Handball-EM - deutsche Frauen wollen es besser machen

Deutschlands Emily Bölk

Turnier in Frankreich

Handball-EM - deutsche Frauen wollen es besser machen

Nach der verpatzten Heim-WM im Vorjahr wollen es die deutschen Handballerinnen bei der Europameisterschaft besser machen. Sportschau.de hat die Fakten zum Turnier in Frankreich.

Das Turnier

Frankreich ist zum ersten Mal Gastgeber einer Frauen-EM. Die Französinnen bestreiten am Donnerstag (29.11.2018) das Eröffnungsspiel gegen Russland. Insgesamt sind 16 Teams dabei, 47 Partien sind angesetzt. Am 16. Dezember steht der neue Europameister fest.

Der Modus

In den vier Vorrundengruppen spielen jeweils vier Mannschaften. Die besten drei Teams aus jeder Gruppe erreichen die Hauptrunde, in welcher die Punkte aus den Spielen gegeneinander mitgenommen werden. Die jeweils Ersten und Zweiten aus beiden Hauptrundengruppen erreichen das Halbfinale.

Angie Geschke hofft auf Medaille bei der Handball-EM Tagesschau 28.11.2018 01:41 Min. Verfügbar bis 28.11.2019 Tagesschau24

Die deutschen Gegner

Auf die deutschen Handballerinnen warten in der Vorrunde schwere Aufgaben. Gleich zum Auftakt geht es gegen Titelverteidiger und Gold-Anwärter Norwegen. Zweiter Gegner in der Gruppe D ist der EM-Fünfte Rumänien. Zum Abschluss kommt zum Duell mit dem WM-Viertelfinalisten Tschechien.

"Wir können gegen alle Mannschaften ein Spiel offen halten und um den Sieg spielen, auch wenn unser Team noch recht unerfahren bei großen Turnieren ist", erklärte Bundestrainer Henk Groener: "Ich bin jedoch voller Vertrauen, dass wir in der Lage sein werden, die Hauptrunde zu erreichen."

Das deutsche Team

Bundestrainer Groener geht mit einem verjüngten Team und sechs Debütantinnen ins Turnier. Erstmals bei einer EM dabei sind Torhüterin Isabell Roch sowie Maren Weigel (beide TuS Metzingen), Alina Grijseels (Borussia Dortmund), Mia Zschocke,  Amelie Berger (beide Bayer Leverkusen) und Ina Großmann (Thüringer HC). "Wir haben eine Mannschaft zusammen, die ihre Stärke in der Ausgeglichenheit hat, denn wir können auf allen Positionen gut wechseln", sagte der Coach.

Verzichten muss das Team allerdings auf seine Kapitänin. Kim Naidzinavicius von der SG BBM Bietigheim hat sich am Innen- und Außenmeniskus verletzt. Julia Behnke führt das Team jetzt als Kapitänin an.

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Die Spielorte

Insgesamt gibt es fünf Spielorte. Die deutsche Mannschaft bestreitet ihre Vorrundenpartien in Brest. Die Gruppe A spielt in Nantes, die Gruppe B in Nancy und die Gruppe C in Montbéliard. Bei einem Weiterkommen zieht die DHB-Auswahl nach Nancy um, die andere Hauptrunde wird in Nantes ausgespielt. Die Finalrunde mit den Halbfinalen, dem Spiel um Platz 5 sowie den Medaillenspielen steigt in Paris.

Die Favoriten

Topfavoriten sind Weltmeister und Gastgeber Frankreich sowie der Titelverteidiger und WM-Zweite Norwegen. Im Kampf um Gold wollen auch Olympiasieger Russland und der WM-Dritte Niederlande mitmischen. Außenseiterchancen werden Dänemark und Schweden eingeräumt.

Die Chancen der Deutschen

Das deutsche Team gilt als Wundertüte. "Bei optimalem Verlauf werden wir Europameister. Wenn alles scheiße läuft, scheiden wir in der Vorrunde aus", sagte Groener. Das Turnier werde zeigen, "wie weit wir sind. Und es wird zeigen, woran wir in Richtung Olympia 2020 noch arbeiten müssen."

Angesichts der "sehr schweren" Vorrundengruppe sei schon das Erreichen der Hauptrunde eine "große Aufgabe. Wir machen die Arbeit der Mannschaft aber nicht von einem Sieg oder einer Niederlage abhängig", erklärte Axel Kromer, Sportvorstand beim Deutschen Handball-Team.

Die Stars

Stars des Turniers sind die dreimalige Welthandballerin Cristina Neagu (Rumänien/CSM Bukarest), die aktuelle Champions-League-Siegerin Nora Mørk (Norwegen/Győri ETO KC), die Schwedin Isabelle Gullden, Ana Gros aus Slowenien (beide Brest Bretagne), die Niederländerin Nycke Groot, Anita Görbicz aus Ungarn (beide Győri ETO KC) und Andrea Lekic aus Serbien (CSM Bukarest).

Die Historie

Seit 1994 gab es erst vier verschiedene Gewinner. Rekord-Europameister ist Norwegen mit sieben Titeln. Dänemark gelangen drei EM-Triumphe. Zudem trugen sich Ungarn (2000) und Montenegro (2012) in die Siegerliste ein.

Die deutsche Mannschaft konnte bislang nur einmal Edelmetall bejubeln. Bei der EM-Premiere vor 24 Jahren gab es im eigenen Land nach einer 23:27-Endspielniederlage gegen Dänemark Silber. Titelverteidiger ist Norwegen.

Der deutsche Kader

Tor: Dinah Eckerle (SG BBM Bietigheim), Isabell Roch (TuS Metzingen)
Feld: Julia Behnke (TuS Metzingen), Amelie Berger (Bayer Leverkusen), Emily Bölk (Thüringer HC), Angie Geschke (VfL Oldenburg), Alina Grijseels (Borussia Dortmund), Ina Großmann (Thüringer HC), Franziska Müller (HSG Blomberg-Lippe), Meike Schmelzer (Thüringer HC), Luisa Schulze (SG BBM Bietigheim), Xenia Smits (Metz HB), Alicia Stolle (Thüringer HC), Maren Weigel (TuS Metzingen), Marlene Zapf (TuS Metzingen), Mia Zschocke (Bayer Leverkusen)

red/sid/dpa | Stand: 28.11.2018, 14:00

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