Schummelei - Audi wirft Daniel Abt raus

Formel E-Fahrer Daniel Abt

Vergehen bei virtuellem Formel-E-Rennen

Schummelei - Audi wirft Daniel Abt raus

Der deutsche Formel-E-Pilot Daniel Abt ist nach seinem aufgeflogenen Schwindel beim fünften virtuellen Lauf der Elektro-Serie von seinem Audi-Team suspendiert worden.

Daniel Abt wollte nicht reden. Erst drückte der Formel-E-Pilot nach seiner Suspendierung alle Anrufe weg, dann schaltete er sein Handy aus. Und so blieben die Fragen nach seinem Rausschmiss bei Audi wegen eines aufgeflogenen Schwindels unbeantwortet. Doch eines scheint klar: Abts Karriere im Motorsport ist wegen eines leichtsinnigen Fehlers erst einmal beendet.

"Integrität, Transparenz und die dauerhafte Einhaltung gegebener Regeln haben für Audi höchste Priorität", teilte der Hersteller am Dienstag (26.05.2020) mit, nachdem rausgekommen war, dass Abt beim fünften virtuellen Lauf der Elektro-Serie geschummelt hatte. Der 27-Jährige war das Rennen der "Race at Home Challenge" am vergangenen Samstag nicht selbst gefahren, sondern ließ seinen Boliden von Sim-Racer Lorenz Hörzing (Österreich) über den virtuellen Kurs in Berlin-Tempelhof pilotieren. "Die Entscheidung war alternativlos", sagte ein Audi-Sprecher.

Abt-Familienunternehmen schrieb Geschichte

Nun ist Abt im Audi-Reich nicht irgendein Name, das Familien-Unternehmen schrieb zusammen mit dem Hersteller eine erfolgreiche Motorsportgeschichte in der DTM, zuletzt auch in der Formel E. Doch Daniel Abt hat nach sid-Informationen bei Audi keine Zukunft mehr, sein Vertrag läuft mit dem Ende der Formel-E-Saison aus, die Suspendierung gilt bis zu diesem Zeitpunkt.

Seit dem Start der Formel E 2014 hatte Abt jedes Rennen der Serie bestritten und bisher zwei Siege geholt. Mit seiner Schummelei hatte Abt weltweit für Schlagzeilen gesorgt, in den sozialen Netzwerken erntete er einen Shitstorm. Überführt worden war der Kemptener von der Formel E selbst, Abt wurde nachträglich disqualifiziert und verlor zudem alle bislang errungenen Meisterschaftspunkte der Challenge. Zudem muss er 10.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation spenden.

"Riesenriesengroßer Fehler"

Abt hatte Verdacht erregt, weil seine Videokamera während eines Interviews ausgeschaltet war, später war das Gesicht des Piloten von einem Gegenstand verdeckt. "Im Nachhinein betrachtet, haben wir nicht genug über die Ernsthaftigkeit und die Konsequenz, die das ganze mit sich trägt, nachgedacht und da einen riesenriesengroßen Fehler begangen", sagte Abt am Dienstag in einer Videobotschaft.

Abt bzw. Hörzing beendete das Rennen auf Rang drei, den "erbte" nach der Disqualifikation der ehemalige Formel-1-Pilot Pascal Wehrlein. Die Erlöse der "Race at Home Challenge" kommen dem Kinderhilfswerk Unicef zugute.

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sid | Stand: 26.05.2020, 17:19

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