Handball-Torwart Dario Quenstedt auf dem Sprung

Dario Quenstedt

Handball-Länderspiele gegen Kroatien

Handball-Torwart Dario Quenstedt auf dem Sprung

Dario Quenstedt ist der Senkrechtstarter im deutschen Tor. In den Länderspielen gegen Kroatien will der Kieler Stammkeeper Silvio Heinevetter das EM-Ticket streitig machen.

Manchmal hilft ein Ortswechsel. Jahrelang brachte Dario Quenstedt im Tor des SC Magdeburg seine Leistungen, doch irgendwie flog er dort unter dem Radar - jedenfalls was die Handball-Nationalmannschaft angeht. 13 Länderspiele hat er seit seinem Debüt im Jahr 2012 gemacht - nicht gerade viele.

Seit seinem Wechsel zum THW Kiel im Sommer ist das anders. Plötzlich steht der 30-Jährige ganz oben auf dem Zettel des Bundestrainers Christian Prokop. "Für Dario hat sich der Wechsel sehr gelohnt", sagte Prokop: "Er hatte viele Spiele, wo er als Nummer zwei reinkam und sofort Leistung gebracht hat."

Erstaunlich viele Spielanteile in Kiel

Gemeinsam mit dem dänischen Weltmeister und Olympiasieger Niklas Landin bildet Quenstedt das Torhüterduo bei den "Zebras" und hat erstaunlich viele Spielanteile. Die Zahlen sprechen für sich. Der THW hat in dieser Saison bisher die wenigsten  Gegentreffer erzielt.

In den Länderspielen gegen den zweimaligen Olympiasieger Kroatien am Mittwoch (23.10.2019) in Zagreb und am Samstag in Hannover darf Quenstedt sich nun im Nationaltrikot beweisen. Sollte er Prokop überzeugen, steigen seine Chancen, als deutsche Nummer zwei im Tor mit zur Europameisterschaft 2020 zu fahren.

"Möglichkeit, mich zu zeigen"

Deshalb war er auch bester Laune, als er zusammen mit Kapitän Uwe Gensheimer und Co. den Flieger in Richtung Zagreb bestieg. "Ich freue mich sehr auf die Woche, speziell auf die beiden Länderspiele als Highlight", sagte Quenstedt. Er fühle sich "topfit und sehr gut".

Der Kampf ums deutsche Tor sorgt beim letzten Nationalmannschaftslehrgang des Jahres für die größte Spannung. Europameister Andreas Wolff dürfte für die EM im Januar gesetzt sein. Um den Platz an dessen Seite kämpfen Routinier Heinevetter (192 Länderspiele) und eben Senkrechtstarter Quenstedt. "Mit der Nominierung habe ich die Möglichkeit, mich zu zeigen", sagte Quenstedt: "Es kommt jetzt darauf an, das Vertrauen des Bundestrainers mit einer entsprechenden Leistung zu würdigen."

Späte Genugtuung

Für ihn ist die Berufung eine späte Genugtuung. Einige in der Branche hatten den Junioren-Weltmeister von 2009 schon als ewiges Talent abgestempelt, das 2012 zwar sein erstes Länderspiel absolvierte, es danach aber nie ganz in die erste Reihe schaffte. Bis zum Wechsel von Magdeburg nach Kiel. "Diese Nominierung zeigt mir, dass der eingeschlagene Weg raus aus der Komfortzone und der Wechsel nach Kiel und die damit neu gesteckten Ziele richtig waren", sagt Quenstedt.

Heinevetter noch im Rennen

Obwohl er erst 13 Länderspiele absolviert hat, ist die EM plötzlich zum Greifen nah. Seine Chance muss Quenstedt allerdings auch nutzen. Prokop betont immer wieder, dass der EM-Zug für Heinevetter, der mit Unterbrechungen seit 2006 quasi zum Inventar der Nationalmannschaft zählt, noch nicht abgefahren sei. "Alles ist immer möglich. Wir haben vier Torhüter, die in der engeren Auswahl für Turniere stehen", sagte Prokop. Die Türe stehe "in beide Richtungen weiterhin offen".

sid/dpa | Stand: 22.10.2019, 10:45

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