NHL - Owetschkin jagt Gretzky-Rekord

Alexander Owetschkin

Eishockey

NHL - Owetschkin jagt Gretzky-Rekord

Alexander Owetschkin, die selbst ernannte russische Maschine, könnte bei den Washington Capitals die Marke von 700 Toren in der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL knacken. Womöglich könnte er sogar die größte NHL-Legende aller Zeiten überflügeln.

Wayne Gretzky überstrahlt nach wie vor alles im nordamerikanischen Eishockey. Deshalb wurde auch Alexander Owetschkin kürzlich in einer Talkshow bei ESPN nach "The Great One" gefragt. Konkret, was er denn machen würde, wenn er Gretzkys Marke von 894 Toren erreichen würde, bis heute unangefochtener Rekord in der NHL. "Wahrscheinlich würdet ihr mich dann nicht mehr auf dem Eis sehen", sagte Owetschkin. "Ich würde sagen: 'Danke, das war's' - und sofort aufhören."

Marke von 700 NHL-Toren im Visier

Wenn er tatsächlich einmal den großen Gretzky als besten Torschützen der Geschichte ablösen möchte, muss der 34-Jährige Owetschkin wohl noch einige Spielzeiten in der NHL abreißen. Aber auf dem Weg dorthin hat der Kapitän der Washington Capitals bereits einige NHL-Legenden hinter sich gelassen: Marc Messier etwa, oder Steve Yzerman.

In der laufenden Saison steht Owetschkin auch schon wieder bei 40 Toren - zwei Treffer fehlen ihm, um die magische Marke von 700 Toren zu erreichen. Das haben bislang erst sieben Spieler in der NHL-Historie geschafft, die allesamt ihre Karriere beendet haben. Weswegen sich bei der kommenden Partie der Capitals gegen die New York Islanders am Montagabend (10.02.2020, Ortszeit) wieder viele Augen auf "Alexander the Great" richten werden.

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Russische Maschine läuft

Dass der Mann aus Moskau auch noch mit 34 Jahren zu den gefährlichsten Stürmern der NHL zählt, liegt zum einen an seiner körperlichen Robustheit. Legendär sein Ausspruch, als ihn ein gegnerischer Schlagschuss am Fuß traf: "Russian machine never breaks". Das Akronym "RMNB" wurde zu seinem Markenzeichen, die Merchandising-Abteilung der Capitals druckte es eine Zeitlang auf Pucks neben Ovechkins Autogramm. Zudem hatte er das Glück, dass er in seiner nunmehr fast 15-jährigen NHL-Karriere von schwereren Verletzungen verschont geblieben ist. Er hat das Training umgestellt, betonte er zuletzt, arbeitet mehr an seiner Fitness. Auch bei den beliebten Schlägereien auf dem Eis hält sich Owetschkin meistens raus. Als er in der Vorsaison Carolinas Andrej Swetschnikow mit einem rechten Haken ausknockte, war dies eine der seltenen Ausnahmen. Seine Teamkollegen an der Bande feuerten ihn dabei an wie bei einer Barschlägerei, trommelten mit ihren Schlägern auf die Bande.

Über allem aber stehen Owetschkins herausragende, individuelle Klasse an der Scheibe, seine Finesse und sein Instinkt im Abschluss, die ihn immer noch zu einem der besten Stürmer der NHL machen. Auch wenn sich das Spiel in der US-Profiliga in den vergangenen Jahren verändert hat und noch schneller geworden ist. Mit den jungen Stürmern, die vor allem von ihrem Tempo leben, mit Sprints über die komplette Eisfläche, kann Owetschkin immer noch mithalten. "Ich muss nicht mehr in jedem Spiel übers Eis fliegen. Wichtig ist, dass ich es in den Playoffs schaffe", sagte er bei "ESPN".

Vergleiche mit Gretzky

Viele NHL-Experten trauen ihm zu, dass er schon in der regulären Saison die Marke von 60 Toren knacken könnte - als Gretzky dies zuletzt schaffte, war er ein 26-jähriger Jungspund. Owetschkin schickt sich nun an, eine solche Fabel-Saison als 34-jähriger Veteran aufs Eis zu legen. ESPN-Experte Greg Wyshynski sieht auch deshalb den Capitals-Kapitän im Vergleich mit der größten NHL-Legende überhaupt schon jetzt vorne: "Owetschkin spielt in der Ära mit den besten Athleten der NHL, mit den stärksten Torhütern - und er stellt diese Marken auf."

Traum vom nächsten Stanley Cup

Nur bei den Stanley-Cup-Titeln sieht Owetschkins Bilanz mager aus, erst eine Meisterschaft konnte der Kapitän mit seinen "Caps" einfahren, im Jahr 2018. "Die Feierlichkeiten waren das Größte, was ich je erlebt habe", sagte der Anführer der Capitals, der in der US-Hauptsadt nach wie vor äußerst populär ist, trotz seiner oft dokumentierten Freundschaft zu Russlands-Präsident Wladimir Putin. Die Capitals gelten auch dank Owetschkins Treffsicherheit wieder als Mitfavorit für die Playoffs. "Ich wünsche es mir so, dass wir noch einmal den Stanley Cup gewinnen. Und ich hoffe, es kommen noch weitere hinzu", sagte Owetschkin, ein mögliches Karriereende sei kein Thema. "Mein Vertrag läuft noch eineinhalb Jahre, dann werden wir sehen, was passiert."

red/sid/dpa | Stand: 10.02.2020, 14:24

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