Handball - Kiel bei den Löwen unter Druck

Handball-Bundesliga, 10. Spieltag

Handball - Kiel bei den Löwen unter Druck

Von Christian Hornung

Der THW Kiel hat gerade erst gezeigt, dass er auch während eines Spiels dazulernen und die richtigen Schlüsse ziehen kann. Im Top-Spiel am Samstag (18.10 Uhr/ARD) bei den Rhein-Neckar Löwen muss aber über die gesamte Partie eine Top-Leistung her - sonst kann das schon das Aus im Titelkampf sein.

Die Bundesligapartie am Donnerstagabend (11.10.18) passte irgendwie ins Bild der gesamten Saison des Turnvereins Hassee-Winterbek. Verschlafene Startphase, Probleme den Rhythmus zu finden, dann aber doch die klare Steigerung. 0:5 hieß das peinliche Zwischenergebnis gegen Wetzlar nach gut fünf Minuten - eine Demütigung für den 20-maligen deutschen Meister in der eigenen Halle. Zur Halbzeit dann 12:12. Und am Ende siegten die Kieler noch mit zehn Toren Unterschied: 29:19.

"Zehn Tore im Rucksack sind perfekt"

Nur so wie im zweiten Durchgang kann man bei den Rhein-Neckar Löwen mit Aussicht auf Erfolg antreten, diese 30 Minuten haben den auch nach fünf Ligasiegen in Serie immer noch nicht komplett stabil wirkenden Kielern Mut gemacht. "Zehn Tore Vorsprung im Gepäck sind perfekt", blickte Rechtsaußen Magnus Landin auf das Spitzenspiel voraus, gab aber auch zu: "Das wird schon ein sehr schweres Auswärtsspiel."

Und vielleicht sogar schon ein Spiel der letzten Chance im Kampf um den Meistertitel. An der Spitze thront Dauer-Nordrivale SG Flensburg-Handewitt mit dem klubeigenen Startrekord von neun Siegen aus neun Spielen. Die Löwen haben auch erst einen Verlustpunkt, Kiel nach den Pleiten in Flensburg und Magdeburg bereits vier. Kommen zwei weitere hinzu, dürfte Platz eins schon fast außer Reichweite sein.

Abwehrumstellung zahlte sich aus

Spannend zu beobachten wird am Samstag, mit welcher Abwehrformation Trainer Alfred Gislason bei den Löwen antreten wird. In Wetzlar probierte er zunächst eine 3-2-1-Formation, die sich völlig blamierte und vom Gegner regelrecht zerpflückt wurde. Gislason erkannte das aber sehr früh. Er stellte um, beorderte Patrick Wiencek ins Zentrum neben Henrik Pekeler und ließ eine 6:0-Deckung spielen - das war deutlich stabiler und in der zweiten Halbzeit (nur noch sieben Gegentore) sogar überragend.

Wiencek: "Nach der Umstellung lief es auf einmal. Vorher haben wir Fehler gemacht, die eigentlich A-Jugend-Spieler machen." Mit Blick auf die Partie in Mannheim sagte der Nationalspieler: "Kribbeln vor den Rhein-Neckar Löwen ist schon da. Viel Zeit nachzudenken bleibt nicht. Jetzt freuen wir uns alle auf das Topspiel."

Thema in: Sportschau, Das Erste, 13.10.18, 18.10 Uhr

Stand: 11.10.2018, 21:44

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