Handball-WM - erster dicker Brocken für deutsche Frauen

Dinah Eckerle jubelt

Hoffnungen ruhen auf Dinah Eckerle

Handball-WM - erster dicker Brocken für deutsche Frauen

Nach den klaren Siegen gegen die Underdogs Australien und Brasilien beginnt für die deutschen Handballerinnen bei der Weltmeisterschaft in Japan die heiße Phase. In der dritten Vorrundenpartie wartet Rekord-Olympiasieger Dänemark. Die Hoffnungen ruhen auf Torhüterin Dinah Eckerle.

Die Däninnen sind am Dienstag (03.12.19, 12.30 Uhr) das erste Schwergewicht für die DHB-Auswahl. Seit 19 Jahren gab es keinen deutschen Sieg mehr in einem Pflichtspiel gegen Dänemark. Und wenn diese schwarze Serie beendet werden soll, braucht die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener die außergewöhnliche Qualität ihrer Torhüterin Dinah Eckerle. "Hinten Beton anrühren und die Dänen an uns abprallen lassen", gibt Eckerle selbst als Marschroute vor.

Nur 1,70 Meter groß, aber mit überragenden Reflexen

Dass die Abwehr im bisherigen Turnier derart gefestigt auftrat, liegt zu großen Teilen an der 24-Jährigen. Mit 1,70 Metern ist Eckerle für eine Torhüterin ungewöhnlich klein. Aber was sie nicht mit ihrer Körpergröße abwehrt, kompensiert sie durch teils überragende Reflexe. Damit ragte sie vor allem beim Auftaktsieg gegen Brasilien (30:24) heraus.

Deutschlands Handballerinnen gewinnen ihr WM-Auftaktspiel Sportschau 30.11.2019 02:05 Min. Verfügbar bis 30.11.2020 Das Erste

Beim lockeren 34:8-Erfolg im zweiten Gruppenspiel gegen Australien bekam sie dann eine längere Pause, hatte mit ihren Paraden aber ebenfalls Anteil daran, dass Deutschland die wenigsten Gegentore in einem WM-Spiel seit 1993 kassierte. "Mit einer überragenden Dinah Eckerle hinten drin kann nicht so viel passieren", lobte Bundestrainer Groener. Der Niederländer muss es wissen, schließlich setzt der 59-Jährige seit dem Beginn seiner Arbeit mit der Nationalmannschaft im Januar 2018 auf die junge Torhüterin.

Deutsche Handball-Frauen dominieren WM-Spiel gegen Australien Sportschau 01.12.2019 02:01 Min. Verfügbar bis 01.12.2020 Das Erste

Eckerles bisherige sportliche Laufbahn ist beachtlich. Mit 16 Jahren debütierte sie 2011 als jüngste Spielerin in der Bundesliga, mit 20 lief sie erstmals für Deutschland auf. Nun ist sie 24 und kann in ihren bisherigen acht Bundesliga-Spielzeiten auf sieben Meistertitel zurückblicken. Ihre Kraft zieht Eckerle aus einer Menge Schlaf und der Liebe für Tattoos. Im SWR-Interview bezeichnete die Handballerin ihre Leidenschaft gar als Sucht, es gab Jahre, "da war ich Monate am Stück beim Tätowierer".

Dänemark hat zuvor gegen Südkorea gepatzt

Die aktuelle Tabellenführung in Gruppe B will Eckerle nicht überbewerten: "Unsere Gruppe spielt verrückt. Wir wollen weiter Punkte sammeln." Punkte für die nächste Runde und den Traum von Olympia, für den das DHB-Team unter den Top sieben landen muss.

Allerdings wird sich erst in den nächsten Tagen gegen Dänemark, Welt- und Europameister Frankreich sowie Asienmeister Südkorea zeigen, wie weit die Stammkeeperin des deutschen Meisters SG BBM Bietigheim schon ist. Bei der EM 2004 sowie bei den WM-Turnieren 2009, 2013 und 2017 hatte die DHB-Auswahl gegen Dänemark teils empfindliche Niederlagen kassiert.

Auf die Abwehr kommt es an

"Die, die jetzt kommen, haben's in sich", sagt Groener über die nächsten Gegner.Steht die Abwehr stabil, dürften auch Dänemarks Top-Spielerinnen wie Anne Mette Hansen und Stine Jörgensen Probleme bekommen. Knüpft dahinter auch Torhüterin Eckerle an ihre bisherigen Turnierleistungen an, könnte es auch mit einem Sieg klappen. Dieser wäre ein großer Schritt auf dem angepeilten Weg in Richtung Hauptrunde. Dafür muss mindestens der dritte Gruppenplatz her.

sid, dpa | Stand: 02.12.2019, 15:07

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