Derby THW Kiel - Flensburg-Handewitt jetzt live

NDR-Sport

Derby THW Kiel - Flensburg-Handewitt jetzt live

Es geht um Punkte und ums Prestige: Die 103. Auflage des traditionsreichen Handball-Duells jetzt live.

Wenn heute um 13.40 Uhr das Topspiel der Handball-Bundesliga angeworfen wird, ist die Kieler Arena zwar ausverkauft, aber es dürfen aufgrund des Hygiene-Konzeptes nur 2.400 Zuschauer eingelassen werden. "Man wird sich mental darauf vorbereiten müssen, dass auf den Rängen keine übliche Derby-Stimmung herrschen wird", sagte SG-Kapitän Lasse Svan. "Ich bin mir aber sicher, dass unter uns Spielern das richtige Derby-Feeling aufkommen wird." THW-Nationalspieler Steffen Weinhold zweifelt nicht am Rückenwind durch das Publikum: "Es macht einen Riesen-Unterschied, ob man ohne Zuschauer, vor 1.000, 1.500 oder eben wie jetzt am Sonntag vor 2.400 Fans spielt. Von ihnen bekommen wir eine große Energie, die wir als Mannschaft brauchen."

Verletzungssorgen bei Flensburg

Ungewöhnlich ist, dass beide Nordrivalen mit einer Niederläge im Gepäck in das Duell gehen werden. Die Flensburger sind zwar als einziges Team in der Bundesliga noch verlustpunktfrei, können aber nicht mit breiter Brust nach Kiel fahren, weil sie in Skopje einen unglücklichen Donnerstagabend erlebten. Sie kassierten nicht nur die erste Saison-Niederlage, sondern mussten im Laufe der zweiten Hälfte drei Ausfälle kompensieren. Die Rückraumspieler Mads Mensah und Göran Johannessen klagten über Blessuren, Torwart Torbjörn Bergerud traf ein Ball mit voller Wucht an den Kopf. Johannes Golla (Mittelfußbruch), Jacob Heinl (Innenbandriss) und Lasse Möller (Handverletzung) fehlten ohnehin.

Angesichts dieser personellen Lage wären dem SG-Lager sicherlich mehr als nur zwei spielfreie Tage willkommen gewesen. "Wir sind den Rhythmus gewöhnt, daher können wir damit umgehen", übte sich SG-Trainer Maik Machulla in Zuversicht. "Wir müssen daran arbeiten, dass wir besser und aggressiver in ein Spiel hineinkommen als in Skopje."

Torwart Landin wieder im THW-Kader

Unter größerem Erfolgsdruck dürften die "Zebras" stehen, deren Champions-League-Partie gegen Saporoschje verlegt wurde: Nach der saftlosen Vorstellung in Wetzlar (22:31) wären zwei weitere Minuspunkte zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison sicherlich ein Rückschlag im Kampf um die Titelverteidigung. Kreisläufer Patrick Wiencek gestand: "Wetzlar hängt mir immer noch in den Knochen. Vielleicht ist dieses Erlebnis aber auch gut für uns, weil wir wissen, dass wir alles besser machen müssen." Trainer Filip Jicha hatte keine Motivationsprobleme: "Ich muss gar nicht viel machen, denn meine Spieler wissen, was sie sich angetan haben."

Gegen Flensburg scheint sich zumindest die THW-Bank wieder zu füllen. Definitiv fehlen wird nur Rückraumass Nikola Bilyk (Kreuzbandriss). Dagegen soll Niklas Landin (Knie-OP) als dritter Torwart nominiert werden - neben Dario Quenstedt und dem 42-jährigen Mattias Andersson. Der Routinier half in den vergangenen Wochen aus, hatte aber eigentlich im Juni 2018 seine Karriere beendet - mit einer Meisterschaft für Flensburg.

Mit oder ohne Sagosen?

Ob der Top-Neuzugang Sander Sagosen zum Einsatz kommen kann? Der Norweger dürfte noch an einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel laborieren. "Ich habe ihm natürlich gute Besserung gewünscht", sagte sein Flensburger Landsmann Magnus Röd. "Aber für uns ist es sicherlich kein Nachteil, wenn so ein Weltklasse-Handballer fehlen würde." SG-Coach Machulla sieht es etwas anders: "Ohne Sagosen ist der THW so stark wie in der letzten Saison, als er bei Abbruch an der Spitze stand." Beim Super Cup vor wenigen Wochen war Sagosen in jedem Fall eine der prägenden Figuren auf dem Spielfeld. Der THW siegte mit 28:24. Mit exakt dem gleichen Ergebnis trennten sich die beiden Rivalen im September 2019 in Kiel.

Szilagyi: "Ein Derby ist nie Alltag"

Damals dachte noch niemand an ein Coronavirus, das auch im Handball-Business viel durcheinanderwirbelt. "Es ist eine besondere Situation aufgrund der Corona-Thematik", meint Machulla. "Sportlich ist die Liga ausgeglichener. Es gibt viele Ergebnisse, mit denen man nicht rechnet." Eine Gesetzmäßigkeit bleibt laut THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi aber erhalten: "Ein Derby ist nie Alltag. Tabellensituation, Phase der Saison oder andere Gegebenheiten sind egal, wenn diese beiden Teams aufeinandertreffen. Das war vor Corona so, und das wird immer so bleiben."

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 18.10.2020 | 13:25 Uhr

NDR | Stand: 18.10.2020, 13:57

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