den bisherigen Veränderungsprozess auswerten und über weitere Vorschläge beraten. "Wir wollen den Prozess dialogstärker und effektiver gestalten", sagte IOC-Präsident Thomas Bach. Dabei kann es auch sein, dass das IOC von sich aus verstärkt auf mögliche Kandidaten zugeht und ihnen eine Bewerbung vorschlägt, falls sich die Stadt oder die Region so entwickelt hat, dass die Austragung von Olympischen Spielen möglich ist.

"Wir erhoffen uns für die nächste Vollversammlung im Juni in Lausanne erste Erkenntnisse", sagte Bach. Die neue Arbeitsgruppe hat fünf Mitglieder, die die fünf Kontinente repräsentieren sollen. Leiter der Gruppe ist IOC-Vizepräsident John Coates (Australien).

dpa/sid | Stand: 27.03.2019, 20:41

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