Deutsche Handballer wollen über Polen zur EM

Uwe Gensheimer holt aus zum Wurf im Spiel gegen Russland

Qualifikation für das Tunier 2020

Deutsche Handballer wollen über Polen zur EM

Mit zwei Siegen gegen Polen könnten die deutschen Handballer frühzeitig die Qualifikation für die EM 2020 perfekt machen. Was man dazu wissen muss.  

Zwei Spiele in vier Tagen, Qualifikation winkt

Nach dem Empfang bei Bundeskanzlerin Angela Merkel wird es ernst für die deutschen Handballer. In der EM-Qualifikation muss das Team von Trainer Christian Prokop gleich zweimal gegen Polen ran - zunächst am Mittwoch (10.04.2019, Live im Ersten ab 17.50 Uhr) in Gliwice und drei Tage später in Halle/Westfalen. Mit zwei Siegen kann der WM-Vierte bereits vorzeitig das EM-Ticket buchen. Merkel hatte das Team am Montag  in ihrem Amtssitz empfangen und sich für die tollen Auftritte bei der Heim-WM bedankt.

Spitzenspiel der Gruppe A

In der EM-Qualifikation führt Deutschland nach zwei Spieltagen und zwei Siegen gegen Israel und Kosovo die Gruppe A mit 4:0-Punkten an. Polen liegt mit 2:2-Punkten auf Platz zwei und hat schon eine Niederlage in Israel hinnehmen müssen. Insgesamt kämpfen 32 Teams um ein Ticket für die EM 2020 in Österreich, Schweden und Norwegen. Es gibt acht Gruppen zu je vier Mannschaften, die in Hin- und Rückspiel gegeneinander antreten. Die jeweiligen Gruppensieger und Gruppenzweiten sowie die vier besten Gruppendritten sind für die Endrunde der Europameisterschaft 2020 qualifiziert. Schon ihren Platz sicher haben die drei Gastgeber und Titelverteidiger Spanien. Erstmals sind 24 Mannschaften mit dabei.

Enges Duell mit viel Brisanz

Deutschland gegen Polen - da werden Erinnerungen wach. Das Finale der Handball-Weltmeisterschaft 2007 ist unvergessen. Beim Heimturnier bezwangen die deutschen Handballer in Köln die Polen in einem dramatischen Duell mit 29:24 und sicherten sich den Titel.

Noch etwas frischer sind die Erinnerungen an die WM-Qualifikation 2015. Da kassierte Deutschland in den Play-offs zwei Niederlagen gegen die Polen, schied aus und war am Ende nur dank einer Wildcard bei der WM dabei. Martin Heuberger verlor damals seinen Job als Bundestrainer. Polen holte beim WM-Turnier später Platz drei, Deutschland wurde nur Siebter. Im Spiel um Platz drei bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro setzen sich dann wieder die Deutschen durch und holten sich die Bronzemedaille.

In jüngster Zeit lief es allerdings nicht mehr so gut für das polnische Team. Bei der WM 2017 reichte es nur zu Platz 17, die EM 2018 und die WM 2019 hat Polen verpasst.

Weinhold vor Spiel in Polen: "Muss unser Anspruch sein, zu gewinnen" Sportschau 07.04.2019 02:46 Min. Verfügbar bis 07.04.2020 Das Erste

"Unser schwerster Gegner"

"Polen ist unser schwerster Gegner in der Gruppe. Wir wollen die Qualifikation aber vorzeitig perfekt machen", sagt Kapitän Uwe Gensheimer. Das meint auch Bundestrainer Christian Prokop: "Das sind zwei Qualifikationsspiele gegen einen guten Gegner, in denen wir vorzeitig das Ticket lösen wollen." Aber: In beiden Partien gegen den Nachbarn "brauchen wir eine Top-Leistung in der aktuell stärksten Besetzung", fordert er.

Verzichten muss er allerdings auf Abwehrspezialist Finn Lemke. Der Rückraumspieler der MT Melsungen sagte krankheitsbedingt ab. Für Lemke nominierte Prokop den 22-jährigen Mindener Marian Michalczik nach.

Polen mit drei Bundesliga-Spielern

Im Team des polnischen Trainers Patryk Rombel stehen drei Spieler, die in der Handball-Bundesliga ihr Geld verdienen. Kapitän Piotr Chrapkowski spielt beim SC Magdeburg, Maciej Gebala läuft für den SC DHfK Leipzig auf, und Patryk Walczyk geht für TuS N-Lübbecke auf Torejagd.

Das deutsche Aufgebot

Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (THW Kiel)
Feld: Uwe Gensheimer (Paris Saint-Germain), Patrick Wiencek (THW Kiel), Tim Suton (TBV Lemgo Lippe), Fabian Wiede (Füchse Berlin), Hendrik Pekeler (THW Kiel), Steffen Weinhold (THW Kiel), Steffen Fäth (Rhein-Neckar Löwen), Marian Michalczik (TSV GWD Minden), Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf), Matthias Musche (SC Magdeburg), Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Paul Drux (Füchse Berlin)

Stand: 09.04.2019, 09:30

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