Christoph Harting fehlt im WM-Aufgebot der Leichtathleten

Christoph Harting

Leichtathletik-WM

Christoph Harting fehlt im WM-Aufgebot der Leichtathleten

39 Athleten hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) für die WM vom 27. September bis 6. Oktober in Doha/Katar nominiert. Diskus-Olympiasieger Christoph Harting fehlt auf der am Freitag (09.08.2019) veröffentlichten, vorläufigen Liste. Ein Denkzettel nach den herablassenden Äußerungen des 29-jährigen Berliners?

Die Nichtberücksichtigung Hartings erfolgte einen Tag nach einem Gespräch, das DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska nach dessen despektierlichen Aussagen bei den deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Berlin angekündigt hatte. "Es war ein sehr offener und kritischer Dialog, über deren Inhalt wir Vertraulichkeit vereinbart haben", sagte Gonschinska der Deutschen Presse-Agentur. Man werde weiter "eine enge Kommunikation" mit Athlet und Trainer pflegen und den Zeitraum bis zum Nominierungsschluss am 6. September für die WM nutzen. "Danach werden wir uns darstellen", so Gonschinska. Mit 66,01 Meter hat Harting die WM-Norm erfüllt. Im Diskuswerfen der Männer haben aber bisher nur der deutsche Meister Martin Wierig und David Wrobel (beide Magdeburg) zwei der drei WM-Startplätze erhalten.

Hartings Aussagen sorgten für Unmut

Mit seinen Äußerungen hatte Harting bei den nationalen Titelkämpfen für großen Unmut gesorgt. "Deutsche Meisterschaften sind immer der große letzte Nominierungswettkampf, wo der DLV sagt, ihr müsst hinfahren. Es ist die letzte Erpressungsmöglichkeit der deutschen Leichtathletik", hatte Harting kritisiert. Außerdem verunglimpfte er seine Rivalen und die Bedeutung eines Titelgewinns: "Es gibt wenig Unbedeutenderes als einen deutschen Meistertitel."

Mihambo führt deutsches Aufgebot an

Angeführt wird das bisherige Aufgebot von Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz), die mit 7,16 Metern die aktuelle Weltrangliste anführt, und Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen), die bei den deutschen Meisterschaften den deutschen Rekord über 5.000 Meter um 15 Sekunden auf 14:26,76 Minuten verbesserte. Auch Hindernis-Europameisterin Gesa Krause hat ein Ticket für die WM im Wüstenstaat Katar erhalten.

Gleich vier Medaillenanwärter kann der DLV im Speerwerfen bei der WM an den Start schicken. Weltmeister Johannes Vetter (Offenburg) hat als Titelverteidiger eine Wildcard. Hinzu kommen Olympiasieger Thomas Röhler (Jena), Andreas Hofmann (Mannheim) und Bernhard Seifert (SC Potsdam). Alle vier Werfer bringen Bestleistungen zwischen 89 und 95 Metern mit.

Sorgenkinder Przybylko und Storl

Es gibt beim DLV aber auch Sorgenkinder. Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko (Leverkusen) hat bisher die WM-Norm von 2,30 Meter noch nicht überquert. Auch der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl (Leipzig) hat die für Doha geforderten 20,70 Meter noch nicht übertroffen.

Robert Harting über seinen Bruder: "Wird sehr schwer" Sportschau 03.08.2019 01:30 Min. Verfügbar bis 03.08.2020 Das Erste

dpa | Stand: 09.08.2019, 17:19

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