Doping - Russlands Leichtathletik bekommt mehr Zeit

Nikita Korotkov

Aufschub durch den Weltverband

Doping - Russlands Leichtathletik bekommt mehr Zeit

Der Leichtathletik-Weltverband World Athletics hat dem russischen Verband RUSAF im Bemühen um eine mögliche Wiederzulassung fünf Monate Aufschub gewährt.

Der ultimative Termin zur Vorlage eines detaillierten und angemessenen Plans sei nun der 1. März 2021, teilte World Athletics am Samstag (26.09.2020) mit. Ursprüngliche Deadline war der 30. September; die Russland-Taskforce habe dem Weltverband die Fristverlängerung vorgeschlagen.

Im November 2015 war RUSAF, maßgeblich bedingt durch Recherchen der ARD, wegen flächendeckenden Dopings in der russischen Leichtathletik erstmals suspendiert worden. Seitdem ist die Sperre mehr als ein dutzend Mal verlängert worden.

Geheimsache Doping - Im Schattenreich der Leichtathletik die story 10.08.2015 55:38 Min. UT Verfügbar bis 30.12.2099 WDR

Der von RUSAF bis Ende August vorgelegte Planentwurf sei zwar "besser als das, was vorher kam", befand die Taskforce und verwies insbesondere auf das "Eingeständnis einer Dopingkultur in der russischen Leichtathletik".

"Ernsthaft mangelhaft"

Dennoch sei der Plan "ernsthaft mangelhaft und erfülle die meisten Erfordernisse nicht", heißt es in der Erklärung. Dies liege nach Einschätzung der Taskforce aber nicht am mangelnden Willen des russischen Verbandes, sondern eher "an mangelndem Know-how und mangelnden Ressourcen". Wenn der Plan nicht bis zum 1. März 2021 vorliege, warnte World Athletics, werde das Council "erneut die Frage eines Ausschlusses von RUSAF in Betracht ziehen".

Erst Mitte August und mit Verspätung hatte Russland die wegen der Doping-Manipulationen verhängte Strafe von 6,31 Millionen US-Dollar bezahlt. Dies gehörte zu den von World Athletics verhängten Sanktionen. Bei Nicht-Zahlung hätte Russland der Ausschluss vom Weltverband gedroht.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte Russland wegen Manipulation von Dopingdaten für vier Jahre für Sommer- und Winterspiele gesperrt. Zugleich hatte sie die Tür zur Teilnahme für mutmaßlich unbelastete Sportler des Landes unter neutraler Fahne offen gelassen.

dpa | Stand: 26.09.2020, 12:37

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