Die XFL - neue Ideen und großes Spektakel

Amerikanische Football Liga XFL

American Football

Die XFL - neue Ideen und großes Spektakel

Von Robin Tillenburg

In den USA hat am Wochenende die XFL begonnen - eine neu geschaffene American-Football-Liga, die den Fans die Wartezeit auf die neue NFL-Saison verkürzen soll. Mit dabei: neue Regelansätze und ehemalige NFL-Spieler.

New York Guardians, Houston Roughnecks, Dallas Renegades - die Verantwortlichen, die die XFL aus der Taufe gehoben haben, haben bei der Vergabe der Lizenzen an die Städte darauf geachtet, dass sie die Märkte besetzen, in denen auch sonst große NFL-Fangemeinden bestehen. Ein Manöver, das direkt hohen Fan-Zuspruch sichern soll - schon vor 19 Jahren gab es einen ersten Versuch, die Liga an den Start zu bringen. Doch es blieb bei dem Versuch.

Spektakel dank Regeländerungen - und Vince McMahon

Zu den Organisatoren gehört unter anderem Liga-Owner Vince McMahon, der auch für die Wrestling-Liga WWE verantwortlich ist, schon 2001 bei der XFL dabei war und nun die Lehren aus den Fehlern von einst ziehen will. Commissioner, also Liga-Oberhaupt, ist Oliver Luck, ehemaliger Quarterback und Vater des frisch zurückgetretenen NFL-Stars Andrew Luck. Football-Expertise und das große Spektakel hat man also in den eigenen Reihen.

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Und das schlägt sich auch auf dem Spielfeld nieder. Einige kreative Regelabweichungen zum American Football der NFL sorgen dafür, dass die Fans sich schon am ersten Wochenende durchaus kurzweiliger Action auf dem Rasen erfreuen konnten. So sollen beispielsweise beim Kick-off nach Punkten oder zu Spiel-/Halbzeitbeginn spektakuläre Returns erleichtert werden. Die Chance auf den Durchbruch des Returners ist höher, denn die Gegenspieler müssen an einem festen Ort im Feld warten, bis dieser den Ball gefangen hat.

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Trickspielzüge und Interviews während des Spiels

Eine weitere Regelung, die schon am ersten Wochenende einige ansehnliche Trickspielzüge ermöglichte: Die Teams dürfen im Angriff statt nur einem gleich zwei Vorwärtspässe spielen, solange der erste nicht über die Line of Scrimmage, also die Starthöhe des Angriffs, hinausgeht.

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Neben anderen Anpassungen, die beispielsweise auch die Möglichkeit beinhalten, nach einem Touchdown auch drei Extrapunkte zu bekommen, werden noch während des laufenden Spiels am Spielfeldrand Interviews mit Spielern geführt. Das sorgte am ersten Wochenende zwar durchaus ebenfalls für Abwechslung, wurde aber noch etwas inflationär eingesetzt - fanden auch die meisten Fans in den sozialen Netzwerken.

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Zehn Spieltage

Insgesamt acht Teams aufgeteilt auf Ost- und West-Conference spielen jeweils zehnmal, ehe es in die Playoffs geht. Dort treffen die beiden besten Teams jeder Conference im Halbfinale aufeinander, am 26. April geht es dann um die Meisterschaft. Der Spielort ist noch offen. Das neunte Team, sinnigerweise "Team 9" genannt, ist eine Art Farmteam, das bei Verletzungen für Ersatz sorgen soll.

Sprungbrett in die NFL?

Die Spieler in der XFL können bis zu 495.000 Dollar jährlich verdienen, der Standard-Vertrag liegt bei knapp 3.000 Dollar pro Woche. Einige von ihnen hoffen darauf, sich für die NFL zu empfehlen, einige waren schon mal dort und möchten zurück. Quarterback Cardale Jones von den DC Defenders stand beispielsweise schon im Kader von drei NFL-Teams, absolvierte aber nur eine Partie dort. Im ersten XFL-Saisonspiel seiner Defenders gegen die Seattle Dragons war er mit zwei Touchdown-Pässen ohne Interception direkt mal stark unterwegs.

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Es ist durchaus zu erwarten, dass der ein oder andere Akteur aus der XFL in der kommenden Saison in der NFL eine Chance bekommt, insgesamt ist das Niveau allerdings doch erwartungsgemäß nicht ganz so hoch wie in der besten Football-Liga der Welt. Die Fans bekamen zwar am ersten Wochenende reihenweise spektakuläre Szenen zu sehen, oftmals führten die aber nicht zum Erfolg, weil Bälle fallen gelassen wurden oder Spieler unaufmerksam waren. Aber auch das ist ja durchaus spektakulär.

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Stand: 11.02.2020, 09:00

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