DHB-Frauen - großer Kader soll Sicherheit geben

Henk Groener bereitet die DHB-Frauen auf die EM im Dezember vor

Erstes Spiel nach neun Monaten Pause

DHB-Frauen - großer Kader soll Sicherheit geben

Von Maike Elger

Neun Monate lang konnten sich die deutschen Handballerinnen nicht treffen. Zwei Monate bleiben ihnen, um sich auf die Europameisterschaft in Norwegen im Dezember vorzubereiten. Und das mit großer Ungewissheit.

24 Spielerinnen - mehr als gewöhnlich - hat Bundestrainer Henk Groener zum Nationalmannschaftslehrgang der DHB-Frauen in Freren (28.9.-4.10.) und die beiden Testspiele gegen die Niederlade (1.10. und 3.10.) eingeladen. Es gilt, alle Kräfte zu mobilisieren für die anstehende Europameisterschaft im Dezember in Norwegen.

Und bereits der erste Lehrgang zeigt: Ein großer Kader ist derzeit wichtiger denn je. Es genügt nicht, sich auf die Stammkräfte zu verlassen. Da zum Beispiel im Verein FTC Budapest von Emily Bölk und Julia Behnke Coronafälle aufgetreten sind, konnten die beiden Schlüsselspielerinnen nicht zum Lehrgang anreisen. Bölk befindet sich in Quarantäne, ob Behnke noch nachträglich anreisen kann, bleibt fraglich.

Gewappnet bei Ausfällen

Dass der Bundestrainer möglichst viele Spielerinnen in der EM-Vorbereitung an Bord haben will, hat einen logischen Grund: "Ich konnte wegen des Abbruchs niemanden spielen sehen. Ich will wissen, wie sich alle entwickelt haben. So kann ich einschätzen, wer aus dem größeren Kader in Frage kommt, für den Fall, dass Spielerinnen während der EM ausfallen."

Infektionen könnten vor und während der EM dazu führen, dass Spielerinnen für die Nationalmannschaft nicht zur Verfügung stehen. Aber auch die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen ist gestiegen. "Wegen der langen Pause gibt es in meinem Umfeld mehr muskuläre Probleme als zuvor“, erklärt Abwehrchefin Kim Naidzinavicius. Zwar trainieren die Spielerinnen und arbeiten individuell an ihrer Athletik, die handballspezifische Belastung jedoch fehlt.

Alle werden spielen

"Jede Spielerin wird bei diesem Lehrgang mindestens ein Spiel spielen“, verspricht Groener. Standortbestimmung und Optionen abwägen ist die Devise für diesen Lehrgang. Die Spielerinnen sollen sich einspielen, die Ergebnisse der Spiele gegen die Niederländerinnen seien zweitrangig. Erst den Lehrgang Ende November in Norwegen will Groener nutzen, um die Stammmannschaft einzuspielen.

Nicht nur in den eigenen Reihen bereitet man sich auf mögliche Ausfälle vor. "Ausfälle und neue Gesichter wird es auch bei den Gegnern geben", weiß Groener. Denn im Ausland bereitet Corona den Handballteams noch größere Probleme. In der ungarischen Liga konnten mehrere Partien nicht ausgetragen werden. Einige Test-Länderspiele wurden kurzfristig abgesagt, wie auch das der deutschen Juniorinnen.

Der Weltmeister als erster Test nach der Pause

Nach neun Monaten Nationalmannschafts-Zwangspause wartet nun der aktuelle Weltmeister. Keine leichte Aufgabe zum Auftakt. Doch Naidzinavicius ist sich sicher: "Wir können jede Mannschaft schlagen, es fehlt nur noch etwas Kontinuität, dauerhaft das hohe Niveau beizubehalten." Wie viel Kontinuität in Zeiten von Corona möglich ist, wird vermutlich erst die Europameisterschaft zeigen.

Stand: 30.09.2020, 19:35

Darstellung: