Fall Mollaei - Judo-Weltverband straft Iran ab

Saeid Mollaei (weißer Anzug) kämpft gegen den Russen Khasan Khalmurzaev

Schutzsperre

Fall Mollaei - Judo-Weltverband straft Iran ab

Nach der politisch brisanten Flucht von Judoka Saeid Mollaei ist der iranische Judo-Verband mit einer Schutzsperre belegt worden - wegen des Verstoßes gegen die olympische Charta und den Ethikcode des Judo-Weltverbandes.

Das teilte der Weltverband am Mittwoch (18.09.2019) in Lausanne mit. Iran dürfe daher ab sofort nicht mehr an internationalen Wettkämpfen und allen weiteren Aktivitäten der International Judo Federation (IJF) teilnehmen

Der 27 Jahre alte Mollaei sollte bei der Weltmeisterschaft in Tokio Ende August auf Anweisung der iranischen Regierung im Halbfinale gegen den Belgier Matthias Casse nicht antreten, um einem möglichen Finale gegen den Israeli Sagi Muki aus dem Weg zu gehen. Der Judoka widersetzte sich jedoch dieser Anordnung, traute sich anschließend nicht in sein Heimatland zurück und floh Medienberichten zufolge nach Berlin. Dem Ex-Weltmeister und seiner Familie drohen im Iran Repressionen, bei Olympia 2020 könnte er unter anderer Flagge starten.

Judo - Mollaei: "Ich fühlte mich verloren" Mittagsmagazin 13.09.2019 02:22 Min. Verfügbar bis 13.09.2020 Das Erste

Gegen mehrere Statuten und Regeln verstoßen

Das Handeln des iranischen Verbands im Fall Mollaei habe gleich gegen mehrere Statuten und Regeln verstoßen, hieß es von der IJF. Die Schutzsperre gilt ab sofort, Irans Verband kann dagegen laut IJF Berufung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS einlegen.

Seit mehreren Jahrzehnten treten iranische Sportler nicht gegen israelische Kontrahenten an, weil der Iran Israel als Staat nicht anerkennt. Auch im Judo kam es in der Vergangenheit immer wieder zu plötzlichen Verletzungen oder anderen Vorkommnissen, damit Iraner ein Duell mit einem Israeli vermeiden konnten.

dpa | Stand: 18.09.2019, 12:35

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