THW Kiel demontiert Flensburg-Handewitt im Landesderby

THW-Torwart Landin entnervt Flensburg Verfügbar bis 25.10.2020

NDR-Sport

THW Kiel demontiert Flensburg-Handewitt im Landesderby

Von Hanno Bode

Die Handballer des THW Kiel haben das Derby gegen Flensburg gewonnen. An "Zebras"-Keeper Niklas Landin verzweifelte die SG.

Handball-Rekordmeister THW Kiel hat das 103. Landesderby gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 29:21 (12:10) für sich entschieden. Für die Gäste war es die erste Bundesliga-Pleite in dieser Serie.

Der THW war eine Woche nach dem 22:31-Desaster bei der HSG Wetzlar nicht wiederzuerkennen. Die gegen die Mittelhessen erschreckend fragile Deckung verrichtete gegen den Erzrivalen herausragende Arbeit. Der Mittelblock um Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Flensburgs Rückraum in den ersten 30 Minuten fast kein Faktor war. Und hinter der Kieler Abwehr wuchs Keeper Niklas Landin bei seinem ersten Saisoneinsatz über sich hinaus. "Er hat ein grandioses Spiel gemacht", lobte Coach Filip Jicha seinen Matchwinner im NDR Interview. "Wir können es ganz einfach auf den Punkt bringen und müssen das Spiel nicht ewig analysieren: Wir haben heute gegen Niklas Landin verloren", sagte Flensburgs Trainer Maik Machulla.

Für den erst vor knapp einem Monat am Meniskus operierten Dänen schlugen zur Pause zehn Paraden zu Buche, am Ende waren es gar 19. Zum Vergleich: Landins Gegenüber Torbjørn Bergerud konnte vor der Pause lediglich vier Schüsse entschärfen.

Kiel schlägt SG mit deren Waffen

Doch nicht nur der Norweger war im ersten Durchgang von seiner Bestform ein Stück weit entfernt. Insbesondere im Positionsangriff enttäuschten die Gäste vor 2.400 sehr lauten Zuschauern in der Ostseehalle. Immer wieder konnte der THW die SG-Spielzüge unterbinden und zu Tempogegenstößen ansetzen. Der Rekordchampion schlug die Flensburger mit deren eigenen Waffen. Nach 21 Minuten brachte Harald Reinkind die "Zebras" erstmals mit vier Toren in Front (10:6.). Wenig bis nichts deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass die bis dahin im Angriff phlegmatisch auftretenden Gäste der Partie eine Wende geben könnten. Immerhin konnte das Machulla-Team in Überzahl - Pekeler brummte eine Zweiminuten-Strafe ab - den Rückstand bis zur Halbzeit auf zwei Treffer verkürzen.

THW macht mit 7:0-Lauf alles klar

Die Flensburger Hoffnung auf einen Derby-Sieg lebte also vor Beginn des zweiten Abschnitts. Doch sie löste sich sehr schnell nach Wiederbeginn auf. Denn mit einem 7:0-Lauf in sieben Minuten zum 17:10 legte der THW den Grundstein für den Erfolg, zu dem auch Sander Sagosen seinen Teil beitrug. Der vielleicht derzeit beste Handballspieler der Welt feierte zwei Wochen nach seinem Muskelfaserriss ebenso überraschend wie Landin sein Comeback. Die Kieler hatten mit Ausnahme von Nikola Bilyk (Kreuzbandriss) also alles auf der Platte, was Rang und Namen hat, während bei der SG Johannes Golla, Jacob Heinl und Lasse Möller fehlten. Ausfälle, die das Machulla-Team drei Tage nach der kräftezehrenden Champions-League-Partie in Skopje nicht kompensieren konnte.

Jicha: "Haben es gut gemacht"

Der THW, dessen für den vergangenen Mittwoch angesetztes Königsklassen-Spiel gegen Zaporozhye wegen Corona-Fällen beim Gegner verlegt wurde, wirkte mental und körperlich frischer als sein Kontrahent. Als Bundesliga-Topschütze Niclas Ekberg in der 54. Minuten einen Gegenstoß zum 26:18 verwandelte, war die Entscheidung endgültig gefallen. "Nach dem Auftritt in Wetzlar habe ich gewusst, dass die Mannschaft zurückkommt. Aber natürlich konnte ich nicht erwarten, dass wir einen Heimsieg in dieser Höhe einfahren werden. Wir haben das heute gut gemacht", sagte Jicha dem NDR.

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 18.10.2020 | 13:25 Uhr

NDR | Stand: 18.10.2020, 21:41

Darstellung: