Handball-Bundesliga stimmt über Abbruch ab

Hannovers Evgeni Pevnov (l.) und Magdeburgs Christian O'Sullivan kämpfen um den Ball

Votum der Vereine gefordert

Handball-Bundesliga stimmt über Abbruch ab

Die Entscheidung über einen Abbruch der Bundesliga-Saison im Handball wird in den nächsten Tagen gefällt. Die Klubs sollen ein Votum abgeben. Das Final4-Turnier der Champions League wird in den Dezember verlegt.

Wie Handball-Bundesliga-Geschäftsführer Frank Bohmann mitteilte, beschloss die Liga am Donnerstag (16.04.2020) in einer Telefonkonferenz ein "Umlaufverfahren über die Fortsetzung der Saison". Alle Bundesligisten sollen auf diesem Wege schriftlich über Abbruch oder Fortsetzung bis Anfang kommender Woche votieren, so Bohmann. Für eine Entscheidung brauche es eine Zweidrittelmehrheit.

Unterdessen sei auch über Alternativmodelle für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs gesprochen worden, Bohmann könne jenen jedoch "jetzt nicht vorgreifen", sagte er. Derweil liebäugelte Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin, mit einer Fortsetzung. "Ich bin persönlich ein Freund des Weiterspielens und sehe die Möglichkeit eines Vorschlages, den ich heute eingereicht habe", sagte er.

Bohrmann gibt sich zurückhaltend

Bohmann gab sich zurückhaltender: "Grundsätzlich sehe ich es als viel besser an, wenn es eine sportliche Entscheidung geben würde und tatsächlich zuende gespielt werden könnte, aber da müssen wir uns auch einfach den Wirklichkeiten stellen", sagte er.

Wie die Saison im Falle eines Abbruchs gewertet würde, konnte Bohmann noch nicht sagen. Hanning sprach derweil im Falle eines Saisonabbruchs von einer Entscheidung innerhalb des Ligapräsidiums.

Final4 kurz vor dem Jahreswechsel

Das Final-Turnier der Handball-Champions-League in Köln soll erst kurz vor dem Jahreswechsel stattfinden. Die EHF hat den 28. und 29. Dezember als Termin für das "Final4" im wichtigsten Europapokal festgesetzt. Ursprünglich hätten Halbfinale und Endspiel am 30./31. Mai steigen sollen, der erste angesetzte Nachholtermin am 22./23. August war wegen der Entwicklungen der Corona-Pandemie hinfällig geworden.

"Aus der Sicht des europäischen Vereins-Handballs gab es einen gemeinsamen Willen, das Final4 im Jahr 2020 auszutragen. Und diese Meinung wurde von den Vertretern der Klubs in einem Austausch unterstützt", sagte EHF-Präsident Michael Wiederer.

In der laufenden Saison der Champions League sind noch zwei deutsche Vertreter im Rennen. Der THW Kiel hatte sich direkt für das Viertelfinale qualifiziert, die SG Flensburg-Handewitt steht im Achtelfinale.

sid/dpa | Stand: 16.04.2020, 14:12

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