Handball-WM: Frankreichs Frauen werden hoch gewettet

Estelle Nze-Minko

Weltturnier in Japan

Handball-WM: Frankreichs Frauen werden hoch gewettet

Als aktuelle Europameisterinnen werden sie in Japan ganz vorn erwartet: Frankreichs Handball-Frauen gehen als Top-Favoritinnen ins WM-Turnier. Doch Vorsicht: Die größte Hürde wartet schon in der Vorrunde.

Eigentlich könnten die französischen Handball-Frauen ganz entspannt ins anstehende WM-Turnier in Japan gehen. Schließlich sind sie als aktuelle Europameisterinnen schon für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 qualifiziert. Und um genau jene Qualifikation geht es den meisten der teilnehmenden Teams, wenn man sich so umhört.

Doch zu denken, die Französinnen gingen das Weltturnier nur mit halber Kraft an, wäre wohl ein großer Fehler. Das Team der Überfliegerinnen wird mit aller zur Verfügung stehenden personellen Power in Japan antreten - 14 der 16 Spielerinnen, die 2018 den EM-Titel gewannen, werden auch in Japan am Start sein. "Wir freuen uns immer sehr über ein Wiedersehen. Und ich denke nicht, dass es eine gute Vorbereitung auf die Olympischen Spiele wäre, die WM auszulassen", sagt Linksaußen Manon Houette.

"Die Mädchen wollen Gold"

Die einzigen beiden, die nicht dabei sind, sind Laura Glauser, die sich das Kreuzband gerissen hat, sowie Siraba Dembele-Pavlovic, die ein Baby erwartet. Dafür warten Jungstars wie die in Ungarn spielende Rückraumschützin Estelle Nze-Minko und Meline Nocandy (Metz) auf ihren internationalen Durchbruch. "Die Mädchen wollen Gold", sagt Erfolgstrainer Olivier Krumbholz, der allerdings allzu hohen Erwartungen entgegentritt: "Ich wäre schon mit dem Erreichen des Halbfinales sehr zufrieden."

Die größte Hürde hat der französische Nationalcoach ohnehin schon gleich zu Beginn des Turniers ausgemacht. "Die Vorrunde wird extrem hart. Wir dürfen uns keinerlei Schwäche leisten, sonst sind wir am Ende schon nach den Gruppenspielen ausgeschieden", fürchtet Krumbholz.

Mit Deutschland in "Todesgruppe B"

Was er meint: Mit Dänemark, Brasilien, Südkorea, Australien und dem deutschen Team ist Frankreich in Vorrundengruppe B in eine Art "Todesgruppe" gelost worden. "Nur drei dieser sechs Teams werden weiterkommen. Es wird mindestens zwei Favoriten treffen, die früher ausscheiden, als sie peplant haben", sagt Krumbholz.

Neben den Däninnen, die den WM-Titel 1997 das bislang letzte Mal gewinnen konnten, zählen vor allem Norwegen und Russland zu den größten Konkurrentinnen der Französinnen um den Titel. Die Russinnen verloren im Vorjahr das EM-Finale gegen Frankreich nur hauchdünn, Rekord-Europameister Norwegen ist traditionell bei den Topteams eingereiht. Außenseiterchancen werden auch den Niederlanden, EM-Dritter 2018, und Rumänien zugerechnet. Deutschland taucht in dieser Riege nicht auf. Das Team muss sich eher mit der Rolle eines Geheimfavoriten zufriedengeben.

Stand: 28.11.2019, 15:46

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