Washington Capitals holen erstmals den Stanley Cup

Philipp Grubauer stemmt den Stanley-Cup hoch

NHL-Finale

Washington Capitals holen erstmals den Stanley Cup

Die Washington Capitals haben in der 44-jährigen Geschichte der NHL erstmals den Stanley Cup gewonnen. Zum ersten Mal geht die höchste Auszeichnung im Klub-Eishockey an einen deutschen Torhüter.

Mit einem Jubelschrei nahm zunächst Alex Owetschkin den Stanley Cup entgegen. "Yes, Baby! Wir haben es endlich geschafft", rief der Eishockey-Superstar der Washington Capitals nach dem ersten Titelgewinn im 44. NHL-Jahr.

4:1 in der "best-of-seven"-Serie

Dann stemmte auch Torhüter Philipp Grubauer nach dem spektakulären 4:3-Erfolg am Donnerstag (07.06.2018/Ortszeit) bei den Vegas Golden Knights die knapp 90 Zentimeter große Trophäe in die Luft.

"Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht und den man schon als kleines Kind hat", sagte Grubauer. Mit 4:1 entschieden die Capitals die "best-of-seven"-Serie für sich und beendeten damit auch die märchenhafte, aber ungekrönte Premieren-Saison der Golden Knights.

Washington Capitals gewinnen erstmals den Stanley-Cup

Sportschau | 08.06.2018 | 01:11 Min.

Der Rosenheimer Goalie ist der vierte deutsche NHL-Profi, der den Stanley Cup gewinnen konnte. Dazu hielt er als erster deutscher Torhüter den begehrtesten Pokal im Eishockey in den Händen. Damit gewann im dritten Jahr in Serie ein deutscher Spieler die Trophäe. Tom Kühnhackl hatte in den vergangenen beiden Jahren mit den Pittsburgh Penguins den Cup geholt.

Vierter deutscher Stanley-Cup-Sieger

Grubauer kam in den Stanley-Cup-Finals nicht zum Einsatz, sein Name wird trotzdem auf den Cup eingraviert. Auch Uwe Krupp (mit Colorado) und Dennis Seidenberg (mit Boston) stehen auf dem 15,5 Kilogramm schweren Silberpokal. Zwar drückte der Rosenheimer in den Play-offs zumeist die Ersatzbank und kam an Stargoalie Braden Holtby nicht vorbei, dennoch hatte er einen wichtigen Anteil am ersten Cupsieg der Caps seit deren Gründung im Jahr 1974. Grubauer zeigte vor allem gegen Ende der Hauptrunde herausragende Leistungen, als sein Konkurrent Holtby schwächelte und zwischenzeitlich den Nummer-Eins-Posten an den Deutschen abgeben musste. Nachdem Washington jedoch die ersten beiden Play-off-Spiele mit Grubauer im Tor verloren hatte, eroberte sich Holtby seinen Platz zurück.

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Held des Abends in der US-Glücksspielmetropole war zweifellos der Russe Owetschkin. In seinem 13. NHL-Jahr hat er endlich den langersehnten Stanley-Cup-Titel gewonnen. In den letzten Sekunden des Spiels sprang der Capitals-Kapitän wie ein kleines Kind umher, umarmte jeden Team-Kollegen. "Keiner hat es so verdient wie er", schwärmte Mitspieler Jay Beagle. "Er hat den Unterschied gemacht." Der dreimalige Weltmeister erzielte in den Playoffs dieser Saison insgesamt 15 Tore und kam auf zwölf Assists. "Er ist der Anführer. Die Mannschaft folgt ihm", sagte Torhüter Braden Holtby.

Owetschkin wertvollster Spieler der Play-offs

Alexander Ovechkin stemmt den Stanley-Cup-Pokal hoch

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Nicht ohne Grund wurde der 32-Jährige mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet, als bester Spieler der diesjährigen Play-offs. Auch beim entscheidenen 4:3 traf Owetschkin zum zwischenzeitlichen 2:1 (31. Minute). "Wir haben so hart gearbeitet. Wir haben alles dafür getan. Heute wurden wir belohnt", sagte er. Devante Smith-Pelly (50.) und der Däne Lars Eller (53.) sorgten mit ihren Toren im Schlussdrittel für die Entscheidung und für Jubelszenen in Washington. Mehrere zehntausend Eishockey-Fans feierten ihre Capitals, die in den kommenden Tagen auf der Siegesparade den Stanley Cup präsentieren werden.

Traurig schlichen dagegen die Golden Knights vom Eis. Das Expansion-Team aus der Wüste Nevadas hat zwar eine sensationelle Debüt-Saison gespielt, doch den Titel ausgerechnet auf heimischem Eis holte der Gegner. "Ihr wart der beste Neuling der NHL-Geschichte", versuchte NHL-Commissioner Gary Bettman bei der Siegerehrung die Mannschaft aus Las Vegas zu trösten.

sid/dpa | Stand: 08.06.2018, 09:24

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