NFL - Die Vorschau auf die Wild-Card-Round

Running Back Latavius Murray (L) wird von Minnesotas Eric Kendricks verfolgt

American Football

NFL - Die Vorschau auf die Wild-Card-Round

Von Robin Tillenburg

Am 2. Februar steigt in Miami der Super Bowl. Zwölf Teams hoffen noch auf die Teilnahme - die Playoffs in der US-Football-Profiliga NFL stehen an. Sportschau.de blickt auf die erste Runde.

In der AFC haben die Baltimore Ravens (14 Siege, zwei Niederlagen) und die Kansas City Chiefs (12-4), in der NFC die San Francisco 49ers und die Green Bay Packers (beide 13-3) in der ersten Runde ein Freilos. In der "Wild-Card-Round" hoffen noch vier Teams je Conference auf die Titelchance.

Minnesota Vikings (10-6) bei den New Orleans Saints (13-3), (Sonntag, 05. Januar, 19:05 Uhr)

Die Saints verpassten das Freilos in der ersten Runde nur hauchdünn. Eigentlich hatten Drew Brees und Co. die gleiche Bilanz wie die San Francisco 49ers und die Green Bay Packers, doch im direkten Vergleich stand New Orleans in der NFC schlechter da. Das ist ärgerlich für das Team, das in Michael Thomas den absoluten Top-Receiver in seinen Reihen hat. Während die Saints zwischendurch sogar den Ausfall von Quarterback Brees hervorragend verkraftet haben und insgesamt sehr tief aufgestellt sind, würde ein Ausfall von Thomas einen herben Rückschlag bedeuten - der kündigt sich momentan aber nicht an.

In der Preseason verloren die Saints gegen die Vikings, es ist also Vorsicht geboten. Und obwohl Minnesotas zuletzt verletzter Top-Running-Back Dalvin Cook in den Playoffs wohl wieder zur Verfügung stehen wird und das die "Wikinger" nochmal deutlich stärker macht, kann man sich nur schwer vorstellen, dass die Vikings in New Orleans gewinnen können. Die Auswärtsspiele gegen Topteams gingen in dieser Spielzeit allesamt verloren, zudem konnte seit 2004 überhaupt kein Playoff-Auswärtsspiel mehr gewonnen werden.

Prognose: Die Saints gewinnen souverän.

Seattle Seahawks (11-5) bei den Philadelphia Eagles (9-7) (Sonntag, 05. Januar, 22:40 Uhr)

Seattles Quarterback Russell Wilson (R) verfolgt von Philadelphias Cornerback Ronald Darby

Seattles Quarterback Russell Wilson (R) verfolgt von Philadelphias Cornerback Ronald Darby

Zwei von Verletzungssorgen geplagte Teams treten hier gegeneinander an. Die Seahawks mussten jüngst ihren früheren Running Back Marshawn Lynch reaktivieren und auch wenn der im letzten Spiel der Regular Season gegen San Francisco einen Touchdown erzielte und nur leicht angerostet wirkte, gibt es trotz der gut aussehenden Bilanz Grund zur Sorge. Die Formkurve der Seahawks zeigt klar nach unten. Drei Niederlagen aus den letzten vier Saisonspielen kosteteten das Freilos in der ersten Runde, nur ein einziges Mal in dieser Saison gewannen Russell Wilson und Co. zudem mit mehr als acht Punkten Differenz.

Die Eagles holten sich durch vier Erfolge hintereinander am Ende noch den so wichtigen Playoff-Spot in der schwachen NFC East und haben nun sogar Heimrecht. Das Regular-Season-Spiel etwa einem Monat verlor der Super Bowl Champion von 2017 allerdings gegen die Seahawks mit 9:17 ebenfalls im eigenen Stadion. Besonders problematisch: Die wichtigen Passempfänger von Carson Wentz sind größtenteils verletzt. Zumindest eine Rückkehr von Tight End Zach Ertz, der mit Dallas Goedert ein gefährliches Duo bildet, wäre wichtig für die Hoffnungen der Eagles.

Prognose: Es wird kein schönes Spiel, am Ende entscheidet die individuelle Klasse von Russell Wilson die Partie für die Seahawks.

Tennessee Titans (9-7) bei den New England Patriots (12-4) (Sonntag, 05. Januar, 02:15 Uhr)

Was kaum jemand für möglich gehalten hat, ist Realität geworden: Die New England Patriots müssen doch noch in der Wild-Card-Round antreten. Das war zuletzt 2009 der Fall, als die Patriots gegen die Baltimore Ravens die Segel streichen mussten. Die 24:27-Niederlage gegen die Miami Dolphins, die die Mannschaft von Bill Belichick zum Saisonanfang noch 43:0 (!) besiegt hatte, beendete eine frustrierende zweite Saisonhälfte für den Champion, der seine ersten acht Partien noch allesamt gewonnen hatte. Gegen Playoff-Teams setzte es in sechs Partien in dieser Regular Season drei Niederlagen, weil vor allem die Offense keinen gehobenen Ansprüchen genügt.

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In den Playoffs zählt aber die Defense bekanntlich besonders - und die sieht bei den Patriots richtig gut aus. Es wartet aber eine Top-Offense auf Stephon Gilmore und Kollegen: Seit Ryan Tannehill als Quarterback bei den Titans agiert, gab es aus zehn Partien sieben Siege und nur drei Teams konnten mehr Punkte erzielen. Das liegt auch am richtig starken Running Back Derrick Henry, der mit 1.540 Yards die Laufstatistik der Liga anführt. Kein Team ließ aber bisher weniger Lauf-Touchdowns zu als New England.

Prognose: Starke Offense gegen starke Defense - da ist in den Playoffs oft die Defensive der Sieger. Weil die Patriots zudem deutlich mehr Erfahrung in der Postseason haben und im legendären Foxborough nur schwer zu schlagen sind, gewinnt New England knapp.

Buffalo Bills (10-6) bei den Houston Texans (10-6) (Samstag, 04. Januar, 22:35 Uhr)

Eine der schwächsten Passverteidigungen der Liga (Houston) bekommt es mit einer der schwächsten Offensivreihen der Saison zu tun (Bills). Trotzdem ist die Partie in Texas ein Playoff-Spiel. Beide Teams konnten zudem im letzten Saisonspiel den Schongang einlegen (und verloren auch beide). Was macht man nun aus diesen Werten? Die Texans haben in Quarterback Deshaun Watson und Wide Receiver DeAndre Hopkins ein individuell richtig starkes Tandem, das die Bills mit ihrer beinharten Defense bekämpfen müssen. Während Watson in der Vorsaison noch enorm oft gesackt wurde, konnten die Texans das in dieser Spielzeit etwas minimieren - gelingt das auch gegen Buffalo?

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Die Defense der Bills wird der Schlüssel sein, wenn Buffalo gegen Watson und Co. bestehen will, denn auch wenn Quarterback Josh Allen sich in dieser Saison gesteigert hat, ist sein Passspiel noch weit davon entfernt, ein Playoff-Auswärts-Spiel entscheiden zu können. Interessant auch: Wie fit ist Houstons Defensivmann J.J. Watt?

Prognose: Die Bills-Defense setzt den Texans so sehr zu, dass sie das Spiel bis zum Ende offen gestaltet - und am Ende den ersten Playoff-Erfolg seit 1995 einfährt.

Stand: 30.12.2019, 12:20

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