Felix Sturm schweigt zum Prozessauftakt

Ex-Box-Weltmeister Sturm wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

Ehemaliger Boxer

Felix Sturm schweigt zum Prozessauftakt

Der ehemalige Profiboxer Felix Sturm soll Steuern in Millionenhöhe hinterzogen und gegen das Anti-Doping-Gesetz verstoßen haben. Zum Auftakt des Prozesses gegen ihn vor dem Landgericht Köln schwieg er aber zu den Vorwürfen.

Weder der Angeklagte selbst noch seine Anwälte wollten sich zum Auftakt des Verfahrens am Montag (04.11.2019) vor dem Landgericht dazu äußern. Sie kündigten jedoch an, Sturm wolle am morgigen zweiten Prozesstag etwas zu seiner Person sagen.

Vorwurf: Körperverletzung und Steuerhinterziehung

Die Staatsanwaltschaft wirft Adnan Ćatić, der seit Jahren unter dem Künstlernamen Felix Sturm bekannt ist, Körperverletzung gegen Gegner vor. Sturm war nach dem Sieg im WM-Kampf gegen den Russen Fedor Schudinow in Oberhausen im Februar 2016 positiv auf die anabole Substanz Hydroxy-Stanozolol getestet worden. Er habe in Kauf genommen, dass sein Gegner nicht gegen ihn geboxt hätte, wenn er vom Doping gewusst hätte.

Außerdem geht es in dem Prozess um Steuerhinterziehung. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Steuern in Höhe von 5,85 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Im Zentrum steht eine Agentur. Sie soll geholfen haben soll, Sturms tatsächliche Einnahmen zu vertuschen. Geld, das Verträgen zufolge der Agentur zugestanden hätte, soll laut Staatsanwaltschaft stattdessen auf Sturms eigenem Konto gelandet sein. Beim Finanzamt gab er demnach falsche oder teilweise auch gar keine Summen an. Knapp vier Millionen Einkommenssteuer und knapp zwei Millionen Gewerbesteuer soll der Angeklagte dem Staat schuldig geblieben sein.

Sturm war bereits 2012 vom Amtsgericht Köln wegen Steuerhinterziehung in 16 Fällen zu einer Gefängnisstrafe von 22 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Sturm sitzt seit April in Untersuchungshaft

Sturm war Anfang April auf der Fitness-Messe Fibo festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ziel seiner Verteidiger ist es, schnellstmöglich eine Aufhebung dieser Haft zu erwirken - auch, damit ihr Mandat wieder uneingeschränkt trainieren kann. Zu diesem Zweck haben die Anwälte bereits im Vorfeld mehrfach das Gespräch mit der Gegenseite gesucht, um eine mögliche Einigung zu erzielen.

Prozessauftakt Felix Sturm 02:37 Min. Verfügbar bis 04.11.2020

nch/sid/dpa | Stand: 04.11.2019, 12:14

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