Flensburg-Handewitt verhindert in letzter Sekunde Niederlage

Franz Semper von der SG Flensburg-Handewitt bejubelt seinen Ausgleichstreffer zum 29:29 im Champions-League-Spiel gegen Brest

NDR-Sport

Flensburg-Handewitt verhindert in letzter Sekunde Niederlage

Von Hanno Bode

In der Handball-Champions-League kam der Bundesligist nach dramatischer Schlussphase zu einem 29:29 gegen Brest.

Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt hat nach 18-tägiger Spielpause in der Champions League eine Pleite knapp verhindert. Der Ausgleich zum 29:29 (13:11)-Endstand gegen den HC Brest fiel in der Schlusssekunde.

Das Team von Coach Maik Machulla verpasste es durch das Remis, zumindest vorübergehend die Tabellenführung in der Gruppe A zu übernehmen. "Wir hatten ganz, ganz viele Möglichkeiten, den Sack zuzumachen. Wir lassen Brest 60 Minuten am Leben, weil wir einfach nicht konsequent genug sind - weder in der Abwehr noch im Angriff. Wir haben die ganze Zeit geführt, wenn wir das Spiel verloren hätten, wäre das Wahnsinn gewesen. Am Ende sollten wir aber froh sein, dass wir noch einen Punkt holen", sagte Machulla dem NDR.

Gegen den weißrussischen Champion, für den es die erste Begegnung nach 27 Tagen war, blieb beim deutschen Vizemeister zunächst vieles Stückwerk. Einzelaktionen prägten in der Anfangsphase das Geschehen in der wegen der Coronavirus-Pandemie nahezu menschenleeren Campushalle. Dass Mittelmann Jim Gottfridsson nach einem Foul früh mit Oberschenkelproblemen ausscheiden musste, war ein großer Verlust für die Hausherren. Der Spielwitz und die Wurfkraft des Schweden fehlte ihnen fortan.

Keeper Bergerud überragend

Ohne Gottfridsson, aber dafür mit einem Keeper Torbjørn Bergerud in Bestform erkämpfte sich die SG eine Zwei-Tore-Halbzeitführung. Die Paraden des Norwegers sowie das Tempogegenstoß-Spiel waren dafür ausschlaggebend. Insbesondere Bergeruds Landsmann Magnus Jøndal wusste im ersten Abschnitt zu gefallen. Der Linksaußen traf in den ersten 30 Minuten viermal. Auch Franz Semper, der von der Bank kam, übernahm viel Verantwortung.

Zu mehr als einer Zwei-Tore-Führung reichte es für die Machulla-Equipe vor der Halbzeit allerdings nicht. Zum einen, weil sie zu unkonstant agierte. Zum anderen war das variable Angriffsspiel der Weißrussen schwer zu entschlüsseln. Nur gut für die Flensburger, dass Bergerud einige freie Würfe der Gäste hielt.

SG Flensburg-Handewitt - HC Brest 29:29 (13:11)

Tore SG Flensburg-Handewitt: Steinhauser (7), Sogard Johannessen (7), Semper (6), Joendal (5), Mensah Larsen (3), Sikosek Pelko (1)
HC Brest: Baranau (7), Panic (7), Vranjes (4), Shumak (4), Vailupau (3), Schkurinskiy (3), Jurynok (1)
Zuschauer: -

Semper rettet einen Punkt

Auch nach der Halbzeit leisteten die Osteuropäer, die Ende September das Starensemble von Paris Saint-Germain mit 32:31 bezwungen hatten, erbittert Widerstand. Auch ein zwischenzeitlicher Drei-Tore-Rückstand (17:20/40.) brachte das Team des ehemaligen Bundesliga-Profis Raúl Alonso (THW Kiel) nicht aus der Ruhe. Maksim Baranau brachte Brest rund zwei Minuten vor Ultimo mit einem verwandelten Siebenmeter erstmals im zweiten Durchgang in Front (28:27). Kurz darauf musste Andrei Yurynok auf die Strafbank, sodass die SG die Partie in Überzahl zu Ende spielen konnte. Marius Steinhauser glich daraufhin aus.

Alonso nahm beim vermeintlich letzten Angriff seiner Mannschaft den Torhüter von der Platte und brachte dafür einen sechsten Feldspieler.

Mit Erfolg. Die Weißrussen erhielten einen Siebenmeter, den Baranau verwandelte. Die Entscheidung? Mitnichten! in allerletzter Sekunde rettete Semper mit seinem sechsten Treffer Flensburg noch einen Zähler. "Am Ende ist es egal, wer das Tor macht. Die Hauptsache ist, dass wir das Spiel am Ende noch einmal gedreht haben", sagte der 23-Jährige dem NDR.

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 18.11.2020 | 23:03 Uhr

NDR | Stand: 19.11.2020, 08:12

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