NFL-Playoffs - Cleveland Browns erwischen Pittsburgh eiskalt

Die Cleveland-Defense bejubelt einen Touchdown

American Football

NFL-Playoffs - Cleveland Browns erwischen Pittsburgh eiskalt

Von Robin Tillenburg

Dicke Überraschung: Die coronageplagten Cleveland Browns haben in den Playoffs der US-Football-Liga NFL die Pittsburgh Steelers trotz widriger Umstände eiskalt erwischt. Die New Orleans Saints und Baltimore Ravens sind ebenfalls eine Runde weiter.

Ohne einen Großteil des Trainerteams, darunter Head Coach Kevin Stefanski, und einige wichtige Spieler mussten die Browns zum ersten Playoff-Spiel seit 19 Jahren bei den Steelers antreten. Positive Coronavirus-Tests und das entsprechende Hygiene- und Sicherheitsprotokoll der Liga waren der Grund dafür. Doch gegen den ungeliebten Rivalen setzte das offenbar zusätzliche Kräfte frei. Cleveland siegte am Sonntag (10.01.2021/Ortszeit) mit 48:37 (35:10).

Im ersten Viertel fast schon alles vorbei

Das Spiel begann kurios - im allerersten Angriff misslang den Steelers schon der "Snap", also die Ballübergabe zum Quarterback zur Eröffnung des Spielzugs. Die Folge: Die Browns-Defense sicherte den Ball in der Endzone. Touchdown Cleveland und 7:0. Und es ging katastrophal weiter für Pittsburgh: Ben Roethlisberger leistete sich unter Druck einen etwas sorglosen Pass, den die Browns abfangen konnten. Nur drei Spielzüge später stand es 14:0. Das Debakel ging weiter. Nach einer weiteren Roethlisberger-Interception und insgesamt zwei weiteren Touchdowns stand es zum Ende des ersten Viertels bereits 28:0. Ein historischer Spielstand - nie gab es in der NFL nach 15 Minuten eine solche Differenz.

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Ab da war das Spiel eigentlich entschieden. Zwar schafften es die Steelers, den Rost des ersten Quarters abzuschütteln und stemmten sich wirklich noch einmal gegen die drohende Niederlage, doch die Browns hatten auch im nicht immer völlig sattelfesten Verwaltungsmodus letztlich genug Körner, um nochmal zurückzuschlagen. Als Pittsburgh volles Risiko gehen musste, warf Roethlisberger im letzten Spielabschnitt schließlich seine vierte Interception. Das war dann endgültig das Ende und bedeutete den ersten Playoff-Erfolg der Browns seit 1995 und vielleicht die letzte Partie von "Big Ben". In der Divisional Round wartet nun mit den Kansas City Chiefs der Champion.

Bears gegen Saints viel zu harmlos

Drew Brees feiert einen Touchdown

Drew Brees feiert einen Touchdown.

Die New Orleans Saints haben sich in den NFL-Playoffs keine Blöße gegeben und am Ende den erwarteten Sieg gegen die Chicago Bears eingefahren. Eine Glanzleistung war es aber nicht. New Orleans siegte mit 21:9 (7:3) und hält damit nicht nur seine Titelhoffnungen, sondern auch die Karriere von Quarterback Drew Brees am Leben. Um den 41-Jährigen verdichteten sich in den vergangenen Wochen die Gerüchte, dass er nach dieser Spielzeit seine Laufbahn beenden wird.

