Ryder Cup - Europas Golfer führen nach Aufholjagd

Europas Francesco Molinari und Tommy Fleetwood

Erster Tag in Paris

Ryder Cup - Europas Golfer führen nach Aufholjagd

Mit einer tollen Aufholjagd haben Europas Golfer im Duell mit den US-Stars zurückgeschlagen und liegen nach dem ersten Tag beim Ryder Cup vorn.

Als der Putt von British-Open-Champion Francesco Molinari am Freitag (28.09.2018) zum letzten Sieg einer historischen Aufholjagd ins Loch fiel, brachen rund ums 14. Grün alle Dämme. Die Zuschauer stimmten einen orkanartigen Jubel an, und Europas Golfer fielen sich in die Arme. Nach einem 1:3-Rückstand aus dem Spielformat Fourballs geriet die Mannschaft von Kapitän Thomas Björn am Nachmittag in einen Rausch, gewann erstmals in der Geschichte alle vier klassischen Vierer und brachte sich beim 42. Ryder Cup gegen Titelverteidiger USA mit 5:3 in Führung.

"Das war ein wundervoller Nachmittag nach einem enttäuschenden Morgen", sagte Europakapitän Thomas Björn, "ich bin auch stolz auf die Spieler, die zunächst nicht ran durften. Sie waren fokussiert, als es darauf ankam. Aber es ist noch ein langer Weg."

Woods patzt am Vormittag

Dabei schien am Vormittag auf dem Albatros Course des Le Golf National bei Paris zunächst alles auf eine klare Angelegenheit für die favorisierten Amerikaner hinauszulaufen, die ihren ersten Sieg auf europäischem Boden seit 1993 im englischen Sutton Coldfield erringen wollen. Drei von vier Vierern wurden gewonnen, nur Superstar Tiger Woods patzte an der Seite von US-Masterssieger Patrick Reed.

Die anfängliche Freude schien den europäischen Fans unter den rund 60.000 Zuschauern im Halse stecken zu bleiben. Es wurde ruhiger auf dem Platz. Doch nicht lange. In den Foursomes drehte der Wind. Immer häufiger wurden auf dem malerischen Gelände wieder die Jubelrufe "Ole, Ole, Ole" laut. "Die Atmosphäre ist fantastisch", sagte der Schwede Henrik Stenson beeindruckt.

Molinari und Fleetwood gewinnen beide Matches

Und während die Europäer Loch um Loch gewannen, knickten die US-Stars unerklärlich ein, rund eineinhalb Stunden gelang ihnen kein einziger Lochgewinn. Um 15.40 Uhr leuchteten auf den Scoreboards erstmals alle vier Duelle blau, erstmals lagen alle Europäer vorn. Daran änderte sich bis zum Ende des Tages auch nichts mehr. In bestechender Form präsentierten sich dabei Sergio Garcia/Alex Noren (Spanien/Schweden), die Phil Mickelson und Bryson DeChambeau mit 5 und 4 deklassierten. Eine Bank für Europa waren Francesco Molinari (Italien) und Tommy Fleetwood (England), die als einzige ihre beiden Matches für sich entschieden und zwei Punkte holten.

Nicht mehr bei den Foursomes dabei war Tiger Woods. Der US-Superstar, der von Kapitän Jim Furyk per Wildcard ins Team geholt worden war, passte sich seinen zumeist schwächeren Leistungen im Ryder Cup an und kassierte in den Fourballs an der Seite von US-Masterssieger Patrick Reed nach gutem Start gegen Molinari/Fleetwood doch die einzige Niederlage der Amerikaner. "Du musst im Fourball Birdies machen. Das haben wir am Anfang gemacht, auf den zweiten neun Löchern ist das dann gekippt", sagte der 14-malige Major-Gewinner, der am vergangenen Sonntag seinen 80. Sieg auf der US-Tour gefeiert hatte. Woods gab sich dennoch kämpferisch: "Mein Spiel ist gut, das Putten fühlt sich gut an. Ich bin da, wenn mich der Kapitän braucht."

sid | Stand: 28.09.2018, 18:13

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