Mick Schumacher und das Sprungbrett Formel 2

Mick Schumacher im Cockpit seines Formel-2-Wagens

Erstes Rennwochenende in Bahrain

Mick Schumacher und das Sprungbrett Formel 2

Von Julian Tilders

Im Rahmenprogramm der Formel 1 lässt am Rennwochenende in Bahrain (ab 29.03.2019) auch der Nachwuchs die Motoren aufheulen. Ferrari plant bereits jetzt mit Schumacher junior Großes - die Formel 2 hat schon viele Top-Fahrer hervorgebracht.

Benzin im Blut - das liegt in der Familie. Mick Schumacher soll bei Ferrari auf lange Sicht in die Fußstapfen seines Vaters Michael treten, der als Rekord-Weltmeister siebenmal den Titel (fünfmal für Ferrari) holte. Nun gab Ferrari offiziell bekannt, dass Mick Schumacher erstmals als Testfahrer in das Cockpit des SF90-Boliden der "Scuderia" steigen soll. Und zwar am Dienstag (02.04.2019) nach dem Rennwochenende.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Ein Rennwochenende, das für Schumacher gleichzeitig seine Premiere in der Formel 2 darstellt. Als Formel-3-Europameister war der 20-Jährige zuvor ins Formel-1-Unterhaus aufgestiegen. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum großen Ziel.

Wie der Vater, so der Sohn?

Dass den Namen Schumacher beim italienischen Rennstall ein großer Zauber umgibt und Ferraris Führungsetage gerne an die überaus erfolgreiche Zeit mit Michael Schumacher zurückdenkt, dürfte neben dem großen fahrerischen Talent des Jungspunds bei den Überlegungen der "Scuderia", Mick im vergangenen Januar in die elitäre "Ferrari Driver Academy" für Nachwuchsfahrer zu berufen, ebenfalls eine Rolle gespielt haben.

Zu dominant ist momentan Konkurrent Mercedes mit Serien-Weltmeister Lewis Hamilton. Ferrari hofft auf lange Sicht sicherlich auf eine zweite, erfolgreiche Schumacher-Ära.

Parallelen zu Charles Leclerc

Rennstall-Teamchef Mattia Binotto erklärte die Förderung Schumachers als Ferrari-Testfahrer, der in der nun beginnenden Formel-2-Saison für das Team Prema Racing als Pilot Nummer eins an den Start geht, in einer Pressemitteilung mit der guten Übungssituation: "Ich glaube, dass das Fahren des SF90 in einem offiziellen Rahmen, wie es die Tests in Bahrain und Barcelona sind, sehr nützlich auf dieser Karrierestufe sein kann."

Charles Leclerc vor dem Großen Preis von Australien

Charles Leclerc im Ferrari-Dress vor dem Großen Preis von Australien in Melbourne.

Diese Einschätzung deckt sich mit dem Werdegang eines aktuellen, vielversprechenden Formel-1-Piloten. Den Monegassen Charles Leclerc bildete die "Scuderia" ebenfalls in der hauseigenen Akademie aus. Auch Leclerc wurde als Testfahrer für Sauber und Ferrari aufgebaut - Schumacher soll nach dem Ferrari-Test ebenfalls noch für das Alfa-Romeo-Team testen. Leclerc gewann 2017 zudem mit demselben Team den Formel-2-Titel, für das jetzt Schumacher fährt: Prema Racing.

Erste Station als Stammfahrer in der Formel 1 für Leclerc war dann Sauber. Der Alfa-Romeo-Rennstall wird von Ferrari mit Motoren beliefert. Zur aktuellen Saison holte ihn Ferrari schließlich als Eigengewächs zurück, um als Partner von Sebastian Vettel zu fungieren. Ein Werdegang, der für Mick Schumacher ebenfalls schon vorgeplant ist?

Schumacher gibt sich bescheiden

Bezüglich des sportlichen Ziels für die kommende Rennsaison hält sich Schumacher selbst bedeckt: Er wolle lernen, Informationen sammeln und seine "Bestleistung abrufen", gab er in einem Video seines Formel-2-Rennstalls Prema als Ziel aus.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Sich in der Formel 2 zu akklimatisieren, ist eine Herausforderung. Schumacher über die kommenden Aufgaben: "Das neue Formel-2-Auto ist sehr spannend. Es ist aggressiv, schnell und sehr groß." Es gehe darum, den "Reifen zu verstehen" und das Auto in die "richtige Kurvenhaltung" zu bringen, um den Pirelli-Reifen nicht zu verschleißen.

Der große Sprung von Formel 3 zu Formel 2 manifestiert sich auch in der Leistung des Wagens. "Wir gehen von 240 auf 620 PS", rechnete Schumacher vor, hinzu kommt ein erheblich höheres Gewicht (von 565 auf 720 Kilogramm).

Der Traum von der Formel 1

Die Formel 2 kommt als Sprungbrett nah an die Formel 1 heran. Nicht umsonst schafften es mit George Russell (Williams), Lando Norris (McLaren) und Alexander Albon (Toro Rosso) die ersten drei Fahrer der letztjährigen Formel-2-Wertung in die Formel 1. Was aber nicht bedeutet, dass es für Mick Schumacher weniger Konkurrenz im Unterhaus gibt. Auch ihm muss Eingewöhnungszeit zugestanden werden.

"Man sollte ihm alle Zeit lassen. Es ist wichtig, dass man schaut, gibt es eine Lernkurve oder nicht. Ich mache mir da gar keine Gedanken. Ob er dann auf Gesamtsieg fahren kann, das spielt jetzt erst mal keine Rolle", warb sein Onkel und Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher vor dem Formel-2-Auftakt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur um Geduld.

Mick Schumacher - Talent und Rummel geerbt

Sportschau 27.12.2018 02:06 Min. Verfügbar bis 27.12.2019 ARD

Jedenfalls rückt der Traum für Schumacher immer näher: "Das Auto hat große Ähnlichkeiten zur Formel 1. Es gibt einem das Gefühl, fast ein Teil der Formel 1 zu sein." Zumindest als Testfahrer darf er demnächst schon Königsklassen-Luft schnuppern.

Stand: 27.03.2019, 09:00

Darstellung: