Handball-EM - Deutsche Frauen starten mit Sieg

Deutschlands Julia Maidhof (m) wirft, die Rumäninnen Cristina Neagu (l) und Cristina Laslo versuchen, sie zu stoppen

Deutschland - Rumänien 22:19

Handball-EM - Deutsche Frauen starten mit Sieg

Die deutschen Handballerinnen sind unbeeindruckt von den Corona-Diskussionen im Vorfeld erfolgreich in die EM in Dänemark gestartet - mit einem hart erkämpften Sieg gegen Rumänien.

Die DHB-Auswahl setzte sich am Donnerstag (04.12.2020) mit 22:19 (13:10) durch und machte damit den ersten Schritt in Richtung Hauptrunde.

"Ich freue mich riesig über die Leistung der Mannschaft. Unter den aktuellen Bedingungen ist das eine tolle Sache, dass wir erfolgreich gestartet sind", lobte Co-Trainer Alexander Koke. "Das war unser Ziel. So kann es weitergehen." Wann Bundestrainer Henk Groener nach seiner COVID-19-Erkrankung zum deutschen Team stößt, ist weiterhin offen.

Die Austragung der Partie gegen Rumänien hatte auf der Kippe gestanden, nachdem bei den Rumäninnen am Dienstag (01.12.2020) ein Coronafall aufgetreten war.

Naidzinavicius, Bölk und Maidhof treffen viermal

Kapitänin Kim Naidzinavicius sowie Emily Bölk und Julia Maidhof waren in Kolding mit je vier Treffern die beste Werferin für das DHB-Team. "Wir sind alle happy. Wir waren richtig heiß auf das Spiel", sagte Rückraum-Spielerin Bölk, die zur besten Spielerin der Partie gekürt wurde.

Bereits am Samstag (05.12.2020) wartet das zweite Spiel in Gruppe D gegen Mitfavorit Norwegen. Der Abschluss der Vorrunde erfolgt am Montag gegen Außenseiter Polen.

Zu Beginn hellwach

Die deutsche Mannschaft, die seit der EM 2016 kein Auftaktspiel bei einem Großereignis verloren hat, war zu Beginn hellwach und erwischte einen Start nach Maß. Nach gut zwölf Minuten lag das Team mit 8:2 vorn. Die Abwehr stand in dieser Phase hervorragend und nahm die viermalige Welt-Handballerin Cristina Neagu fast völlig aus dem Spiel. Und vorne war fast jeder Wurf drin.

Doch wie so oft in der Vergangenheit konnte die DHB-Auswahl das hohe Niveau nicht halten. Fast sieben Minuten lang gelang in der Folge kein Tor, so dass der durch mehrere Ausfälle gehandicapte EM-Vierte von 2018 mit einem 4:0-Lauf auf 6:8 verkürzen konnte. "Wir haben da ein Stück weit die Aggressivität und den Fokus verloren", monierte Koke.

Vorsprung aufgebraucht

Nach Wiederbeginn schlichen sich erneut Fehler im deutschen Spiel ein. Nach 36 Minuten war der Vorsprung beim 14:14 erstmals aufgebraucht. Deutschland zeigte nun Nerven - zwei vergebene Siebenmeter und viele Fehlpässe waren Beleg dafür.

Doch dann ging ein Ruck durch das Team, das sich von der Schwächephase nicht aus dem Tritt bringen ließ. Beim 19:16 (46.) war das Drei-Tore-Polster wieder hergestellt. Das lag vor allem an der starken Abwehr mit einer guten Torhüterin Dinah Eckerle dahinter. In der hektischen Schlussphase ließ sich das DHB-Team den Sieg nicht mehr nehmen. "Wir hätten schon früher alles klar machen können, aber am Ende zählt nur der Sieg", sagte Bölk.

dpa/sid | Stand: 03.12.2020, 19:47

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