Amelie Berger im DHB-Team - Das Superjahr der Jüngsten

Amelie Berger im EM-Spiel gegen Norwegen

Handball-EM: Deutsche Frauen in der Hauptrunde

Amelie Berger im DHB-Team - Das Superjahr der Jüngsten

Von Volker Schulte

Dass Deutschlands Handballerinnen in der EM-Hauptrunde stehen, hat auch mit der jüngsten Spielerin zu tun. Amelie Berger ist 19 Jahre jung, spielt in Leverkusen - und krönt derzeit ein bemerkenswertes Jahr.

Die Sportschau hat Berger vor gut einem Jahr an ihrer Schule besucht. Ende 2017 paukte die damals 18-Jährige auf dem Landrat-Lucas-Gymnasium in Leverkusen für Klausuren und arbeitete gleichzeitig an ihrer Handballkarriere im Team von Bayer Leverkusen - ein Knochenjob mit bis zu 60 Stunden pro Woche.

Um Schule und Leistungssport zu vereinbaren, war sie schon mit 15 ins Sportinternat des TSV gezogen, knapp 300 Kilometer entfernt von ihrer Familie in Zweibrücken. "Der Abschied ist mir schon schwergefallen. Natürlich habe ich mich gefreut. Aber so ganz alleine ohne die Mutter und das Drumherum zu leben, war schon ein großer Schritt." Für ihr Alter wirkte Berger schon damals erstaunlich abgeklärt und fokussiert.

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Hauptrunde: Auftaktsieg gegen Spanien

Gut ein Jahr später zeigt sich, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Berger hat das Abitur geschafft, mit Bayers A-Jugend die deutsche Meisterschaft gewonnen, an der Junioren-WM teilgenommen, ein Studium begonnen - und ist jetzt Teil der A-Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich. Zum Auftakt der Hauptrunde traf Deutschland am Freitag (07.12.2018) in Nancy auf Spanien und gewann die Partie mit 29:23 (17:9), nicht nur aufgrund einer sehr guten ersten Halbzeit.

"Es ist Wahnsinn, zu den besten Spielerinnen in Deutschland zu gehören - nicht nur im eigenen Jahrgang, sondern generell", sagte Berger "handball-world.news". "Das ist ein ganz anderes Gefühl. Außerdem ist hier alles deutlich professioneller."

DHB-Frauen erreichen EM-Hauptrunde

Sportschau | 05.12.2018 | 00:48 Min.

Amelie Berger mit starker Gruppenphase

Berger profitiert vom personellen Umbruch im Team und von Bundestrainer Henk Groener, der auf Talente setzt. Aber die Nationalmannschaft profitiert auch von Berger: Beim völlig überraschenden Auftaktsieg gegen Titelverteidiger Norwegen setzte die Rechtsaußen als Einwechselspielerin Akzente, zum Gruppenabschluss gegen Tschechien stand sie sogar in der Startformation. Die Bilanz in Zahlen: drei Spiele, 84 Einsatzminuten, vier Tore bei acht Würfen.

Dass Berger so viel Einsatzzeit bekommt, überrascht sie selbst. "Ich hätte nicht damit gerechnet. Aber ich bekomme volles Vertrauen von der Mannschaft und vom Trainer." Ganz spurlos sind die vielen Erlebnisse der vergangenen Monate nicht an ihr vorbeigegangen. "Dieses Jahr war schon sehr stressig, gerade für den Kopf." Aber wie auch immer die EM ausgeht - Berger wird als eine der Gewinnerinnen aus dem Turnier hervorgehen.

Stand: 07.12.2018, 10:59

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