"Black Monday" in der NFL - sechs Trainer entlassen

Ein Broncos-Fan hält ein Schild gegen Trainer Vance Joseph hoch.

Kritik am "Entlassungs-Marketing"

"Black Monday" in der NFL - sechs Trainer entlassen

Das Ende der regulären Saison ist in der US-amerikanischen Football-Liga NFL traditionell der Zeitpunkt für die saftigen Entscheidungen: Sechs Trainer müssen ihre Posten verlassen.

Die NFL wird in den USA auch im TV-Sender "NFL Network" gezeigt. Die Entlassungen am Montag nach dem letzten Spieltag werden publikumsträchtig präsentiert. "Der TV-Sender der Klubbesitzer hat das etabliert", sagt der nicht entlassene Trainer Sean Payton von den New Orleans Saints. "Der Sender vermarktet die Entlassungen und verkauft die als 'Black Monday' - das ist einfach nur enttäuschend."

Zwar benutzt der Sender den Begriff nicht mehr sonderlich prominent, doch der "Black Monday" hat sich verselbständigt für den Tag der Entlassungen.

Sechs Trainer mussten an Silvester gehen

Und im Gegensatz zu Payton haben einige Trainer den "Black Monday" erwartungsgemäß nicht überstanden und müssen nun gehen. Neben der TV-Vermarktung spielen dabei vor allem enttäuschende sportliche Bilanzen eine Rolle. Die Entlassungen im Überblick:

Denver Broncos: Vance Joseph muss nach zwei Spielzeiten mit negativer Bilanz die Broncos verlassen. Die Play-offs verpasste der Trainer dadurch. John Elway, General Manager des Klubs, verbeitete die erwartbaren Floskeln: "Auch wenn wir diesen Wechsel vollzogen haben, glaube ich, dass Vance ein guter Football-Trainer ist, der eine große Zukunft haben wird." Elway kleidete die Entlassung in Selbstkritik: "Der erste Typ, den ich morgens sehe, ist der Typ im Spiegel. Ich bin verantwortlich für das alles und es ist meine Aufgabe sicherzustellen, dass wir mehr Spiele gewinnen."

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Miami Dolphins: Nach drei Jahren ist für Adam Gase Schluss bei den Dolphins. Der Klub hat in den vergangenen 17 Jahren 15 Mal die Play-offs verpasst und sucht offenbar noch immer nach einer Lösung. Seit 2004 hatten die Dolphins zehn Trainer - nun wird alles anders, verspricht Besitzer Stephen Ross: "Wir werden die Organisation nach unseren Bedürfnissen umbauen. Und wenn das ein, zwei oder drei Jahre dauert, ist das so."

Marvin Lewis während seiner letzten Pressekonferenz bei den Bengals

Marvin Lewis während seiner letzten Pressekonferenz bei den Bengals

Cincinnati Bengals: Einen echten Neuanfang gibt es bei den Bengals, denn Trainer Marvin Lewis war sage und schreibe 16 Jahre im Amt. Als deutliches Schlusslicht ihrer Division haben die Bengals nun aber die Play-offs klar verpasst. Er habe die Ziele verpasst, sagte Lewis zum Abschied. Er und Besitzer Mike Brown hätten die Trennung gemeinsam beschlossen. "Ich glaube, dass es für uns beide ein schwieriger Moment ist, aber wir haben es beide realisiert."

New York Jets: Eine Siegquote von nur 25 Prozent und der letzte Platz in der Division kosteten Trainer Todd Bowles das Amt. "Mein einziges Ziel ist es, den besten Trainer für dieses Team zu bekommen", sagt Besitzer Christopher Johnson. "Letztlich wird die endgültige Entscheidung, wer das ist, meine sein."

Arizona Cardinals: Steve Wilks führte das Team in 16 Spielen zu nur drei Siegen und muss nach nur einer Saison wieder gehen. "Wenn Du nicht gewinnst - dann weiß jeder, was passiert", sagt Klub-Besitzer Bill Bidwill ohne Umschweife. "Es war frustrierend für mich, diese Spiele anzusehen."

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Tampa Bay Buccaneers: Der Klub sucht seinen fünften Trainer in den vergangenen zehn Jahren. Trainer Dirk Koetter hatte es in drei Saisons nicht einmal in die Play-offs geschafft. "Letztlich waren die Ergebnisse nicht da", sagt General Manager Jason Licht.

Die Green Bay Packers hatten schon nach dem 13. Spieltag Mike McCarthy entlassen und durch den Offensive Coordinator Joe Philbin als Interimstrainer ersetzt. Hue Jackson hatte bei den Cleveland Browns schon nach dem 8. Spieltag gehen müssen, Gregg Williams führt das Amt dort interimsweise.

Der Trainerposten bei den Oakland Raiders bleibt nach den verpassten Play-offs unberührt - aber der Klub verpflichtete mit Mike Mayock einen neuen General Manager, der sich auch um neue Spieler kümmern soll.

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nch | Stand: 01.01.2019, 13:30

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