Apex Legends - der Shootingstar der Gaming-Szene

Spieler mit einem Controller in der Hand

50 Millionen Spieler in vier Wochen

Apex Legends - der Shootingstar der Gaming-Szene

Von Robin Tillenburg

"Hier kommt Apex!" Über 50 Millionen Gamer haben sich in den ersten vier Wochen nach Release für den Battle-Royale-Shooter Apex Legends registriert. Das ist rekordverdächtig. Der bisherige Battle-Royale-König "Fortnite" bringt es momentan zwar auf etwa 200 Millionen registrierte Spieler, hatte aber zum gleichen Zeitpunkt weniger als 20 Millionen zu verzeichnen.

Ist der auf PC, PlayStation 4 und XboX One spielbare Online-Multiplayer also per se besser als Fortnite und wird das "Kind" von Respawn Entertainment und Electronic Arts (EA) den Konkurrenten von Epic Games verdrängen? Diese Schlussfolgerungen sind natürlich Unsinn. Apex Legends ist nicht zwingend besser oder schlechter als Fortnite, macht aber eben einiges anders. Das kann gefallen, oder eben nicht. Eine Verdrängungsgefahr besteht auch erstmal nicht, schließlich ist die hohe Nutzerzahl auch eine Folge des Battle-Royale-Trends, der ja mit Fortnite und "PUBG" erst so richtig im Mainstream losgetreten wurde.

Bei Battle-Royale-Spielen springen die Gamer aus einem fliegenden Objekt ohne nennenswerte Ausrüstung über der "Map" ab. Waffen, Munition, Rüstung o.ä. müssen dann möglichst schnell gefunden werden. Danach geht es ins Gefecht. Nach dem Prinzip des "Last-Man-Standing" (oder "last team") muss die Konkurrenz nach und nach ausgeschaltet werden. Wer am Ende noch übrig ist, gewinnt. Damit die Spiele nicht ewig dauern und "Verstecken" nicht belohnt wird, begrenzt eine Art "Todeszone" den Raum mit fortschreitender Zeit immer weiter. Wer sich in ihr befindet, verliert Energie. Sodass das große Finale am Ende meist auf engstem Raum ausgetragen werden muss. Klassische Vertreter sind "Fortnite", "PUBG", "Blackout" oder "Apex Legends".

Überraschend (anders)

Es war schon eine mittlere Überraschung, als EA das in Comic-Grafik angelegte Spiel Anfang Februar ohne große Werbung oder Vorankündigung einfach ins Rennen schickte. Noch ungewöhnlicher für den Spieleverleger: Apex Legends gibt es kostenlos als Download, ist somit "free-to-play" und jeglicher mit "Echtgeld" bezahlbarer Inhalt soll, wie bei Fortnite, lediglich kosmetische Verbesserungen beinhalten.

Zu 100 Prozent stimmt das zwar nicht, denn zwei der zu Beginn acht spielbaren Spielcharaktere muss man erst mit einer der In-Game-Währungen freischalten (und eine davon kann der Spieler nur mit echtem Geld erwerben), doch stärkere Waffen oder deutliche spielerische Vorteile kann man nicht kaufen. Es dauert auch nicht ewig, ehe man als Spieler "reich" genug ist, um sich den Giftgas-Fallensteller "Caustic" und den Illusionisten "Mirage" leisten zu können.

Dreierteams und verschiedene Spielfiguren

Die Charaktere sind einer der Hauptunterschiede gegenüber Fortnite, PUBG, "Blackout" und Co. Die Spielfiguren, von denen jede in den obligatorischen Dreierteams nur einmal vorkommen darf, haben unterschiedliche Spezialfähigkeiten. Diese müssen als Team gezielt eingesetzt und miteinander verbunden werden, um echte Vorteile zu bekommen. Von schneller Heilung der Teamkollegen über einen Bombenhagel oder eine Schutz bietende Schildfestung ist alles dabei.

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Dass die Spieler (bisher) nur in Dreierteams antreten können, macht "Ego-Trips" fast unmöglich - der Autor hat es ausprobiert. Die Teamkollegen mit wichtigen Utensilien wie Waffen, Munition oder Rüstung auszustatten und mit ihnen zu interagieren ist einer der Schlüssel zum Sieg. Apex Legends ist daher für künftige eSports-Events nahezu prädestiniert. Ein anderer Schlüssel ist die Kommunikation untereinander, die neben dem obligatorischen Voice-Chat auch über ein sehr ausgereiftes "Ping-System" möglich ist: Die Position seltener Gegenstände, Aufenthaltsorte von Gegnern oder einfach nur die Richtung, die man aktuell beobachten möchte - etliche Befehle sind gut erreichbar in die Steuerung eingebaut.

Große Map, hoher Schwierigkeitsgrad

Etwas bitter am ausschließlichen "Trio-Modus": Wer unmotivierte oder noch nicht so erfahrene Team-Mitglieder hat, kann fast nicht mehr gewinnen. Denn: Apex Legends schenkt dem Gamer kein frühes Erfolgserlebnis. Vor allem die ersten Runden sind ein Stahlbad, in dem jeder Fehler hart bestraft wird und ohne die Unterstützung der gefallenen Kollegen, die man aber eine gewisse Zeit lang zumindest wiederbeleben oder ins Spiel zurückholen kann, ist kein Blumtentopf zu gewinnen.

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Sich selbst eine Festung oder Schutz zu bauen ist bis auf die temporäre kuppelförmige Schildfestung des Helden "Gibraltar" nicht möglich. Die bisher eine vorhandene Karte "Königsschlucht" bietet einiges an Abwechslung, ist aber ein bisschen groß für die Spieleranzahl von 60 pro Runde.

Zusammenspiel mit der Community

Noch im März wird der erste "Season-Pass" erwartet, den Spieler sich für Geld kaufen können, um für Spielfortschritte mit neuen und mehr kosmetischen "Bonbons" belohnt zu werden, als die User, die ohne den Pass weiterspielen. Entwickler Respawn hat indes angekündigt, auch mit leichtem Seitenhieb auf die Konkurrenz, nicht ständig tiefgreifende Änderungen am Spiel vornehmen zu wollen, sondern vor allem auf die Community zu hören und mögliche Patches o.ä ausgiebig zu testen.

Die "Mosambik" wird zum Internet-Kult

Dass aber die Spieler nicht die Alleinherrschaft übernehmen, stellte man bereits unter Beweis: Die "Mosambik", eine der häufig zu findenden Waffen des Spiels, bringt die User reihenweise an den Rande der Verzweiflung. Die Mischung aus Schrotflinte und Pistole ist auch aus kurzer Distanz so ungenau, hat ein so kleines Magazin und verursacht so wenig Schaden, dass man das Gefühl hat, man könnte den Gegner auch mit einer mit Wattebäuschen geladenen Zwille beschießen und hätte mehr Erfolgschancen.

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Respawn rechtfertigte das in einem Statement damit, dass es durchaus beabsichtigt sei, unterschiedlich starke Waffen anzubieten, die eben auch unterschiedlich häufig auf der Karte auftauchen. So müssen die Gamer erst einmal damit leben. Die Folge: Lustige Mosambik-Memes sind deutlich beliebter als die Waffe selbst. Dem aktuellen Erfolgssturm von Apex Legends, der wahrscheinlich durch den Season-Pass noch einmal Schub bekommen wird, dürfte die Mosambik jedenfalls nicht gefährlich werden.

Stand: 12.03.2019, 07:00

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