Gudjon Valur Sigurdsson - ein "Ewiger" hört auf

Gudjon Valur Sigurdsson feuert sein Team an

Karriereende

Gudjon Valur Sigurdsson - ein "Ewiger" hört auf

Von Robin Tillenburg

Der Isländer Gudjon Valur Sigurdsson hat nach 25 Jahren seine aktive Handball-Karriere beendet. Erneut als Meister. Und weiterhin als Rekordmann.

Es gibt Handballer, die kennen ihre Sportart gar nicht ohne Gudjon Valur Sigurdsson auf der Platte. Nur, dass diese Handballer nicht jung sein müssen, sondern bereits etablierte Bundesligaspieler sein können.

Als Jannik Kohlbacher - unter anderem Nationalspieler und Europameister 2016 - 1995 geboren wurde, startete der 16-jährige Sigurdsson beim isländischen Klub Grotta KR in seine erste Senioren-Profisaison. 23 Jahre später spielten Kohlbacher und Sigurdsson sogar einmal zusammen, als der Deutsche zu den Rhein-Neckar Löwen wechselte.

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Meister in fünf Ländern

Den Meistertitel konnten die beiden in ihrer einzigen gemeinsamen Saison nicht feiern. Den hatte Sigurdsson aber 2017/18 mit den Löwen geholt. Wie eigentlich überall bedeutete die Verpflichtung des Torjägers Erfolg: In Island, Dänemark, Spanien, Deutschland und Frankreich feierte der inzwischen 40-Jährige Meisterschaften. Auch der Gewinn der Champions League, des EHF-Cups und diverse Pokalsiege stehen auf seiner Visitenkarte.

Der Mann aus Reykjavik spielte unter anderem beim THW Kiel, dem FC Barcelona, den Löwen und zuletzt noch ein Jahr in Paris - insgesamt also beim Nonplusultra des Welthandballs.

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Fit und konstant

Auf den Außenpositionen ist die körperliche Belastung im Handball nicht ganz so hoch wie im Rückraum - doch dass Spieler bis in die End-Dreißiger und sogar darüber hinaus auf Top-Niveau agieren, ist auch auf Außen eine absolute Rarität. Vor allem, weil Sigurdsson den körperlichen Einsatz nie scheute - im Gegenteil. Die körperliche Fitness von "Goggi" war auch und gerade in seinen letzten Jahren unglaublich. Vergleichbar etwa mit der des ehemaligen Bundesliga-Fußballers Zé Roberto.

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Die Fitness, die Disziplin und vor allem die Konstanz sind es, die Sigurdsson über Jahre hinweg ausgezeichnet haben. Obwohl er bei neun Profiklubs spielte, hatte er nie Eingewöhnungsschwierigkeiten, war zudem überall bei den Fans sofort beliebt. Sein Gefühl für den Tempogegenstoß war überragend - und im Gegensatz zu vielen seiner Positionskollegen leistete er sich im Abschluss nur selten Aussetzer. Der Torerfolg stand immer über der Show.

Keiner machte mehr Tore

So auch in der Nationalmannschaft. In 364 Spielen erzielte Sigurdsson 1875 Tore. Möglicherweise ein Rekord für die Ewigkeit. Kein Spieler erzielte je mehr Tore für ein Nationalteam.

Nun verlässt Gudjon Valur Sigurdsson die aktive Handball-Bühne, aufgrund der verkürzten Saison auch noch eher still und leise - mit einem simplen und sehr bodenständig anmutenden Instagram-Post. Aber irgendwie passt das ja auch.

Stand: 30.04.2020, 11:56

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