Zweiter Matchball für deutsche Handballerinnen

Handball-WM in Japan: Julia Behnke

Handball-WM der Frauen

Zweiter Matchball für deutsche Handballerinnen

Die deutschen Handballerinnen spielten bislang ein unerwartet gutes WM-Turnier in Japan. Im letzten Spiel der Hauptrunde gegen Norwegen kann Deutschland die Weltmeisterschaft krönen, aber auch viel verlieren.

Das große Ziel war so nah. In der letzten Spielminute der Begegnung gegen Serbien hatte die deutsche Mannschaft die große Chance, dieses bislang so glänzend verlaufene WM-Turnier vorzeitig zu krönen. Doch ausgerechnet Amelie Berger, die in ihrem mit Abstand besten Turnierspiel sehr gut getroffen hatte, ließ 50 Sekunden vor Schluss die Möglichkeit zur 29:28 Führung aus. Im Gegenzug verwandelten die Serbinnen den entscheidenden Siebenmeter. Deutschland hatte verloren.

Auf dem Weg zurück in die Weltspitze

Das Team von Bundestrainer Henk Groener hat bis Mittwoch Zeit, diesen Rückschlag wettzumachen. Dann geht es gegen Norwegen darum, sich einen der drei Hauptrundenplätze zu sichern. Vor einem Jahr hatten die deutschen Handballerinnen bei der Europameisterschaft enttäuscht . Das letzte WM-Halbfinale liegt gar schon zwölf Jahre zurück. Die WM im eigenen Land vor zwei Jahren endete mit einem enttäuschenden Achtelfinal-Aus.

Mit einem guten Abschneiden in Japan könnte sich die DHB-Auswahl wieder zurückmelden in der Weltspitze, deren Anschluss in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist.

DHB-Damen: Das Halbfinale vor Augen Sportschau 10.12.2019 01:48 Min. Verfügbar bis 10.12.2020 Das Erste

Stützen der deutschen Mannschaft

Gründe, dass es auch gegen die favorisierten Norwegerinnen im Hauptrunden-Finale mit einem guten Ergebnis klappen könnte, gibt es genügend. Da ist die Nummer eins im deutschen Tor, Dinah Eckerle, die mit ihren Leistungen eine der stärksten Torhüterinnen der WM ist. Mehrfach zählte die Bietigheimerin, die in die großen Fußstapfen von Clara Woltering trat, zu den Matchwinnerinnen ihrer Mannschaft.

Handball-WM in Japan: Dinah Eckerle

Großer Rückhalt: Torfrau Dinah Eckerle

Top-Niveau erreichte im bisherigen Turnierverlauf auch Kreisläuferin Julia Behnke. Die gebürtige Mannheimerin, seit dieser Saison in Diensten der russischen Spitzenmannschaft GK Rostow am Don, ist mit 34 Turnier-Toren nicht nur beste Schützin der deutschen Auswahl. Dank ihrer Athletik zählt sie auch in der Abwehr zu den Stützen.

Prunkstück Abwehr mit Ausnahme

Mit Emily Bölk und Kim Naidzinavicius hat Deutschland zudem zwei Rückraumspielerinnen auf internationalem Top-Niveau in den Reihen. Bölk steigerte sich nach Anlaufschwierigkeiten und war vor allem gegen Frankreich (acht Tore) und Niederlande (sechs Tore) von der Königsposition im linken Rückraum treffsicher. Als Spielmacherin im Dauereinsatz ist Kim Naidzinavicius und ebenfalls nicht aus dem Team von Henk Groener wegzudenken

Prunkstück der deutschen Mannschaft war zudem die deutsche Abwehr - bis auf eine Ausnahme. Beim jüngsten Auftritt gegen Serbien packten Behnke, Naidzinavicius und Co. nicht so zu wie bei den Auftritten zuvor. Das kostete letztlich den Sieg. Sollte das Team gegen Vize-Weltmeister Norwegen zu alter Stabilität zurückfinden, stünde das beste Abschlussresultat seit zwölf Jahren.

Deutschland bezwingt die Niederlande Sportschau 08.12.2019 04:56 Min. Verfügbar bis 08.12.2020 Das Erste

mick | Stand: 10.12.2019, 14:13

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