Fall Semenya: Schweizer Bundesgericht kippt Aufhebung der Testosteron-Regel

Caster Semenya

Leichtathletik

Fall Semenya: Schweizer Bundesgericht kippt Aufhebung der Testosteron-Regel

Die zweimalige Olympiasiegerin Caster Semenya hat im Streit um die "Testosteron-Regel" des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF die wohl entscheidende juristische Niederlage erlitten.

Keine Ausnahme für Caster Semenya: Das Schweizer Bundesgericht hat die Aufhebung der umstrittenen Testosteron-Regel für die zweimalige Leichtathletik-Olympiasiegerin vorerst gekippt. Damit wird die Südafrikanerin bei der der WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) ihren Titel über 800 Meter nach derzeitigem Stand nicht verteidigen können. Das Schweizer Bundesgericht bestätigte am Dienstag (30.07.2019), dass die Regel auf den Strecken zwischen 400 m und der Meile bei den Frauen auch für Semenya wieder Bestand habe.

Semenya will "Kampf für die Menschenrechte" fortsetzen

Nach der Regel der IAAF dürfen Läuferinnen mit "Differences of Sex Development" (DSD) über diese Distanzen nur dann starten, wenn sie ihren erhöhten Testosteronspiegel durch die Einnahme von Medikamenten unter einen Grenzwert drücken.

"Das DSD-Reglement ist gegenüber Caster Semenya vorerst wieder anwendbar. Das Bundesgericht hebt seine superprovisorische Anordnung vom 31. Mai 2019 auf und weist nach Anhörung der Gegenpartei (Leichtathletik-Weltverband IAAF; d.Red.) das Gesuch von Caster Semenya um provisorische Nichtanwendung des DSD-Reglements bzw. aufschiebende Wirkung für ihre Beschwerde gegen den Entscheid des Internationalen Sportschiedsgerichts Cas ab", teilte das Bundesgericht mit. 

Streckenwechsel ausgeschlossen

Bereits Anfang Juli hatte Semenya angekündigt, bei der WM nur über ihre Paradestrecke 800 m an den Start zu gehen, und einen Streckenwechsel ausgeschlossen, sollte die Regel wieder eingesetzt werden. "Ich bin sehr enttäuscht, meinen hart erarbeiteten Titel nicht verteidigen zu können, aber das wird mich nicht davon abhalten, meinen Kampf für die Menschenrechte aller betroffenen Sportlerinnen fortzusetzen", ließ die Südafrikanerin über ihre Anwälte mitteilen.

Datenskandal - sensible Informationen zahlreicher Leichtathleten veröffentlicht Sportschau 24.02.2019 06:12 Min. Verfügbar bis 24.02.2099 Das Erste

dpa/sid | Stand: 30.07.2019, 20:04

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