Europas Golfer gewinnen den Ryder Cup

Thorbjorn Olesen jubelt nach seinem Sieg im Singles-Match

In Paris gegen die USA

Europas Golfer gewinnen den Ryder Cup

Europas Golfstars haben den 42. Ryder Cup gewonnen und damit die Trophäe von Titelverteidiger USA zurückerobert.

Der Italiener Francesco Molinari holte am Sonntag (30.09.2018) im Le Golf National in der Nähe von Paris vor 60.000 Fans den entscheidenden Punkt zum Triumph für die Europäer. Durch diesen Sieg gingen die Herausforderer uneinholbar mit 14,5 Punkten in Führung. Am Ende siegte die europäische Auswahl mit 17,5:10,5.

Das Team von Europa-Kapitän Thomas Björn war am Finaltag des prestigeträchtigen Kontinentalvergleichs mit einer 10:6-Führung in die abschließenden zwölf Einzel gegangen. Die US-Auswahl um Superstar Tiger Woods wartet nach dieser Niederlage beim wichtigsten Team-Wettbewerb im Golfsport nun schon seit 25 Jahren auf einen Erfolg auf europäischem Boden.

Bislang letzter US-Sieg in Europa gelang 1993

Die USA, die 2016 in Chaska/Minnesota mit einem 17:11 die Siegesserie der Europäer beendet hatten, siegten zuletzt 1993 im englischen Sutton Coldfield. "Ich kann nur den Hut ziehen vor den Europäern", sagte US-Kapitän Jim Furyk beeindruckt. Nach einem schwachen Start am Freitagmorgen (1:3) schlug der Herausforderer zurück, angeführt vom "Team Moliwood".

Molinari und Tommy Fleetwood (England) ließen ihren Konkurrenten in allen vier Vierern nicht die Spur einer Chance, dreimal gehörte Superstar Woods zu ihren Opfern. Es war das erste Mal, dass ein europäisches Duo die maximale Ausbeute in den Vierern holte.

"Was soll ich dazu sagen? Es war beeindruckend", sagte Björn über seine Musterschüler. Zur Krönung machte Molinari dann auch noch den Triumph perfekt. Dagegen passten Woods und der Ryder Cup auch in diesem Jahr nicht zusammen. Der 14-malige Majorsieger war am Freitagnachmittag entsprechend angefressen, konnte die Namen Molinari und Fleetwood nicht mehr hören und maulte: "Ich bin ziemlich angepisst, dass ich drei Matches verloren habe. Ich hatte dabei nicht einmal das Gefühl, schlecht gespielt zu haben."

Woods bleibt erstmals ohne Punkte

Die Negativserie setzte sich am Sonntag fort, Woods verlor auch sein Einzel gegen den Spanier Jon Rahm (2 und 1) und blieb erstmals im Ryder Cup ohne Punkte. Und zum siebten Mal ging er mit dem US-Team als Verlierer vom Kurs, nur 1999 konnte er gewinnen.

Am Schlusstag erlebten die Fans entlang der Fairways und auf den gewaltigen Tribünen an den Grüns ein Wechselbad der Gefühle, sie erlebten Ryder Cup pur. Um 14.45 Uhr waren die Europäer auf dem Weg zu einem möglichen Rekordsieg (18,5:9,5), doch nicht einmal eine Stunde später drohte sich das Blatt zu wenden. Die Amerikaner drehten auf und hatten angesichts der Spielstände zu diesem Zeitpunkt sogar den benötigten 14:14-Ausgleich vor Augen.

Doch die Europäer behielten die Nerven. Als der Däne Thorbjörn Olesen völlig überraschend Jordan Spieth mit 5 und 4 bezwang und den ersten Sieg des Tages einfuhr, brandete ohrenbetäubender Jubel auf der Anlage auf. Für die restlichen Erfolge sorgten nach Jon Rahm noch "Mr. Ryder Cup" Ian Poulter (England) gegen den Weltranglistenersten Dustin Johnson und letztlich Molinari. In zwei Jahren haben die Amerikaner die Chance zur Revanche. Der 43. Ryder Cup findet 2020 auf dem Whistling Straits Golf Course in Kohler im US-Bundesstaat Wisconsin statt.

dpa/sid | Stand: 30.09.2018, 17:16

Darstellung: