Handball-Bundesliga spannend wie lange nicht

Andy Schmid (l.) und Uwe Gensheimer von den Rhein Neckar Löwen

Meisterschaftskampf

Handball-Bundesliga spannend wie lange nicht

Spannung in der Handball-Bundesliga. Spitzenreiter THW Kiel liegt in der Tabelle gerade mal sechs Verlustpunkte vor den Rhein-Neckar-Löwen auf Rang sechs. Und in dieser Spielzeit kann jeder jeden schlagen.

Wenn die Rhein-Neckar-Löwen am 23. Spieltag der Handball-Bundesliga zur HSG Wetzlar reisen, dann ist der Respekt groß. Löwen-Trainer Kristjan Andresson lobt den Gegner aus Hessen als Mannschaft mit "guter Struktur in Abwehr und Angriff sowie vielen guten Spielern". Wetzlar sei kompakt und taktisch pfiffig, habe Spieler mit individueller Klasse und auch einige "Zweikampf-Biester" mit dabei.

Das ist keine Tiefstapelei. Die Löwen sind nicht unbedingt der klare Favorit beim Gastspiel in Wetzlar. Das war in den vergangenen Jahren anders. Da nahmen sich die Topteams allenfalls gegenseitig die Punkte weg und hielten sich ansonsten schadlos.

Topteams stolpern vor sich hin

Doch in dieser Spielzeit kann jeder jeden schlagen in der Handball-Bundesliga. So mussten die Rhein-Neckar-Löwen schon sechs Pleiten einstecken. Unter anderem verloren sie gleich zweimal gegen Melsungen und überraschend auch in Lemgo.

Melsungen gewinnt enge Partie gegen Rhein Neckar Löwen Sportschau 06.02.2020 03:47 Min. Verfügbar bis 06.02.2021 Das Erste

Den anderen Topteams ergeht es nicht besser. In der vergangenen Saison kassierte Meister Flensburg-Handewitt nur zwei Niederlagen, in dieser Spielzeit sind es schon vier. Unter anderem verloren die Norddeutschen beim Vorletzten Ludwigshafen.

Für Spitzenreiter Kiel, drei Niederlagen in der vergangenen Saison, setzte es ebenfalls schon vier Pleiten. Von denen war die beim 20:27 in Wetzlar auch sehr deutlich.

Geringe Punkte-Rückstände

Der Liga tut das alles gut. So liegen die Rhein-Neckar-Löwen als Tabellen-Sechster aktuell nur sechs Verlustpunkte hinter Spitzenreiter Kiel. Flensburg liegt nur zwei Zähler hinter den "Zebras", für Hannover (Platz drei) und Berlin (Platz vier) sind es je nur vier Punkte Rückstand, für Magdeburg (Platz fünf) gerade mal fünf. Zum Vergleich. Am Ende der vergangenen Saison lag Kiel als Vizemeister satte 24 Punkte vor dem Sechsten Berlin.

Und Wetzlar? Die stehen in der Tabelle als Achter nur nicht noch besser da, weil sie das nicht konstant durchziehen mit den Siegen. Die HSG schlug nicht nur Kiel, sondern auch Magdeburg und holte gegen Flensburg einen Punkt. Allerdings gab es auch eine 27:28-Heimpleite gegen den vom Abstieg bedrohten TVB Stuttgart und ein 28:32 beim TBV Lemgo.

Rhein-Neckar-Löwe Schmid: "Tür für Konkurrenz noch etwas offen"

Bei einem Sieg in Wetzlar dürfen sich wegen der Tabellen-Konstellation tatsächlich auch die Rhein-Neckar-Löwen noch Hoffnungen auf den dritten Meistertitel machen. Ihnen kommt entgegen, dass sie nur noch fünfmal auswärts antreten müssen. Dem stehen acht Heimpartien gegenüber.

"Wenn wir alle Spiele gewinnen, ist alles möglich", sagt Spielmacher Andy Schmid. Auch er sieht die fehlende Konstanz bei der Konkurrenz. "Von der Qualität sind die Kieler allen voraus. Die Meisterschaft wäre schon vorentschieden, wenn sie stabil auftreten würden", so der Schweizer. Das aber täten sie nicht, weshalb die Tür für die Konkurrenz noch etwas offen sei: "Aber dass wir da hindurchgehen werden, bezweifle ich momentan.Nach unseren bisherigen Leistungen wäre es sehr optimistisch, an den Titel zu denken."

Wie auch immer. Die Fans dürfen sich auf jeden Fall auf einen spannenden Meisterschafts-Endspurt freuen.

vdv/dpa/sid | Stand: 13.02.2020, 11:34

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