Viertelfinale in der NFL - Schlüssel, Schwächen, Prognosen

Patrick Mahomes holt mit seinem starken rechten Arm zum Wurf aus

Viertelfinale

Viertelfinale in der NFL - Schlüssel, Schwächen, Prognosen

In der US-amerikanischen Football-Liga NFL geht es am Wochenende (12., 13. Januar) mit der Divisional Round weiter, also dem Viertelfinale. Wer gegen wen, wer ist Favorit, wo sind die Schlüssel zum Erfolg?

Kansas City Chiefs - Indianapolis Colts (Samstag, 22.35 Uhr MEZ)

Der Weg in die Divisional Round: Die Chiefs waren mit zwölf Siegen und vier Niederlagen das beste Team der American Football Conference (AFC) in der Regular Season. Zwar kamen die Los Angeles Chargers in der AFC West auf die gleiche Bilanz, aber die Chiefs gewannen mehr Spiele in ihrer Division. Als beste Mannschaft der AFC war Kansas direkt für das Viertelfinale qualifiziert und hatte am Wochenende der Wildcard-Games spielfrei.

Die Colts gewannen ihr Wildcard-Game mit 21:7 bei den Houston Texans. Die Regular Saison hatte das Team aus Indianapolis mit zehn Siegen und sechs Niederlagen hinter jenen Texans (11-5) in der AFC South abgeschlossen.

Trainer: Andy Reid ist seit sechs Jahren Head Coach der Chiefs, zum fünften Mal in dieser Zeit erreichte er mit ihnen die Playoffs. Dort ist seine Bilanz allerdings sehr bescheiden. Von den 24 Playoff-Spielen mit den Chiefs und vorher als Head Coach der Philadelphia Eagles gewann er nur elf.

Die Colts sind für Frank Reich seit dieser Saison die erste Station als Head Coach. Er startete mit einer Bilanz von 1-5 ganz schwach, inzwischen sind die Colts sogar ein ernsthafter Anwärter auf den Super Bowl.

Quarterbacks: Patrick Mahomes spielt bei den Chiefs seine erste Saison als Starter. Zwei von drei Pässen kamen durchschnittlich an, mit seinem enorm starken Arm warf er für mehr als 5.000 Yards Raumgewinn und stellte mehrere Rekorde auf.

Andrew Luck hat bei den Colts eine leicht bessere Quote bei den angekommenen Pässen als Mahomes. Er fehlte die vergangene Saison komplett wegen einer Schulterverletzung, fand im Lauf der Regular Season immer besser zu seiner alten Form.

Schlüssel zum Erfolg: Die Chiefs müssen wieder dahin kommen, viele bis sehr viele Punkte zu erzielen. Das gelang zum Ende der Regular Season nicht mehr so gut.

Bei den Colts überragte die deutlich verstärkte Offensive Line. Sie muss auch im Arrowhead Stadium ihren Quarterback Andrew Luck vor den heranstürmenden Pass-Rush der Chiefs wirkungsvoll schützen und helfen, das eigene Laufspiel zu etablieren.

Schwächen: Die Verteidigung des Laufspiels der Chiefs steht schon während der gesamten Saison auf wackligen Beinen. Zudem ist ihr eigenes Laufspiel nach der Entlassung von Kareem Hunt stark geschwächt.

Bei den Colts macht das Secondary häufiger Probleme, also die hintere Verteidigung gegen Pässe. Für beide Teams hingegen gilt: Unnötige Yard-Verluste durch Strafen müssen dringend minimiert werden.

Prognose: Die Colts gewinnen knapp, weil sie derzeit das wohl heißeste Team der NFL sind.

Los Angeles Rams - Dallas Cowboys (Sonntag, 2.15 Uhr MEZ)

Der Weg in die Divisional Round: Die Rams stellten mit einer Bilanz von 13 Siegen bei drei Niederlage das beste Team der NFL in der Regular Season.

Die Dallas Cowboys gewannen die NFC East mit einer Bilanz von 10-6, setzten sich im Wildcard-Game mit 24:22 gegen die Seattle Seahawks durch.

Trainer: Sean McVay ist erst 32 Jahre alt. Der Trainer der Rams gilt als glänzender Analytiker, weiß die Stärken seines Teams sehr gut einzusetzen.

Jason Garrett stand bei den Cowboys immer mal wieder in der Kritik, weil er hauptsächlich auf das Laufspiel setzte und als zu eindimensional galt. Das hat sich geändert, vor allem nach der Verpflichtung von Wide Receiver Amari Cooper.

Quarterbacks: Jared Goff, First Pick im Draft 2016, blüht auf, seitdem McVay Head Coach der Rams ist. In der Regular Season gelangen ihm 69 Pässe mit einem Raumgewinn von 20 Yards oder mehr. Nur Mahomes lag in dieser Statistik vor ihm (75).

Dak Prescott kam in der selben Saison in die NFL wie Goff. Seine Statistiken sind überwiegend durchschnittlich. Im Wildcard Game gegen die Seahawks zeigte Prescott jedoch, dass er eine Mannschaft tragen kann.

Schlüssel zum Erfolg: Todd Gurley, einer der besten Running Backs der Liga, sollte bei den Rams gesund werden. Er plagt sich noch mit einer Knieverletzung herum.

Dallas muss dringend den überragenden Defensive Tackle Aaron Donald stoppen, um Prescott wirkungsvoll zu schützen. Außerdem müssen die Cowboys ihr Laufspiel in langen Drives etablieren, um die starke Offense der Rams vom Feld zu halten.

