Nike Oregon Project wird eingestellt

Alberto Salazar, Cheftrainer beim Nike Oregon Project

Nach Dopingskandal

Nike Oregon Project wird eingestellt

Der Sportartikelhersteller Nike wird das nach einem Dopingskandal um Cheftrainer Alberto Salazar in Verruf geratene Nike Oregon Project schließen. Bei dem Leichtathletikteam trainiert auch die deutsche Läuferin Konstanze Klosterhalfen.

Die Schließung erfolge als Reaktion auf die Sperre des Cheftrainers Alberto Salazar, wie der Konzern der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Der Vorstandsvorsitzende Mark Parker wurde zuvor in amerikanischen Medien aus einem internen Schreiben zitiert. Darin hieß es, dass in der Gruppe kein organisiertes Doping stattgefunden habe und dass auch keine Belege für die Benutzung leistungssteigernder Substanzen durch Athleten der Gruppe vorlägen. Aber: "Die anhaltenden unbegründeten Behauptungen lenken viele Athleten ab und beeinträchtigen ihre Fähigkeit, sich auf ihre Trainings- und Wettkampfbedürfnisse zu konzentrieren. Ich habe mich daher entschlossen, das Oregon Project abzuschließen", schrieb Parker demnach. "Wir werden all unseren Athleten bei diesem Übergang helfen."

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Ermittlungen gegen Cheftrainer Salazar liefen über Jahre

Gegen das Nike Oregon Project liefen seit Jahren Ermittlungen wegen Dopingverstößen. Am 1. Oktober wurde Cheftrainer Salazar für vier Jahre durch die amerikanische Anti-Doping-Agentur (USADA) gesperrt. Ebenso für vier Jahre wurde der Endokrinologe Jeffrey Brown, der zahlreiche Athleten Salazars behandelt hatte, von einem amerikanischen Schiedsgericht aus dem Verkehr gezogen.

"Bei ihrer Arbeit für das Nike Oregon Project haben Herr Salazar und Dr. Brown demonstriert, dass Gewinnen wichtiger war als die Gesundheit und das Wohlergehen der Athleten, denen sie ihren Schutz versprochen hatten", sagte USADA-Chef Travis Tygart in einer Mitteilung.

Die amerikanische Läuferin Kara Goucher warf Salazar vor, sie zur Einnahme des Schilddrüsenhormons Thyroxin gedrängt zu haben, das nicht auf der Dopingliste steht. Und nach Angaben von Trainer Steve Magness soll Salazar im Besitz von Testosteron gewesen sein. Salazar kündigte Berufung an, Nike-Chef Parker schrieb nun, ihn darin zu unterstützen.

Nike beendet Oregon Project Sportschau 11.10.2019 02:31 Min. Verfügbar bis 11.10.2020 Das Erste

Mehrere Weltstars und Klosterhalfen im Training

Zuletzt trainierte unter anderem die Niederländerin Sifan Hassan, die bei der WM in Doha Gold über 10.000 m gewann, bei Salazar. Auch der der Brite Mo Farah, der mehrfach olympisches Gold gewann, war ein Schützling des Trainers.

Nike beendet das umstrittene Oregon-Project

Sportschau 11.10.2019 01:05 Min. Verfügbar bis 11.10.2020 ARD Von NDR Reporter Hendrik Maaßen

Im Nike Oregon Project läuft zudem die deutsche Leichtathletin Konstanze Klosterhalfen, die bei der WM in Doha Bronze über 5.000 m gewann. Sie muss sich nun eine neue sportliche Heimat suchen. Die 22-Jährige gehörte dem Team offiziell seit April an und trainiert seit November 2018 in den USA. Seit ihrem Wechsel wird sie mit dem zweifelhaften Ruf Salazars konfrontiert. Sie betont stets, dass sie von Pete Julian betreut wird. Weder gegen Trainer Julian noch gegen Klosterhalfen wurden bislang irgendwelche Vorwürfe in Sachen Doping erhoben. Julian kam allerdings erst über Kontakte zu Salazar zum Nike Oregon Project.

Klosterhalfen verweist auf optimales und innovatives Training und beste Bedingungen für die Athleten: "Oregon war ein wichtiger Schritt, ein Glücksfall für mich." Ihr Management teilte nach der Sperre Salazars mit: "Für Konstanze ändert sich nichts, weil sie bei Pete Julian trainiert. Sie hat sich nichts zuschulden kommen lassen und wird es auch nicht tun. Sie lehnt Doping komplett ab. Nach der Saison werden wir uns aber zusammensetzen und das aufarbeiten." Der Deutsche Leichtathletik-Verband hatte während der WM angekündigt, das Gespräch mit Klosterhalfen zu suchen.

nch | Stand: 11.10.2019, 08:08

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