HBL - Rhein-Neckar Löwen als Zünglein an der Waage?

Flensburgs Simon Hald (r.) gegen Alexander Petersson von den Rhein-Neckar-Löwen

Handball-Bundesliga

HBL - Rhein-Neckar Löwen als Zünglein an der Waage?

Im Titelkampf der Handball-Bundesliga könnten die Rhein-Neckar Löwen das Zünglein an der Waage spielen. Denn dem Ausgang ihrer Partie gegen die SG Flensburg-Handewitt dürfte vorentscheidende Bedeutung zukommen.

Der Osterausflug nach Mannheim weckt in Flensburgs Trainer Maik Machulla keine Angstgefühle - dabei steht für den deutschen Handball-Meister im Bundesliga-Topspiel bei den Rhein-Neckar Löwen viel auf dem Spiel. "Es ist doch toll, dass wir etwas zu gewinnen haben. Wir gehen mit Rückenwind in das Spitzenspiel, auf das sich ganz Handball-Deutschland freut, und werden Gas geben", kündigte der SG-Trainer vor der Partie beim Tabellenvierten am Sonntag an (ab 16.15 Uhr im Ersten und im Livestream bei sportschau.de).

Beeindruckende Kulisse mit 13.200 Zuschauern

Auf dem Weg zur Titelverteidigung will sich der Meister von den Löwen, die bei acht Punkten Rückstand aus dem Titelrennen sind, nicht überraschen lassen - auch nicht von der Kulisse in der mit 13.200 Zuschauern seit Wochen ausverkauften Mannheimer Arena. Im Fernduell mit Rekord-Champion THW Kiel, der weiter vier Punkte zurückliegt, dürfen sich die Flensburger keinen Fehltritt leisten. "Es wird sicher ein harter Kampf bis zum Saisonende", prophezeite Machulla nach dem 28:20 gegen den VfL Gummersbach am Donnerstagabend (18.04.2019).

Meistert sein Team die hohe Hürde beim Champion von 2016 und 2017, dürfte der Weg zum Titel frei sein. Kassiert die SG in Mannheim aber die zweite Saison-Niederlage, würde beim Showdown in Kiel am 12. Mai der Verlust der Spitze drohen. Machulla lässt sich von solchen Rechenspielen nicht verrückt machen. Auch der durchwachsene Auftritt gegen Gummersbach bereitete ihm keine Sorgen. "Wir müssen uns am Sonntag anders präsentieren und deutlich steigern. Aber wir sind in der Lage, den Schalter umzulegen", scheint sich der 42-Jährige seiner Sache sicher.

Machullas Weckruf vor dem Schlüsselspiel

Den Schalter umzulegen wird aber auch nötig sein, denn die Fehlerquote gegen Gummersbach war ungewohnt hoch. "Wir mussten uns ganz schön quälen", befand Machulla. Und so konnte sich der Coach, der am Dienstag seinen Vertrag bei der SG vorzeitig bis 2023 verlängert hatte, einen Weckruf vor dem Schlüsselspiel nicht verkneifen: "Von gestandenen Nationalspielern kann ich schon etwas mehr erwarten. Gerade die zweite Hälfte plätscherte so dahin."

Erfolg würde Löwen-Ego gut tun

Vom Dahinplätschern wollen die Löwen beim Aufeinandertreffen weit entfernt sein. Denn die Spieler von Trainer Nikolaj Jacobsen wollen sich gegen die SG vor allem selbst beweisen. Erstmals seit Jahren kämpfen sie nicht bis zum Schluss um den Titel, der bislang letzte Sieg gegen ein Top-Team aus der Bundesliga ist schon eine Weile her. Da käme ein Erfolg gegen die Norddeutschen gerade recht fürs Ego.

"Wir wollen und können befreit aufspielen, der Druck ist weg", meint Jacobsen. Befreit aufspielen allein dürfte aber nicht genügen. Wollen die Löwen am Sonntag mitmischen, brauchen sie einen guten Offensivplan. In Ansätzen hatten sie diesen beim 30:28-Erfolg bei Hannover-Burgdorf, als Andy Schmid einen Sahnetag erwischte. Gegen Flensburg allerdings dürfte ein Schmid alleine nicht ausreichen, wollen die Löwen tatsächlich das Zünglein an der Waage spielen.

sid/dpa | Stand: 20.04.2019, 08:30

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