Die Bears blieben sich und ihrer Form aus der Regular Season einigermaßen treu - ihre Defense agierte gewohnt bissig und war mehrfach in der Lage, Brees oder Taysom Hill auf der Quarterbackposition der Saints unter Druck zu setzen, und zwang Hill unter anderem zu einem Fumble. Das Kurzpassspiel von New Orleans konnte gerade die aggressive Front Chicagos nur selten überraschen. Allerdings war auf der anderen Seite Chicagos Offense gegen die gute Saints-Defensive nicht besonders kreativ. Das Lauf- und auch das Play-Action-Passspiel, zwei elementare Bausteine für den Erfolg des Teams von Matt Nagy, brachten kaum einmal große Raumgewinne. Folgerichtig stand es in einem spannenden, aber nicht unbedingt spektakulären Spiel mit vielen Fehlern nach den ersten beiden Vierteln 7:3 für die favorisierten Saints.

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Brees hatte dann im dritten Viertel offenbar noch keine Lust aufs Karriereende und legte den besten Drive des Spiels hin. Die Bears, die zuvor schon Anthony Miller wegen einer "Tätlichkeit" verloren hatten, kassierten währenddessen bei einem vierten Versuch der Saints eine dumme Strafe. Im Anschluss fand Brees mit einem Geistesblitz unter Druck Latavius Murray - Touchdown und 14:3. Bears-Quarterback Mitch Trubisky und Co. blieben auf der anderen Seite des Balls komplett ungefährlich und so war dann beim 21:3 neun Minuten vor Spielende endgültig alles klar. In der nächsten Runde geht es nun im Legenden-Duell mit Tom Brady gegen die Tampa Bay Buccaneers.

Jacksons Läufe ein Sieggarant für Baltimore

Baltimores Lamar Jackson jubelt

Baltimores Lamar Jackson jubelt.

Die Baltimore Ravens haben erstmals mit Quarterback Lamar Jackson ein Playoff-Spiel gewonnen und die Tennessee Titans ausgeschaltet. Der wohl beste Run-Quarterback der Liga entschied das Duell gegen Running Back Derrick Henry für sich. Mit 137 Yards und einem Touchdown bei 15 Versuchen konnte "Action Jackson" Henry (40 Yards, 18 Versuche) klar ausstechen. Bei seinen ersten beiden Playoff-Auftritten für Baltimore in den vergangenen zwei Jahren hatten die Ravens noch jeweils verloren, diesmal gingen sie mit 20:13 (10:10) als Sieger vom Feld.

Die mit viel Spannung erwartete Begegnung begann unerwartet: Die Titans, nicht unbedingt für ihre überragende Defense bekannt, hatten das Laufspiel der Ravens komplett im Griff, zwangen Jackson zu einer Interception und führten nach dem ersten Quarter mit 10:0. Im zweiten Viertel das gegenteilige Bild: Die Ravens fanden langsam etwas besser rein, und als Jackson dann erstmals bei einem Run ein bisschen Platz hatte, war er prompt enteilt: 48 Yards weit trug er den Football in die Endzone. Andersherum bekamen die Titans offensiv kein Bein auf den Boden - Henry blieb blass. Leistungsgerecht stand es nach zwei sehr unterschiedlichen Spielabschnitten 10:10.

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Tannehill-Interception beendet das Spiel

Das dritte Viertel ging so los, wie man es eigentlich von Anfang an erwartet hatte: Das Laufspiel der Ravens sorgte jetzt doch für Probleme bei der Titans-Defense. J.K. Dobbins brachte Baltimore mit einem kurzen Run in Führung: 17:10. Es bahnte sich eine enge Schlussphase an. Unter anderem auch, weil der sonst so zuverlässige Ravens-Kicker Justin Tucker ein 52-Yard-Field-Goal verpasste und sein Teamkollege Willie Snead IV eine Strafe kassierte, die einen vielversprechenden Drive beendete.

Ansonsten hätte das Team von John Harbaugh vier Minuten vor Spielende wohl schon deutlicher vorne gelegen als 20:13. Zu einer Verlängerung oder gar einem Titans-Sieg kam es aber nicht mehr: Marcus Peters fing einen Pass von Tennessees Quarterback Ryan Tannehill ab und machte damit den Deckel auf die Partie.

Stand: 11.01.2021, 05:38

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