Führung des russischen Leichtathletikverbandes tritt zurück

Füße von Läuferinnen auf Laufbahn

Leichtathletik

Führung des russischen Leichtathletikverbandes tritt zurück

Die Führung des russischen Leichtathletikverbandes ist im Zuge der neuen Sanktionen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zurückgetreten. Eine Arbeitsgruppe des Nationalen Olympischen Komitees übernehme nun die Verbandsarbeit, teilte der Verband RUSAF am Montagabend (03.02.2020) in Moskau mit.

Ziel sei es, die volle Mitgliedschaft in der Weltorganisation World Athletics wiederherzustellen. Russland sieht sich aktuell wegen Vorwürfen der Manipulation von Labordaten zu Dopingtests neuen Sanktionen ausgesetzt. "Die Krise in der russischen Leichtathletik dauert nun schon seit fünf Jahren an und für alle ist offensichtlich, dass sie hinausgezögert wurde", sagte der neue russische Sportminister Oleg Matyzin. "Die nächsten Aufgaben sind, notwendige zusätzliche Maßnahmen im Kampf gegen Doping zu ergreifen."

Auch die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA hatte immer wieder tiefgreifende Reformen in der Leichtathletik gefordert. Am 28. Februar soll laut RUSAF-Mitteilung ein neues Präsidium gewählt werden. Zuletzt gab es nach dem Rücktritt des Verbandschefs lediglich eine kommissarische Führung.

Sportministerium entzog die Zulassung

In der vergangenen Woche hatte das Sportministerium dem Leichtathletikverband wegen bisheriger Versäumnisse bereits die staatliche Zulassung entzogen. Die Integritätskommission von World Athletics (AIU) hatte zuvor den Ausschluss des russischen Verbandes empfohlen. Über einen Ausschluss entscheidet das AIU-Exekutivkomitee im März. RUSAF ist seit Bekanntwerden des flächendeckenden Dopings seit 2015 suspendiert.

Russland kämpft außerdem vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS gegen die neuen WADA-Sanktionen. Die WADA hatte unter anderem beschlossen, russische Sportler bei den Olympischen Spielen in Tokio und 2022 in Peking nicht unter russischer Flagge starten zu lassen.

Wada beantragt öffentliche Anhörung zu Russland-Doping

Die WADA forderte eine öffentliche Anhörung im Verfahren um Doping in Russland. Ein entsprechendes Schreiben hat die Wada nach Angaben vom Montagabend beim Internationalen Sportgerichtshof Cas im Schweizer Lausanne eingereicht. Wada-Direktor Oliver Niggli begründete den Antrag mit dem "großen Interesse rund um die Welt". Ein öffentliches Forum könne sicher stellen, "dass jeder das Verfahren versteht und die Argumente hört".

Bislang gab es erst zwei öffentliche Anhörungen beim Cas: Sie betrafen 1999 die niederländische Schwimmerin Michelle Smith de Bruin und im vergangenen Jahr den chinesischen Schwimmer Sun Yang.

dpa, red | Stand: 03.02.2020, 21:21

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