Eishockey-WM - Tschechien will durchstarten

Jubel beim Team aus Tschechien

Deutschlands Viertelfinalgegner

Eishockey-WM - Tschechien will durchstarten

Im Viertelfinale der Eishockey-WM muss Deutschland gegen Tschechien ran. Es ist der erklärte Wunschgegner des deutschen Teams. Doch die Tschechen gelten als Geheimfavorit, auch wegen ihrer Fans.

Der letzte WM-Sieg ist schon eine ganze Weile her. 2007 ging die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zum bisher letzten Mal gegen Tschechien als Sieger vom Platz. Die Helden waren damals Torhüter Dimitrij Kotschnew und Stürmer Michael Wolf, der den entscheidenden Treffer besorgte. 2:0 hieß es damals im Moskauer Vorort Mytischtschi. Trainer war Uwe Krupp.

Schlechte Bilanz

Die schlechte Statistik konnte dieser Sieg vor zwölf Jahren allenfalls aufhübschen.  In 44 WM-Duellen gab es nur fünf deutsche Siege. Nach 2007 gab es drei WM-Duelle mit 5:17 Toren aus deutscher Sicht.

Dennoch sieht sich das deutsche Team bei der WM in der Slowakei auf Augenhöhe. Nach dem frühen Einzug ins Viertelfinale und dem jüngsten Sieg gegen Finnland ist das Selbstbewusstsein groß. "Die Tschechen haben wir uns alle am meisten gewünscht", sagt Stürmer Dominik Kahun, "es ist ein Gegner, der machbar ist."

Zweites Heimteam

Das stimmt nur bedingt. Denn die Tschechen sind so etwas wie ein Geheimfavorit. Das liegt auch daran, dass sie so etwas wie das zweite Heimteam sind. 10.000 Fans, so schätzt man, tummeln sich in Bratislava. Nach dem frühen Ausscheiden des eigenen Teams stehen auch die Slowaken auf der Seite der Tschechen. Schließlich gab es bis 1993 einen gemeinsamen Staat und trotz Trennung sind die Beziehungen gut.

Das Team von Trainer Milos Riha hat die Vorrunden-Gruppe B als Zweiter beendet. Sechs Siege haben die Tschechen eingefahren, nur gegen den großen Turnierfavoriten Russland gab es eine Niederlage.

Immer noch unter den besten sechs Teams

Die Hoffnungen auf den siebten WM-Titel sind deshalb groß. Es wäre der erste seit 2010. Seine größten Erfolge feierte das Land von 1999 bis 2001, als es dreimal in Serie triumphierte. 1998 wurde Tschechien Olympiasieger, gespickt mit Topstars wie Jaromir Jagr, Martin Prochazka, Vladimir Ruzicka oder David Moravec. Obwohl der letzte WM-Triumph neun Jahre zurückliegt, zählt Tschechien neben Russland, Kanada, den USA, Finnland und Schweden immer noch zu den besten sechs Teams der Welt.

Zwölf NHL-Profis

In diesem Jahr sind zwölf NHL-Profis mit dabei, so viele wie lange nicht. Andere verdienen in der russischen Topliga KHL ihr Geld. Stars der Mannschaft sind Kapitän Jakub Voracek von den Philadelphia Flyers, Michael Frolik von den Calgary Flames und Dominik Simon von den Pittsburgh Penguins. Radko Gudas (ebenfalls Philadelphia) gilt als eisenharter Verteidiger. Hinzu kommen jede Menge Talente, denn im Gegensatz zu Deutschland ist Eishockey in Tschechien Sportart Nummer eins.

Siege im Kollektiv

39 Tore haben die Tschechen in der Vorrunde gemacht, nur Kanada hat mehr Treffer erzielt. Voracek spielt dabei enorm mannschaftsdienlich. "Nur" drei Treffer hat er gemacht, dafür zwölf Vorlagen gegeben. In der Scorerliste bedeutet das Platz drei. In Frolik, Simon, Dominik Kubalik und Filio Hronek tummeln sich auch noch drei weitere Tschechen in den Top-Ten. So bekommen es die Deutschen mit einem enorm ausgeglichenen Kollektiv zu tun.

vdv/sid/dpa | Stand: 23.05.2019, 12:03

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