Diamond League: Klosterhalfen und Semenya trumpfen auf

Konstanze Klosterhalfen freut sich im Zieldurchlauf

Diamond League: Klosterhalfen und Semenya trumpfen auf

Konstanze Klosterhalfen hat den deutschen Rekord über 3.000 Meter in Stanford pulverisiert. Beim Diamond-League-Meeting sorgte außerdem Caster Semenya bei ihrem umstrittenen Start für Aufsehen.

Klosterhalfen verbesserte am Sonntag (30.06.2019/Ortszeit) ihren eigenen Rekord gleich um fast zehn Sekunden. Die 22 Jahre alte Leverkusenerin benötigte 8:20,07 Minuten.

Damit rannte Klosterhalfen in eine neue Dimension. Sie ist jetzt sechstschnellste Läuferin der Leichtathletik-Geschichte über die eher selten gelaufene Distanz von 3.000 Metern. Schneller waren nur vier Chinesinnen 1993 sowie in Stanford die aus Äthiopien stammende Niederländerin Sifan Hassan: Sie stellte als Siegerin in 8:18,49 Minuten sogar einen Europarekord auf. Klosterhalfens vorheriger Rekord von Birmingham 2017 stand bei 8:29,89 Minuten.

Klosterhalfen im umstrittenen Oregon-Projekt

Klosterhalfen trainiert seit dem vergangenen Jahr gemeinsam mit anderen Top-Athleten beim umstrittenen Oregon-Projekt unter Alberto Salazar. Das Projekt hat auch durch jahrelange Ermittlungen der Anti-Doping-Agentur der USA gegen Erfolgscoach Salazar für Aufsehen gesorgt. Dessen ehemalige Läuferin Kara Goucher wirft ihm vor, sie zur Einnahme verbotener Mittel genötigt zu haben. Klosterhalfens Trainer ist nun Salazars früherer Assistent Pete Julian.

Semenya unbeirrt

Caster Semenya

Caster Semenya

Doppel-Olympiasiegerin Caster Semenya fuhr unbeirrt vom Dauerstreit mit dem Leichtathletik- Weltverband um erhöhte Hormonwerte einen weiteren Sieg ein. Die 28 Jahre alte Südafrikanerin gewann das 800-Meter-Rennen in 1:55,70 Minuten. Semenya blieb damit auch im 31. Finale über zwei Stadionrunden seit September 2015 unbesiegt. Die zweitplatzierte US-Amerikanerin Ajee Wilson (1:58,36) hatte gut zweieinhalb Sekunden Rückstand.

Stanford war der erste Start Semenyas über 800 Meter seit Doha am 3. Mai. Am diesjährigen Schauplatz der WM (27. September bis 6. Oktober) hatte sie in 1:54,98 Minuten die weiter gültige Jahresweltbestzeit aufgestellt. Den Weltrekord über 800 Meter hält die Tschechin Jarmila Kratochvilova (1:53,28 Minuten) bereits seit Juli 1983 - es ist der älteste der Leichtathletik. Semenya wollte in Stanford ursprünglich die 3.000 Meter laufen, hatte sich dann aber für ihre Paradestrecke entschieden.

Gericht setzt IAAF-Regel außer Kraft

Im Streit um erhöhte Hormonwerte hatte sie am 31. Mai einen Teilerfolg errungen. Das Schweizerische Bundesgericht setzte die Regel des Leichtathletik-Weltverbands IAAF vorübergehend außer Kraft, in der Testosteron-Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen festgesetzt wurden. Damit darf die Südafrikanerin bis auf weiteres auch wieder auf Strecken zwischen 400 Metern und einer Meile (1.609 Meter) antreten.

Coleman läuft Weltjahresbestzeit über 100 Meter

Über die 100 Meter sorgte US-Sprinter Christian Coleman für Furore: Der 23-Jährige unterbot in 9,81 Sekunden seine eigene vor drei Wochen in Oslo aufgestellte Weltjahresbestzeit um vier Hundertstelsekunden. Der Weltrekord des achtmaligen Olympiasiegers Usain Bolt (Jamaika) steht bei 9,58 Sekunden. Colemans Landsmann Justin Gatlin wurde in 9,87 Zweiter vor dem Briten Zharnel Hughes in 9,97.

Thema in: Deutschlandfunk, Sport aktuell, 01.07.2019, 22.45 Uhr

Stand: 01.07.2019, 08:36

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