Golf - Tiger-Mania beim Masters in Augusta

Tiger Woods

US Masters

Golf - Tiger-Mania beim Masters in Augusta

Tiger Woods zieht beim am Donnerstag (11.04.2019) beginnenden Golf Masters in Augusta wieder viel Aufmerksamkeit auf sich. Die frühere Nummer eins betrachtet seine lange Leidenszeit als beendet und fühlt sich schon wieder stark genug für Kampfansagen an die Konkurrenz.

Zu den vielen Traditionen beim Golf Masters in Augusta gehört das alljährliche Champions Dinner. Zwei Tage vor dem ersten Abschlag treffen sich ehemalige Masters-Sieger zu einem Festessen, immer auf Einladung des Vorjahressiegers. Der Texaner Patrick Reed ließ ein typisch amerikanisches Festessen auftischen, mit Rib-Eye-Steak, Maispüree und Maccaroni mit Käse. Champions wie Phil Mickelson, Jordan Spieth und Bubba Watson gehörten zu den Gästen - doch einen Großteil der Aufmerksamkeit bei der Ankunft im Augusta National Golf Club bekam Tiger Woods.

Woods jagt fünften Masters-Titel

Die Top-Favoriten mögen andere sein in diesem Jahr an der Magnolia Lane, allen voran die Top Drei der Weltrangliste, Justin Rose, Dustin Johnson und Rory McIlroy. Doch sie alle warten noch auf einen Sieg beim prestigeträchtigsten Major-Turnier überhaupt - im Gegensatz zu Woods, der bereits viermal das grüne Sakko des Masters-Siegers überziehen durfte, zuletzt im Jahr 2005. Nicht wenige Experten trauen ihm zu, dass er in diesem Jahr seinen fünften Titel holen könnte. Beim Champions Dinner war Woods, die Nummer 12 der Weltrangliste, der Spieler mit der aktuell besten Platzierung am Tisch.

Dass der vierfache Champion tatsächlich noch einmal mit Siegchancen in Augusta startet, ist die Fortsetzung seines schon nicht mehr für möglich gehaltenen Comebacks. Keine zwei Jahre ist es her, als der von vielen Verletzungen gebeutelte Woods selbst verkündete, er wisse nicht, ob er körperlich überhaupt in die Verfassung kommen werde, wieder Profi-Golf spielen zu können.

Ende der Leidenszeit in East Lake

Über Jahre hatte der einstige Dominator, der 683 Wochen lang die Nummer eins der Golf-Welt war, mit Knie- und Rückenproblemen gekämpft und war in der Weltrangliste bis auf Platz 1.199 abgerutscht. Hinzu kamen private Krisen und Negativ-Schlagzeilen in den US-Boulevardmagazinen. Erst die vierte Rückenoperation im April 2017 linderte die Schmerzen, die sein Spiel so lange gelähmt hatten. Ein weiteres halbes Jahr dauerte es, bis die Ärzte ihm wieder erlaubten, beim Schwung voll durchzuziehen. In der Folge erarbeitete sich Woods langsam wieder das Zutrauen in seinen Schlag und näherte sich seiner alten Form an. Im vergangenen September triumphierte er schließlich  bei der Tour Championship auf dem East-Lake-Kurs in Atlanta - sein 80. Erfolg auf der US-Tour und der erste Turniersieg seit 2013.

Seitdem ist die Tiger-Mania endgültig zurück in der Golfwelt, die die Strahlkraft ihres Aushängeschilds lange vermisst hatte. Auch für Woods markierte der Sieg in East Lake das Ende seiner Leidenszeit. "Für mich war das die Bestätigung, nach all dem was ich durchgemacht habe in den vergangenen Jahren, dass ich wieder im Kreis der Sieger bin. Dass ich immer noch Turniere gewinnen kann", sagte Woods in der Pressekonferenz in Augusta.

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Kampfansage vom Tiger

Der vierzehnfache Major-Sieger fühlte sich auch schon wieder stark genug für eine Kampfansage an die Konkurrenz. "Ich habe mich in den letzten 12, 14 Monaten enorm verbessert. Ich habe das Gefühl, dass ich gewinnen kann."

Auch sein einstiger Erzrivale Phil Mickelson glaubt, dass Woods immer noch zu einem Sieg in Augusta fähig ist. "Ich denke, die Größe hat er immer noch in sich. Ich würde ihn niemals abschreiben", warnt der dreimalige Masters-Sieger Mickelson.

Zwar ist das Spiel von Woods, vor allem beim Putten, immer noch nicht wieder das wie zu den Zeiten, als er die Konkurrenz nach Belieben beherrschte. Für Woods spricht aber, dass er den Kurs, seine Tücken und speziellen Herausforderungen kennt, er hat in Augusta schon alles erlebt, auch dramatische Niederlagen auf der Schlussrunde. Was die mentale Stärke und Erfahrung angeht, können ihm weiterhin nur die Wenigsten das Wasser reichen. "Ich muss nicht unbedingt gewinnen", sagte Woods in Augusta und schickte sein altes Siegerlächeln hinterher. "Aber ich will es unbedingt."

dpa/mixa | Stand: 11.04.2019, 07:00

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