Schwächen: Die Rams haben es verpasst, sich mit starken Leistungen zum Ende der Regular Season in Playoff-Stimmung zu spielen. Auch die Bye-Week könnte zum Problem werden, weil die Spannung dadurch vielleicht noch einmal ein bisschen abfiel.

Die Cowboys dürfen nicht in alte Muster verfallen, sprich: Das Team muss weiter auf Angriffsvariationen setzen.

Prognose: Die Rams werden sich gegen die auswärtsschwachen Cowboys durchsetzen.

New England Patriots - Los Angeles Chargers (Sonntag, 19.05 Uhr MEZ)

Tom Brady von den Patriots

Tom Brady von den Patriots

Der Weg in die Divisional Round: Die Patriots wiesen in der AFC mit 11-5 eine schwächere Bilanz als die Chiefs und die Chargers (je 12-4) auf. Trotzdem hatten sie eine Bye-Week, da die Kontrahenten in derselben Division spielen.

Die Chargers sahen bei den Baltimore Ravens lange wie der souveräne Sieger aus, dann wurde es beim 23:17 im Wildcard-Game doch noch knapp.

Trainer: Bill Belichick ist seit 2000 Head Coach der Patriots und gewann mit ihnen fünf Mal den Super Bowl. Er gilt als knurriger, medienscheuer, aber eben auch überragender Trainer.

Anthony Lynn übernahm die Chargers zur Saison 2017. In der ersten lautete die Bilanz 9-7, jetzt 12-4.

Quarterbacks: Tom Brady ist Tom Brady, in den Playoffs- wird er dann zum Playoffs-Tom-Brady, was für die Gegner noch schlimmer ist.

Bei den Chargers besticht Philipp Rivers mit Passstärke. Er ist sehr solide, wurde auch schon acht Mal zum Pro Bowl gewählt (Allstar Game zwischen AFC und NFC), gewann aber noch keinen Titel mit den Chargers, für die er seit 2004 spielt.

Schlüssel zum Erfolg: Die Chargers müssen Druck auf Tom Brady machen. Wenn der Defensive Line ein ähnlich gutes Spiel gelingt wie gegen die Ravens, ist ihnen das zuzutrauen. Zudem müssen die Chargers hoffen, dass ihr Runnning Back Melvin Gordon nach einer Knieverletzung rechtzeitig fit wird.

Schwächen: Der Kader ist bei den Patriots schwächer besetzt als in den Jahren zuvor, besonders bei den Passempfängern. Gerade Tight End Rob Gronkowski spielt eine schwache Saison.

Die Chargers dürften mit der Situation, auswärts bei einem solch erfahrenen und ausgebufften Team antreten zu müssen, zu kämpfen haben.

Prognose: Es kommt so wie meistens - die Patriots werden gewinnen.

New Orleans Saints - Philadelphia Eagles (Sonntag, 22.40 Uhr MEZ)

Der Weg in die Divisional Round: Die Saints beendeten die Regular Season mit 13 Siegen und nur drei Niederlagen. Davon waren die Eagles weit entfernt. Sie kamen auf eine Bilanz von 9-7. Das Wildcard-Game bei den Chicago Bears gewann Philadelphia glücklich mit 16:15.

Trainer: Sean Payton wurde 2006 Head Coach bei den Saints und gewann in der Saison 2009 mit ihnen den Super Bowl. Payton steht immer mal wieder in der Kritik, hält sich aber auf dem Posten.

Doug Pedersen ist seit 2016 Head Coach in der NFL und wurde gleich in seiner zweiten Saison bei den Eagles Super-Bowl-Champion. Ihm wurde ein großer Anteil am Erfolg zugesprochen. Pedersen ist bekannt dafür, den Gegner gelegentlich mit riskanten Spielzügen auf dem falschen Fuß zu erwischen.

Quarterbacks: New Orleans' Drew Brees warf während der Saison seinen 500. Touchdown-Pass. Inzwischen steht er bei 520 und ist auf bestem Weg, den aktuellen NFL-Rekord von Peyton Manning (539) zu brechen.

Nick Foles übernahm die Position bei den Eagles nach der Verletzung von Carson Wentz. Seitdem spielt er solide, im Wildcard-Game bei den Bears drehte er auf und erinnerte dabei an die vergangene Saison. Auch da musste er für Wentz einspringen, zeigte zunächst Schwächen, führte die Eagles dann aber im Super Bowl mit einer herausragenden Leistung zum Sieg.

Schlüssel zum Erfolg: Die Saints müssen ihr Spiel durchdrücken, also möglichst viel Power in der Offensive auf den Kunstrasen bringen.

Die Eagles gestatteten ihren Gegnern in dieser Saion viele Big Plays, also Spielzüge mit einem Raumgewinn von mehr als 20 Yards. Das muss in New Orleans besser werden. Außerdem muss Foles wieder zu Playoff-Form auflaufen.

Schwächen: Wenn die Saints eine Schwäche haben, liegt sie in der Secondary. Allerdings haben sie sich dort im Lauf der Saison gesteigert. Die Eagles sind sehr schwankend in ihren Leistungen und kommen als Mannschaft nicht an die Form der Meistersaison heran.

Prognose: Die Saints gewinnen deutlich.

red | Stand: 08.01.2019, 09:59

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