Chiefs und Rams werden ihrer Favoritenrolle gerecht

C.J. Anderson hechtet in die Endzone

American Football

Chiefs und Rams werden ihrer Favoritenrolle gerecht

Von Erik Gläsel

In der US-amerikanischen Football-Liga NFL haben sich die Favoriten aus Los Angeles und Kansas City am Samstag (12.01.2019/Ortszeit) in der Divisional Round durchgesetzt. Während die Rams gegen die Dallas Cowboys bis kurz vor Schluss zittern mussten, nahmen die Chiefs gegen die Indianapolis Colts Fahrt auf.

Sean McVay, der im vergangenen Jahr noch in der Wild-Card-Runde gegen die Atlanta Falcons scheiterte, ist mit 32 Jahren nun der jüngste Head Coach der NFL-Geschichte, der ein Play-off-Spiel gewinnen konnte. Die Los Angeles Rams besiegten vor heimischer Kulisse die Dallas Cowboys mit 30:22 und sind damit nach 17 Jahren zurück im NFC-Championship-Spiel. Bis in die Schlussminuten wahrte Dallas die Chance auf das Weiterkommen, konnte im entscheidenden Moment allerdings nicht die Rams-Offensive und ihr Zeitspiel stoppen.

Selbstbewusstes Auftreten der Rams wird belohnt

Das Spiel hätten beide Mannschaften nicht unverdient gewinnen können, am Ende waren es allerdings die selbstbewussten Spielentscheidungen der Rams, die den Ausschlag gaben. Bezeichnend dafür war der vierte Versuch im letzten Viertel, der die Rams mit 15 Punkten in Führung brachte. Statt des realtiv sicheren Field Goals und einer Elf-Punkte-Führung entschied sich Sean McVay für einen Laufspielzug, der von der 1-Yard-Linie zum Touchdown führte und Los Angeles davonziehen ließ.

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Die Linebacker der Cowboys hatten zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt ihr Leistungstief. Bei Liga-Neuling Leighton Vander Esch, der sich über die reguläre Saison mit sehr guten Leistungen für den Titel des defensiven Rookie des Jahres ins Gespräch gebracht hatte, schienen die Nerven oft sein Spiel zu bestimmen. Insgesamt fand die Defensive Line der Cowboys im Spiel gegen den Lauf kein Mittel, um die Rams zu stoppen. Todd Gurley (115 Yards und ein Touchdown) und C.J. Anderson (123 Yards und zwei Touchdowns) ebneten somit für Los Angeles den Weg ins Halbfinale. Der Cowboy- und Star-Runningback Ezekiel Elliott wurde hingegen von Los Angeles gut in Schach gehalten. Ihm gelangen lediglich 66 Yards Raumgewinn und ein Touchdown.

Kansas City beendet Durststrecke

Die Kansas City Chiefs konnten ihre Negativserie mit 25 Jahren ohne Play-off-Heimsieg gegen die Indianapolis Colts beenden. Als im Arrowhead Stadium 1994 zum bis dato letzten Mal gegen die Houston Oilers gejubelt werden durfte, war der heutige Quarterback Patrick Mahomes nicht einmal geboren. Mahomes, der seine erste Saison als Starter spielt, überzeugte einmal mehr beim 31:13-Sieg unter schwierigen äußeren Bedingungen. Neben den 278 geworfenen Yards und einem eigenen Rushing-Touchdown überzeugte der 23-jährige vor allem mit seiner Körpersprache und scheute wie so oft keine körperbetonten Spielsituationen. Die Fortsetzung der offensiven Durchschlagskraft schulterte er allerdings nicht alleine. Runningback Darrel Williams, Wide Receiver Tyreek Hill und Tight End Travis Kelce ließen sich wie ihr Spielmacher nicht von den verschneiten Bedingungen beeinträchtigen.

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Das Team aus Indianapolis enttäuschte hingegen auf ganzer Linie. Nur wenige Momente ließen Colts-Fans auf einen Wendepunkt der Partie hoffen, die Kansas bereits nach dem ersten Viertel mit 14:0 an sich riss. Dabei musste die Offensive um Quarterback Andrew Luck bei den ersten vier Ballbesitz-Phasen das Angriffsrecht nach drei Spielzügen wieder abgeben, da ihnen kein neuer erster Versuch gelang. Die über die Saison hinweg recht instabile Abwehr der Chiefs zeigte rechtzeitig zu den Play-offs zwar ihre beste Saisonleistung, allerdings war bei ihrem Gegner in allen Mannschaftsteilen auch spürbar Sand im Getriebe.

Colts verpassen den Anschluss vor der Pause

Frank Zombo (51) jubelt nach Adam Vinatieris (4) vergebenem Field-Goal-Kick.

Frank Zombo (51) jubelt nach Adam Vinatieris (4) vergebenem Field-Goal-Kick.

Das Laufspiel mit Marlon Mack war so gut wie gänzlich abgemeldet, Andrew Luck brachte die Pässe zu selten an die Empfänger. Lediglich die Defensive konnte einen geblockten Punt Mitte des zweiten Viertels zu einem Touchdown vergolden. Kurz vor Ende des zweiten Viertels gelang es Luck und Co. innerhalb von 1:40 Minuten und einem ansehnlichen Drive, ganze 70 Yards zurückzulegen, Kicker-Veteran Adam Vinatieri traf aus 23 Yards beim Field-Goal-Versuch allerdings nur den Pfosten. Der Schwung, den die Colts aufgenommen hatten, verpuffte so plötzlich, wie er sich aufgebaut hatte. Vinatieri vergab neben dem Field Goal einen Extrapunkt.

Während Colts-Head-Coach Frank Reich nach dem Spiel knapp und passend zusammenfasste, dass sie schlichtweg taktisch und spielerisch von den Chiefs überrannt worden seien, untermauerte Kansas City seine Titelambitionen. Zum AFC-Finale - der letzten Station vor dem Super Bowl - kommt nun der Sieger aus der Partie zwischen den Los Angeles Chargers und den New England Patriots ins Arrowhead Stadium.

Stand: 13.01.2019, 06:02

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