Kann Finnland die Russen stoppen?

Die russische Eishockeynationalmannschaft bejubelt den Sieg gegen die USA

Halbfinale der Eishockey-WM

Kann Finnland die Russen stoppen?

Russland ist vor dem WM-Halbfinale gegen Finnland weiter der Topfavorit auf den Titel und anscheinend unverwundbar. Oder doch nicht?

Vor dem finalen Eishockey-WM-Wochenende lautet die zentrale Frage: Ist Top-Favorit Russland zu stoppen? Der Rekord-Weltmeister geht als klarer Favorit in die WM-Entscheidung und strotzt vor Selbstbewusstsein. "Wir haben viele Superstars, die in der NHL spielen. Und einen starken Goalie", sagte etwa Angreifer Michail Sergatschow vor dem Halbfinale am Samstag (25.05.2019) in Bratislava gegen die überraschend starken Finnen.

Nur der Titel zählt

Finnland hatte Titelverteidiger Schweden im Viertelfinale durch ein 5:4 nach Verlängerung ausgeschaltet. Das beeindruckt die Russen wenig, sie schauen auf sich selbst: "Alle spielen für das Team. Alle spielen für das, was auf unserem Trikot steht, für Russland." Reichlich Pathos ist mit im Spiel, wenn die Russen nach dem 28. WM-Titel greifen. Alles andere als ein Triumph in der Slowakei wäre für die erfolgsverwöhnte Eishockey-Nation 15 Monate nach dem Olympiasieg von Korea eine Enttäuschung.

Sportminister hebt den Zeigefinger

Trotz einer perfekten Vorrunde hatte der russische Sportminister Pawel Kolobkow vor der K.o.-Phase eindringliche Worte ans Team gerichtet. "Es ist noch Luft nach oben", monierte der Politiker in gestrengem Tonfall - und das trotz der Maximalpunktzahl von 21 Zählern und 36:7 Toren sowie der besten Ausbeute aller 16 Teams. Inzwischen sind es acht Siege aus acht WM-Spielen. Das Trauma vom vergangenen Jahr, als die Russen bei den interkontinentalen Titelkämpfen erstmals seit langer Zeit im Viertelfinale gescheitert waren, ist anscheinend überwunden. Oder nicht?

Der 4:3-Erfolg im Viertelfinale gegen Erzfeind USA war zwar Balsam für die russische Seele - die Partie zeigte aber auch, dass man Sand ins Getriebe der "Roten Maschine" streuen kann. Nun sollen Ausnahmekönner Alexander Owetschkin und NHL-Topscorer Nikita Kutscherow das Team zurück auf den WM-Thron schießen.

Selbstbewusste Finnen

Bevor es zum vermeintlichen Traumfinale kommen kann gegen den 26-maligen Titelträger Kanada, der im Halbfinale am Samstag gegen Tschechien spielt, warten die forschen Finnen. "Wir haben die Chance, Gold zu gewinnen. So wie wir es hier beim letzten Mal geschafft haben", sagte Sakari Manninen und erinnerte an eine von zwei WM-Sternstunden der Nordeuropäer. 2011 stand Finnland zuletzt ganz oben - ausgerechnet in Bratislava.

sid/dpa/red | Stand: 24.05.2019, 22:35

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