Handball - Deutsche Frauen verlieren letzten WM-Test

Alina Grijseels setzt sich gegen Ema Ramusovic und Milena Raicevic (Montenegro) durch

Vor der Handball-WM

Handball - Deutsche Frauen verlieren letzten WM-Test

Dämpfer vor dem Abflug: Die deutschen Handballerinnen haben ihre WM-Generalprobe verpatzt und vor dem Turnier in Japan noch viel Arbeit vor sich.

Die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener unterlag Montenegro im letzten Härtetest in Stuttgart mit 29:33 (16:17). Neun Tage vor dem Turnierauftakt gegen Brasilien zeigte das junge Team eine zerfahrene Vorstellung. "Man hat gesehen, dass wir noch viel Luft nach oben haben", sagte Kim Naidzinavicius.

Die 28-Jährige kam am Donnerstag (21.11.2019) vor 1.847 Zuschauern ebenso wie Shenia Minevskaja und Alina Grijseels auf fünf Treffer und war somit beste Werferin der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). Am Freitagabend wird die Mannschaft in Richtung Japan aufbrechen. Am 30. November startet in Yamaga mit dem Spiel gegen den Panamerikameister das Turnier.

Zeit der Experimente vorbei

Die Zeit der Experimente war vorbei - und daher setzte der Nationalcoach überraschend auf eine etablierte Startformation um das Rückraum-Trio Kim Naidzinavicius, Emily Bölk und Alicia Stolle. Sein Fokus lag vor allem auf der Deckung: "Wir wollen die Abwehr stabilisieren - das ist Grundlage für ein erfolgreiches Abschneiden bei der WM", hatte der 59-Jährige vor der Partie gesagt.

Das funktionierte zu Beginn mäßig. Nach verschlafenem Start fand Deutschland mühsam in die Begegnung und leistete sich in der Offensive aufgrund ungenauer Zuspiele und vorschneller Abschlüsse viele Ballverluste. Im Tor hielt die Bietigheimerin Dinah Eckerle das Ergebnis knapp. Nach gespielten 20 Minuten erarbeiteten sich die Gäste dennoch einen leichten Vorsprung - 8:11.

Zu viele leichte Gegentore

Montenegro, Europameister von 2012, stellte zunächst eine sehr stabile Abwehr. Das gelang Deutschland nicht. Immer wieder kassierte die DHB-Auswahl leichte Gegentore aus dem Rückraum. Groener wechselte nach seiner ersten Auszeit (21. Minute) personell fast komplett durch. Offensiv blieben aber gerade über die Außenpositionen zu viele Versuche ungenutzt.

Kurz nach Wiederbeginn kam Deutschland trotz doppelter Unterzahl besser aus der Kabine und erkämpfte sich ein leichtes Übergewicht. Auch vor dem eigenen Tor, wo der Innenblock energischer zugriff, holte das Groener-Team nun mehr Bälle. Die Folge: Die coole Minevskaja verwandelte vom Siebenmeterstrich zur Zwei-Tore-Führung (20:18, 39.). Das Spiel kippte aber keineswegs in eine Richtung, weil Montenegro bis in die spannende Schlussphase stets giftig und gefährlich blieb.

sid | Stand: 21.11.2019, 20:52

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