PGA Championship von Trumps Golfkurs abgezogen

Trump beim Golfen

Nach Angriff auf Kapitol

PGA Championship von Trumps Golfkurs abgezogen

Angesichts des Angriffs von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington DC will die PGA eines ihrer Major-Turniere nicht mehr auf einem Golfkurs ausrichten, der in Trumps Besitz ist.

Die PGA Championship, eines der vier Major-Turniere, wird 2022 nicht wie lange geplant auf Trumps Golfkurs in Bedminster im US-Bundesstaat New Jersey stattfinden. Der Ausrichter PGA of America begründete die Entscheidung am Montag (11.01.2021) mit dem Angriff auf das US-Parlament am Mittwoch, als Anhänger Trumps aufgestachelt von ihrem Präsidenten teils bewaffnet in das Gebäude eingedrungen waren. Ein Polizist und eine Angreiferin wurden getötet, drei weitere Menschen kamen durch medizinische Notfälle ums Leben. Ein alternativer Austragungsort werde nun gesucht, hieß es.

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Die Verbandsleitung sei in einer Abstimmung zu dem Entschluss gelangt, "das Recht zur Beendigung der Vereinbarung auszuüben", teilte Verbandspräsident Jim Richerson via Twitter mit. "Es ist deutlich geworden, dass eine Austragung in Bedminster der Marke PGA of America schaden würde", fügte er in einer Videobotschaft an.

Golf scheute lange die Konfrontation mit Trump

Bislang hatten selbst umstrittenste Äußerungen und Aktionen des Präsidenten kaum Auswirkungen innerhalb des Sports, zumindest in den USA. So fanden die US Women's Open 2017 in Bedminster statt, obwohl schon während des Präsidentschaftswahlkampfes frauenfeindliche Kommentare Trumps öffentlich geworden waren

Vor der Absage des für August 2022 geplanten Events hatten sich im Golf die Forderungen gehäuft, die Führung müsse sich von Trump distanzieren. Nach Medienberichten hatte es verbandsintern schon in den vergangenen zwei Jahren Debatten darüber gegeben, die Championship zu verlegen. Die offene Konfrontation mit einem "berüchtigt rachsüchtigen Mann" habe man aber lange Zeit gescheut, schrieb die "Golfweek".

Trump-Organisation spricht von "Vertragsbruch"

Ein Sprecher der Trump-Organisation beklagte gegenüber dem Sender "ABC News" einen "Vertragsbruch". Die Trump-Organisation ist vor allem im Immobilienbereich aktiv und betreibt unter anderem Hotels und Golfplätze wie jenen in Bedminster. Nach seinem Wahlsieg 2016 hatte Donald Trump die Leitung des Firmen-Konglomerats offiziell an seine Söhne Eric und Donald Junior abgegeben. Er blieb aber Besitzer, obwohl er versprochen hatte, sich von seinen Geschäften "vollständig zu isolieren".

Am Montag will die Partei der Demokraten ein zweites Amtsenthebungsverfahren anschieben, obwohl die Präsidentschaft am 20. Januar offiziell endet. Dann wird der gewählte Präsident Joe Biden vereidigt.

nch/sid/dpa | Stand: 11.01.2021, 09:50

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