MotoGP - WM-Start mit (Corona-) Verspätung

MotoGP-Fahrer Marc Marquez

Auftakt im heißen Jerez

MotoGP - WM-Start mit (Corona-) Verspätung

An diesem Wochenende startet die Motorrad-WM im spanischen Jerez in die Saison 2020. Wo wird gefahren, wer sind die Favoriten und hat auch ein deutscher Fahrer Chancen, auf das Treppchen zu steigen? Wir geben einen Überblick.

Die ersten Tests sind beendet, am Freitag (17.07.2020) wird es im spanischen Jerez für die MotoGP wieder ernst. Die Freien Trainings stehen zu Beginn des ersten WM-Wochenendes der Motorrad-Cracks in Andalusien auf dem Programm - 38 Grad werden erwartet. Die Fahrer hatten in den vorangegangenen Tagen immerhin die kurze Gelegenheit, sich nach dieser schier unendlichen Corona-Pause wieder ein erstes Gefühl für ihre Maschine und für eine Renn-Situation zu verschaffen.

Wie bei so vielen Sportarten warten auf die Fahrer in dieser Saison besondere Voraussetzungen, damit die Rennserie überhaupt stattfinden kann. Auch die Motorradfahrer fahren vor leeren Rängen und unter besonderen hygienischen Bedingungen. So wird es deutlich weniger Personal pro Mannschaft, regelmäßige Tests und eine strenge Trennung zwischen den Teams geben. Alle Teilnehmer dürfen sich nur zur Rennstrecke und ins Hotel begeben.

Und auch der WM-Kalender musste komplett neu erstellt und von den geplanten 20 auf 13 Rennen gekürzt werden.

Kommen noch Übersee-Rennen?

Nach Formel-1-Vorbild wird es auf fünf Kursen zwei Rennen an aufeinanderfolgenden Wochenenden geben. Am Sonntag in Jerez geht es los, das letzte Rennen ist zunächst am 15. November in Valencia geplant. Neu hinzugekommen ist der Kymi-Ring in Finnland, der aber erst ab 2021 fix im Kalender aufgenommen ist und derzeit nicht auf dem festen Programm steht. Offen ist auch noch, ob im November oder Dezember trotz Corona noch Rennen in Übersee (Thailand, Malaysia oder Argentinien) hinzukommen.

Der MotoGP-Kalender der Saison 2020
Jerez 1 / Spanien19.07. (14 Uhr)
Jerez 2 / Spanien26.07. (14 Uhr)
Brünn / Tschechien09.08. (14 Uhr)
Spielberg 1 / Österreich16.08. (14 Uhr)
Spielberg 2 / Österreich23.08. (14 Uhr)
Misano 1 / San Marino13.09. (14 Uhr)
Misano 2 / Italien20.09. (14 Uhr)
Barcelona / Spanien27.09. (14.30 Uhr)
Le Mans / Frankreich11.10. (14 Uhr)
Alcaniz 1 / Spanien18.10. (14 Uhr)
Alcaniz 2 / Spanien25.10. (14 Uhr)
Valencia 1 / Europa08.11. (14 Uhr)
Valencia 2 / Spanien15.11. (14 Uhr)

Weltmeister Marc Márquez aus Spanien geht auch in diesem Jahr als Favorit in die Saison. Der Honda-Pilot konnte seit seinem Debüt in der Königsklasse im Jahr 2013 bisher nur einmal geschlagen werden. Seine größten Konkurrenten sind Vize-Weltmeister Andrea Dovizioso aus Italien, die Spanier Maverick Viñales und Álex Rins sowie Fabio Quartararo aus Frankreich.

Márquez kam die Coronavirus-Zwangspause entgegen: Im Winter kämpfte der Titelverteidiger mit Nachwirkungen einer erneuten Schulteroperation und war bei den Tests geschwächt.

Ein weiteres Jahr mit Superstar Rossi?

"Es war sehr wichtig, diesen Test zu machen, weil es lange her ist, dass wir nicht auf dem MotoGP-Bike waren. Das Feeling war fantastisch, wieder auf die Strecke und die M1 zurückzukehren", sagte Valentino-Rossi am Mittwoch. Der 41-Jährige Superstar der Szene will seine Karriere über diese Saison hinaus sogar noch verlängern - mit großer Wahrscheinlichkeit beim Petronas Yamaha Sepang Racing Team. "Zu 99 Prozent. Noch ist aber nichts unterschrieben", sagt Rossi.

Nur noch ein Deutscher bei der WM - in der Moto2

Marcel Schrötter ist der letzte verbliebene Deutsche in der Motorrad-WM in der Moto2. Der 27-Jährige aus Pflugdorf/Bayern bestreitet seine elfte WM-Saison. 2019 egalisierte er als Achter der Fahrerwertung sein bisher bestes Gesamtergebnis. "Es geht direkt von null auf hundert und mit Vollgas los. Man muss erst einmal wieder reinkommen und seinen Rhythmus finden", sagt Schrötter: "Wichtig ist, dass man die Sache diszipliniert und nicht übermotiviert angeht." 

Die Moto2 und die Moto3 konnten im Gegensatz zur MotoGP bereits ein Rennen absolvieren: Beim Saisonauftakt in Doha (Katar) im März kam Schrötter als Siebter ins Ziel. Podestplätze sollten für ihn in diesem Jahr möglich sein. Wegen seiner Routine wird er von einigen Insidern sogar zum Kreis der Favoriten gezählt. "Ich bin für den Neustart extrem motiviert und fühle mich in bester Verfassung. Während der langen und ungewollten Pause habe ich viel trainiert, ich bin also topfit", sagte Schrötter. Doch mit diesen Aussichten ist er allein auf weiter Flur. Die deutschen Mitstreiter fehlen.

Keine deutsche Konkurrenz

Jonas Folger (Mühldorf am Inn) musste die MotoGP-Saison 2017 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden. Es folgten Auftritte als Test- und Ersatzfahrer. Nun strebt er in der Internationalen Deutschen Meisterschaft den Titel an. Stefan Bradl aus Zahling ist weiter Honda-Testfahrer, darf wegen der Corona-Regeln 2020 aber keine Gaststarts absolvieren.

Sandro Cortese aus Berkheim ist im zweiten Superbike-WM-Jahr, Philipp Öttl (Bad Reichenhall) startet in der Supersport-WM und Lukas Tulovic (Eberbach) in der Moto2-EM.

(jst mit dpa) | Stand: 17.07.2020, 08:15

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