Football-Stars klagen NFL an

Patrick Mahomes

Rassismus-Debatte

Football-Stars klagen NFL an

Die NFL tut sich seit Jahren schwer, mit dem Thema Rassismus in der Öffentlichkeit umzugehen. Jetzt gehen Football-Stars die Liga direkt an - ihre Forderungen in einem Videoclip sind deutlich.

Den American-Football-Stars reicht es. "Wir werden nicht schweigen!", sagt mehr als ein Dutzend Profis in einem emotionalen Videoclip und klagt ihre eigene Liga, die NFL, inmitten der aktuellen Rassismuskrise an.

Keine zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd und nach Tagen massivster Proteste und Ausschreitungen fragen die Stars um Super-Bowl-Champion Patrick Mahomes die National Football League: "Wie oft müssen wir euch bitten, auf eure Spieler zu hören? Was muss dafür passieren? Muss erst einer von uns durch Polizei-Brutalität getötet werden?"

Wütend und enttäuscht

"Was, wenn ich George Floyd wäre?", fragen neben Mahomes (Kansas City Chiefs) die Star-Receiver Odell Beckham Jr. (New York Giants) und Michael Thomas (New Orleans Saints), Running Back Ezekiel Elliot (Dallas Cowboys) und Quarterback Deshaun Watson (Houston Texans).

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Die Spieler sind wütend und enttäuscht. Die brutale Tötung von Floyd, der in Minneapolis von einem Polizisten minutenlang mit dem Knie im Nacken zu Boden gedrückt wurde und danach starb, hat die Debatte um Rassismus und Polizeigewalt in der NFL wieder enorm angefacht.

NFL angeblich an der Seite der schwarzen Community

Schon 2016 hatte der damalige Quarterback der San Francisco 49ers, Colin Kaepernick, die Polizeigewalt gegen Schwarze zum Anlass für einen friedlichen Protest genommen und während des Abspielens der Nationalhymne gekniet. Die Liga unterstützte Kaepernick damals nicht, er hat seit 2017 keinen Vertrag mehr bei einem NFL-Team bekommen. Von Kritikern und Leuten wie Donald Trump wurde er heftig beschimpft.

NFL-Boss Roger Goodell sprach Floyds Familie am Sonntag sein Beileid aus und sagte: "Es bleibt ein dringender Handlungsbedarf." Die Liga sei sich ihres Einflusses bewusst und nehme ihre Verantwortung an. Man wolle die Themen mit Spielern, Klubs und Partnern angehen. Am Donnerstag (04.06.2020) teilte die NFL mit, dass sie an der Seite der schwarzen Community stehe, denn "Black Lives Matter".

Brees entschuldigt sich

Für viele sind das leere Worthülsen, schon allzu oft gehört. In dem 72 Sekunden langen Online-Clip erinnern die Profis auch an andere von Polizisten getötete Schwarze wie Eric Garner oder Trayvon Martin und stellen klar: "Wir haben ein Recht, friedlich zu protestieren."

Just dieser friedliche von Kaepernick initiierte Protest spaltete viele Fans in den USA. Einige werteten die Aktionen als respektlos gegenüber der Flagge der Vereinigten Staaten. In dieser Woche sorgte dann auch Quarterback Drew Brees für Aufsehen, als er sich im Rückblick gegen Kaepernicks Protest aussprach. Selbst Teamkollegen reagierten empört - der Super-Bowl-Champion von 2009 bat mehrfach um Entschuldigung.

Nach der massiven Kritik an seinen Aussagen hat sich Brees auch noch in einem Video geäußert. Stunden nach einer schriftlichen Entschuldigung sagte der 41-Jährige am Donnerstagabend (Ortszeit): "Ich möchte, dass ihr in meinen Augen seht, wie leid mir das tut", sagte Brees. "Ich weiß, dass das viele Menschen verletzt hat."

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Nun ist die von schwarzen Spielern, aber weißen Teambesitzern geprägte Liga an der Reihe, sagen die Profis. Ihre Forderungen sind deutlich: "Das wollen wir, die Spieler, von euch hören: Wir, die National Football League, verurteilen Rassismus und die systematische Unterdrückung von Schwarzen. Wir, die National Football League, geben zu, dass wir unsere Spieler fälschlicherweise davon abgehalten haben, friedlich zu protestieren. Wir, die National Football League, glauben, dass schwarze Leben zählen."

dpa, red | Stand: 05.06.2020, 14:32

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