Handball-Bundesliga - Zuspitzung im Kellerkampf

VfL Gummersbach

Zwei direkte Abstiegsduelle

Handball-Bundesliga - Zuspitzung im Kellerkampf

Von Jens Mickler

Am 17. Spieltag der Handball-Bundesliga treffen vier der fünf Letztplatzierten direkt aufeinander. Selten hatte der Begriff von "Vier-Punkte-Spielen" eine größere Bedeutung.

Der Hinrunden-Abschluss beschert der Handball-Bundesliga am Donnerstag (13.12.2018, 19 Uhr) zwei richtungsweisende Duelle im Abstiegskampf: Die Eulen Ludwigshafen empfangen den VfL Gummersbach. Der TVB Stuttgart hat im Nachbarschaftsduell die SG BBM Bietigheim zu Gast. Für alle vier Teams steht viel auf dem Spiel.

Die Eulen Ludwigshafen (Platz 18, 4:28 Punkte)

Mit dem Sieg gegen den SC Leipzig gelang den Eulen am 13. Spieltag der langersehnte erste Saisonsieg. Danach folgten allerdings wieder drei Niederlagen gegen HSG Wetzlar, die Rhein-Neckar Löwen und FA Göppingen. Mit einem Sieg gegen Gummersbach wäre das jüngste Team der Bundesliga allerdings wieder "im Geschäft".  "Wir sehen uns in der Lage, Gummersbach nicht nur zu ärgern, sondern ihnen auch Paroli zu bieten", sagt Eulen-Trainer Ben Matschke.

Matschke hat seinen Rückraumshooter Azat Valiullin wieder mit an Bord, setzt aber im Kellerduell vor allem auch auf die Unterstützung von den Rängen. "Wir müssen gegen Gummersbach 'all-in' gehen, denn nur so können wir unser Ziel erreichen", so der Coach, der im Abstiegskampf auch auf den Faktor Zeit setzt. "Durch die Analyse des Spielplans wissen wir, dass wir einen langen Atem brauchen."

VfL Gummersbach (Platz 16, 6:26 Punkte)

Acht Pflichtspiel-Niederlagen am Stück - die Talfahrt des VfL nimmt beängstigende Züge an, zumal die letzten vier (!) Begegnungen mit mindestens neun Toren Differenz verloren gingen. "Wir haben uns in eine Situation gebracht, in der wir dieses Spiel in Ludwigshafen nicht nur gewinnen wollen, sondern gewinnen müssen. Es ist sehr, sehr wichtig für uns", sagt VfL-Sportdirektor Christoph Schindler zu sportschau.de. Die gezeigten Leistungen der vergangenen Wochen würden nicht ausreichen, um bei den Eulen zu bestehen. Daher müsse jeder Spieler zulegen. "Wir haben ja gute Handballer in der Mannschaft, mittlerweile ist es auch ein Kopfproblem", so der Ex-Profi.

Sollte auch in der "Eberthölle" in Ludwigshafen kein Erfolg herausspringen, dürfte die Luft für Trainer Denis Bahtijarevic, der auswärts mit seinem Team noch keinen Zähler holen konnte, dünn werden. Schindler selbst will sich mit der Personalie des Trainers noch nicht beschäftigen. Auch neue Spieler seien aktuell keine Thema, vor allem weil dem Klub wirtschaftlich die Hände gebunden sind.

TVB Stuttgart (Platz 14, 11:21 Punkte)

Drei Siege aus den letzten sieben Spielen - die größten Sorgen sind die Stuttgarter in den vergangenen Wochen losgeworden. Immerhin schlugen die Schweikhardt-Schützlinge Top-Teams wie Berlin und Meldungen. Dennoch ist die größte Gefahr für den TVB noch nicht gebannt. Fünf Punkte auf den Abstiegsrang sind zwar ein gutes Polster, ein Ausrutscher im Derby würde die Mannschaft aber wieder in den Sog nach unten ziehen.

Jürgen Schweikardt

TVB-Trainer Schweikardt

"Das erste Ziel ist bei uns immer der Nichtabstieg. Erst wenn der feststeht, setzen wir uns neue Ziele. Man darf nicht vergessen, wo wir herkommen. Man muss sich langsam weiterentwickeln", sagte Trainer Jürgen Schweikhardt jüngst der "Handballwoche". Klar ist, dass die Erwartungshaltung für das Team um Jogi Bitter und Mimi Kraus nicht geringer wird. Sollten die beiden anstehenden Heimspiele gegen Bietigheim und Gummersbach (26.12.2018) gewonnen werden, dürfte der Blick entgültig nach oben gerichtet sein.

SG BBM Bietigheim (Platz 17, 6:26 Punkte)

Der Neuling ist vor Saisonbeginn zu den heißesten Abstiegskandidaten gezählt worden, dafür läuft es bislang ganz passabel. Vor allem dank der November-Siege in Ludwigshafen und gegen Hannover-Burgdorf befinden sich die Bietigheimer voll im Rennen.

Nun steht erstmals in der Historie beider Vereine das Derby bei den nur 28 Kilometer entfernten Stuttgartern an. "Der Druck kommt diesmal von innen", sagt SG-Trainer Bader. "Alle wollen in diesem Spiel dabei sein und im Derby etwas Großes erreichen." Sollte sein Team tatsächlich etwas holen beim Nachbarn, würde das die Chancen auf den Klassenerhalt erheblich erhöhen.

Stand: 12.12.2018, 14:47

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