Football: Die NFL-Halbzeitbilanz

Miami Dolphins

Nach der 8. Woche

Football: Die NFL-Halbzeitbilanz

Von Jannik Schlüter

Für 18 der 32 NFL-Teams ist die Hälfte der Saison rum, die ersten Tendenzen zeichnen sich ab. Welche Teams haben überrascht? Wer hat enttäuscht? Und welcher Rookie arbeitet jetzt schon an einer Hall-of-Fame-Karriere? Ein Zwischenfazit.

Die größte Überraschung

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Für die Jacksonville Jaguars schien die Saison bereits vorbei, bevor sie richtig angefangen hat: Im ersten Viertel des ersten Spiels verletzte sich Quarterback-Neuzugang Nick Foles. Doch dann kam Gardner Minshew. Der Rookie mit dem Schnauzbart kam aus dem Nichts, wurde erst in der sechsten Runde des NFL-Drafts ausgewählt. Inzwischen gilt er als coolster Spieler der NFL. Bisher führte er seine Jaguars zu vier Siegen und wurde bereits als Rookie des Monats September ausgezeichnet. Die spannende Frage: Was passiert mit der Minshew-Mania, wenn Nick Foles zurückkehrt?

Die größte Enttäuschung

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Nein, Miami ist nicht die größte Enttäuschung der Saison, denn die Dolphins tanken absichtlich, um in der nächsten Saison die besten Rookies des Landes draften zu können. Genauso viele Spiele verloren wie Miami haben aber die Atlanta Falcons, die ganz und gar nicht tanken. Mit Matt Ryan, Julio Jones und Calvin Ridley haben die Falcons eigentlich einer der gefürchtetsten Offensiven der Liga. Auch die Defensive hat prominente Namen in ihren Reihen, unter anderem die beiden Linebacker Vic Beasley Jr. und Deion Jones. Aber gerade da läuft viel schief: Atlanta hat die wenigsten Sacks der NFL.

Headcoach Dan Quinn steht unter Druck, sagt selber: "Habe ich das Team verloren? Es ist eine legitime Frage, aber ich würde sagen: nein. Es ist natürlich unglaublich und frustrierend, dass wir nicht das zeigen, was wir können. Ich suche selbst wie ihr alle die meiste Zeit über nach Antworten."

Der größte Aufreger

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Nicht nur der Videobeweis in der Bundesliga sorgt wöchentlich für Diskussionen. Auch die Leistungen der NFL-Referees werden immer häufiger und heftiger kritisiert.

Zuletzt sorgten zwei "Illegal Use of Hands"-Flaggen gegen die Detroit Lions für Empörung in den USA. Die Green Bay Packers lagen im letzten Viertel hinten, Aaron Rodgers wurde beim dritten Versuch gesackt. Doch da flog zu Unrecht die gelbe Flagge. Die Packers durften weiter spielen, erzielten einen Touchdown und kamen kurz vor Schluss durch eine ähnliche Situation zu einem Field Goal - und zum Sieg. Die Fans im Internet gingen steil, ein Großteil machte die Schiedsrichter für die Niederlage der Lions verantwortlich.

Auch Superstar Tom Brady regte sich bereits öffentlich über die Schiedsrichter auf, schrieb auf Twitter: "Zu viele Strafen. Lasst uns einfach spielen!!!!" Nur wenig später postete er: "Ich schalte das Spiel jetzt ab. Ich kann mir diese lächerlichen Strafen nicht mehr ansehen."

Der Superstar

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Der Superstar der bisherigen Saison ist kein einzelner Spieler, sondern das Kollektiv: die Defensive der New England Patriots. In sechs der acht Spiele haben die Patriots den Gegner unter 14 Punkte gehalten, bisher vier Touchdowns erzielt und 25 Turnover forciert, nur drei weniger als in der gesamten vergangenen Saison. Star-Cornerback Stephen Gilmore sagt: "Es ist eine Denkweise. Wir haben viele schlaue und instinktive Spieler, spielen schnell und vertrauen uns gegenseitig. Aber es ist auch toll, dass die Trainer uns immer vorbereiten." Einer dieser Trainer: Mastermind Bill Belichick.

Statistisch gesehen hätten die Patriots ganz ohne Offensive trotzdem drei Spiele gewonnen und ein Unentschieden erreicht. Ohne Frage: Die Patriots-Defense gehört schon jetzt zu den besten Defensiven aller Zeiten. Und dann gibt es ja auch noch die Offensive mit Tom Brady und Julian Edelman. New England ist auf direktem Kurs zum erneuten Super Bowl.

Die Top-Rookies

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Josh Jacobs - Der Running Back der Oakland Raiders gehört schon jetzt zu den Säulen der Offensive und sorgt sowohl als kräftiger Running Back für die kurzen Meter als auch mit dynamischen Läufen für Big Plays. Mit 620 Yards ist er nur einen Platz hinter den Top Fünf-Läufern.

Terry McLaurin - Er ist einer der wenigen Lichtblicke der ansonsten schwachen Washington Redskins. Der Wide Receiver hat in seiner Rookie-Klasse mit 458 gefangenen Yards und fünf Touchdowns die besten Werte.

Nick Bosa - Der Bruder von Los-Angeles-Chargers-Linebacker Joey Bosa gehört bereits in seinem Debüt-Jahr zu den Anführern der 49ers-Defense – und ist ein Grund für die 7:0-Bilanz von San Francisco. Der Defensive Lineman konnte bereits sieben Sacks verbuchen, am Sonntag gegen Carolina gelang ihm seine erste Interception.

Stand: 29.10.2019, 13:18

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